ÖFB-Team: Wird Schlager zum EM-Hit?

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Es hätte wohl keinen perfekteren Zeitpunkt für ein ÖFB-Debüt gegeben.

Ausgerechnet am Tag der erfolgreichen Qualifikation für die EURO 2020 durch einen 2:1-Heimsieg gegen Nordmazedonien durfte Alexander Schlager seine Talenteprobe abgeben und das Vertrauen genießen, das ihm auch gute Chancen für eine Teilnahme an der Endrunde kommenden Sommer einräumt.

Der 23-jährige LASK-Keeper ist ein Mann mit Perspektive. Wird der Salzburger sogar zu Österreichs großem EM-"Schlager", zur Nummer 1? Zumindest unter jenen drei, die im Kader stehen, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit bevorzugt werden.

Doch Schlager will nichts verschreien: "Das ist schwierig zu sagen, weil jeder Tormann, der da ist, bringt hervorragende Qualitäten mit. Es ist noch eine lange Zeit bis dahin, jeder muss seine Leistung bringen – und genauso ich auch. Es war heute natürlich ein guter erster Schritt für mich, aber es ist nichts in Stein gemeißelt.

Mit Leistung im Team und bei seinem Klub will er Teamchef Franco Foda die Entscheidung aber abnehmen. "Es gibt noch genug Entwicklungspotenzial. Ich werde alles dafür tun, dass ich im Sommer dabei sein kann."

"Das war einfach Gänsehaut pur"

Schlager wurde als bereits drittem Keeper im Jahr 2019 - nach Heinz Lindner und Cican Stankovic - die Ehre zuteil, das ÖFB-Tor zu hüten. Ersterer nahm sich aufgrund seiner zwischenzeitlichen Vereinslosigkeit selbst aus dem Rennen, der Salzburg-Keeper war im ÖFB-Team nicht immer sattelfest.

Nun hat der LASK-Goalie gezeigt, dass er nicht nur der Jüngste im Bunde ist, sondern auch dem Druck in einer ganz speziellen Situation gewachsen zu sein. Erst am Matchtag vor dem Mittagessen hat er erfahren, dass ihm gegen Nordmazedonien die große Stunde schlagen wird.

"Wie ich rausgekommen bin im Stadion beim Aufwärmen, habe ich schon gewusst, dass es ein besonderer Abend ist. Ich habe das den ganzen Tag schon im Gefühl gehabt, das war einfach Gänsehaut pur in dem Moment, eine riesengroße Dankbarkeit, die ich verspürt habe und ein irrsinniger Stolz. Es war für mich immer so ein Kindheitstraum – der ist nun in Erfüllung gegangen. Es macht natürlich Lust auf mehr", ließ sich Schlager von den knapp 41.000 Zuschauern im Stadion feiern.

Zur zweiten EURO innerhalb von knapp einem Jahr?

Lust auf mehr heißt gleichzeitig auch Lust auf die EURO 2020. Somit könnte Schlager binnen einem Jahr gleich an zwei Endrunden teilnehmen. Erst im Juni stand er mit der ÖFB-U21 in Italien und San Marino auf dem Prüfstand und absolvierte alle drei Auftritte in der Gruppenphase.

"Das ist eigentlich unglaublich, wenn man darüber nachdenkt. Im Sommer EURO, jetzt nächstes Jahr wieder – wobei ich jetzt ein halbes Jahr probieren muss, meine Leistungen im Verein zu bestätigen. Dann hoffe ich, dass ich im Sommer dabei sein kann."

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Die Vorfreude war riesig, schon die ganze Woche dachte der Jungspund darüber nach, ob er diesmal seine Chance bekommen würde. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Stankovic wurden die Karten zwischen ihm, Pavao Pervan und Jörg Siebenhandl neu gemischt - mit dem besten Ende für Schlager.

"Ich habe mich super wohl gefühlt auf dem Platz. Ich habe versucht, einfach so zu spielen, wie ich immer spiele, mich nicht zu verstellen oder irgendwas anders zu machen. Ich wollte einfach meine Leistung bringen und bin froh, dass es mir ganz gut geglückt ist, wir daheim gewonnen haben und uns für die EM qualifiziert haben. Ich bin einfach dankbar", blieb der LASK-Rückhalt authentisch.

"Ich habe mein ganzes Leben lang davon geträumt"

"Ich habe mein ganzes Leben lang davon geträumt, irgendwann einmal für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen. Und das in so einem Spiel, vor unseren Fans, wo man sich zur EM qualifizieren kann – mir fällt ein Riesenstein vom Herzen."

Viel bekam er gegen Nordmazedonien nicht zu tun. Seine Aufgabe erledigte er jedoch mit Bravour, etwa als er mit einer Top-Parade einen Kopfball aus dem Eck fischte. Dass er in der 93. Minute doch noch einen Gegentreffer hinnehmen musste, ärgerte den Keeper nur im ersten Moment, "aber im Endeffekt ist es jetzt scheißegal", weil sich Österreich für die EM qualifizierte.

So ganz real ist die Situation für den Schlussmann noch nicht. Im Urlaub will er sich zurücklehnen und einmal Revue passieren lassen, was ihm in kürzester Zeit widerfahren ist. Vizemeister mit dem LASK, U21-EM-Teilnahme, erfolgreiche Europacup-Qualifikation, Europa-League-Gruppenphase und nun das Debüt im Nationalteam.

"Es ist ein Gänsehaut-Moment und ich glaube, das ist Ansporn genug, einfach weiterzuarbeiten und alles zu geben. Weil für diese Momente lebt man als Fußballer und die will man so oft wie möglich erleben", strahlte Schlager nach dem Schlusspfiff.

Als Schlager zuletzt zu Gigi d'Agostino tanzte

Bereits die beiden Lehrgänge davor genoss er das Vertrauen des Trainerteams und gehörte zu den Top-3-Keepern des Landes. Auch beim Feiern lässt sich Schlager nicht lumpen, federführend dafür war er allerdings nicht.

"Also da haben wir andere Meister, die das geplant haben. Ich lasse mich einfach überraschen, mitschleifen und bin überall dabei", meinte der Torhüter, bevor die Party so richtig Fahrt aufnahm.

Die Stimmung in der Kabine nach dem Spiel beschrieb er mit dem Wort: "Turbulent!" Noch auf dem Platz wurde zu Gigi d'Agostino abgefeiert. Auf die Frage, wann er zuletzt zu Musik der italienischen DJ-Legende tanzte, ließ Schlager mit seiner Antwort aufhorchen.

"Das Witzige ist: Letztes Wochenende war er in Wien bei einem Konzert und der Mann von meiner Schwester war dort und hat immer ein paar Videos durchgeschickt. Von dem her war es da das letzte Mal, dass ich dazu getanzt habe", lacht der LASKler.

"Man hat gemeinsam einen Weg gefunden, wie alle mitziehen"

Vor den Augen seines Klub-Trainers Valerien Ismael übermannten den Torwart die Emotionen. Gänsehaut-Moment, unbeschreiblich, dankbar, unglaublich - das waren wohl die meist verwendeten Worte Schlagers an diesem Abend.

Sein persönliches Highlight ging Hand in Hand mit dem Jubel des ganzen Teams. Wie es das ÖFB-Team nach zwei Niederlagen zum Start der EM-Quali doch noch geschafft hat sich zu qualifizieren, begründet er so:

"Es wurde einfach sehr gezielt und genau gearbeitet. Man hat das alles aufgearbeitet und analysiert. Man hat es einfach geschafft, mit allen gemeinsam einen Weg zu finden, wie man an die Sache herangeht und wie alle mitziehen. Wenn man die letzten Spiele hernimmt, war es einfach ein richtiger Aufwärtstrend. Jeder ist mit einem guten Gefühl hergekommen und hat Spaß gehabt beim Kicken. Genau so sollte es sein. Wir sind als Mannschaft unglaublich zusammengewachsen.

Schlager kam jedes Mal mit "irrsinnigem Stolz und Freude" zum Team, weil immer gute Laune herrschte und die Integration leicht war. Geht es nach ihm, soll das auch so bleiben. Denn sein großes Ziel ist es, bei der EURO 2020 dabei zu sein - vielleicht sogar als Nummer 1.

Österreich - Nordmazedonien 2:1

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Baumgartlinger kritisiert Windtner: "1. Schülermannschaft bei EM"

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