Die Erwartungshaltung an alle 26 Kadermitglieder

Die Erwartungshaltung an alle 26 Kadermitglieder Foto: © GEPA
 

26 Spieler vertreten den ÖFB bei der Europameisterschaft - und zwar als Mitglieder der in Sachen Kader-Qualität hoffnungsvollsten Generation seit längerer Zeit.

Einige von ihnen sollen als Führungsspieler vorangehen und den Unterschied ausmachen. Andere kämpfen um einen Platz in der Startelf, um dann positive Akzente setzen zu können.

Wieder andere stehen derzeit nicht in der ersten Reihe und können so gesehen nur überraschen. Und dann gibt es natürlich auch Vertreter, die schon bessere Zeiten erlebt haben und wohl hauptsächlich angesichts ihres Potenzials in das Aufgebot gerutscht sind. Ob sie dieses Vertrauen rechtfertigen können?

Letztlich sind es 26 Kicker mit 26 Ausgangspositionen. Ob Star- oder Ergänzungsspieler, beginnend mit dem EURO-Auftakt gegen Nordmazedonien (Sonntag, 18 Uhr im LIVE-Ticker) sind alle ÖFB-Kicker aufgerufen, auf ihre Art und Weise zu einem gelungenen Turnier beizutragen.

LAOLA1 mit der Erwartungshaltung an Österreichs EM-Teilnehmer:

#1 ALEXANDER SCHLAGER

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Verein: LASK

Länderspiele: 6

Es wäre unverständlich für einen Profi, wenn sich Alexander Schlager nicht darüber ärgern würde, dass er den Fight um die Rolle als Nummer eins verloren hat. Schließlich spielte er alle drei WM-Qualifikations-Partien im März und war somit wohl Franco Fodas erste Wahl im Tor. Diesen Status verspielte er letztlich selbst, und das ist verständlicherweise bitter. Aber: Erstens heißt es bei der EM trotzdem bereit zu sein, die Chance zu spielen kann auch unverhofft kommen. Zweitens: Teamintern produktives Verhalten ist das Gebot der Stunde, was beim LASK-Goalie allerdings kein Problem sein sollte. Drittens ist dies zwar ein Rückschlag, aber Schlager hat zu Zeiten besserer Form bereits bewiesen, dass er der Nationalteam-Goalie sein kann. Entsprechend ist die Erwartungshaltung, einfach dran zu bleiben - beginnend mit dem Turnier.

#12 PAVAO PERVAN

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Verein: VfL Wolfsburg

Länderspiele: 7

Der 33-jährige kennt die Erwartungshaltung an seine Person ganz genau, weil er sie beim VfL Wolfsburg seit drei Jahren lebt: Dort ist er der verlässliche Routinier, der dann in der Sekunde da sein muss, wenn er gebraucht wird. Nichts anderes ist es im ÖFB-Team. Pervan ist zudem ein konstruktiver Typ, der die Trainingsqualität hoch hält und mit seiner Routine und Ruhe innerhalb der Mannschaft helfen kann.

#13 DANIEL BACHMANN

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Verein: FC Watford

Länderspiele: 2

Wenn Daniel Bachmann nach der EURO allen Grund hätte, so selbstbewusst aufzutreten wie davor, wäre dies für das ÖFB-Team kein schlechtes Zeichen. Immerhin will er die Europameisterschaft gewinnen. Der England-Legionär legte nach dem Premier-League-Aufstieg mit dem FC Watford im Nationalteam eine Punktlandung in Sachen Nummer eins hin. In seinen ersten beiden Länderspielen hinterließ er einen sicheren Eindruck. Beim Verein hielt er seinen Kasten in 13 von 23 Liga-Spielen sauber. So oft wie möglich zu Null wäre logischerweise auch bei der EM fein. Das darüberliegende Ziel sollte sein, dass Österreich nach der EM nicht mehr über die Rolle des Stamm-Torhüters diskutieren muss. Die Suche nach einer klaren und vor allem unumstrittenen Nummer eins hat einige Jahre und somit viel zu lange gedauert. Bachmann hat die Chance, einen Schlussstrich unter das Thema zu ziehen.


#2 ANDREAS ULMER

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Verein: FC Red Bull Salzburg

Länderspiele: 24 Länderspiele/0 Tore

Wenn man von einem 35-Jährigen nicht erwarten darf, dass er seine Routine ausspielt, von wem dann? Anders als beim FC Red Bull Salzburg, bei dem er einer der Führungsspieler ist, macht Ulmer im ÖFB-Team auf dem Platz einen eher schüchternen Eindruck. Gut, dies mag auch an der vergleichsweise vorsichtigen Herangehensweise liegen. Nur ein Assist in 24 Länderspielen ist dennoch eher mager. Wie intensiv Foda ihm vertraut, wird sich weisen. Aber der Teamchef darf tendenziell darauf zählen, dass der Linksverteidiger versucht, im möglicherweise einzigen Turnier seiner Karriere alles aus sich rauszuholen.

#3 ALEKSANDAR DRAGOVIC

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Verein: Bayer Leverkusen (nach der EM: Roter Stern Belgrad)

Länderspiele: 90/2

Mit seinem Ausschluss gegen Ungarn und seinem verschossenen Elfmeter gegen Island hat Dragovic 2016 gesehen, wie schnell ein Turnier auch in persönlicher Hinsicht in die falsche Richtung abbiegen kann. Die Leverkusen-Jahre seither waren nicht leicht, aber der Reifeprozess des 30-Jährigen ist augenscheinlich. Im ÖFB-Team hat sich die Einser-Innenverteidigung gemeinsam mit Martin Hinteregger jedenfalls zu einem unumstrittenen Bollwerk entwickelt. Die Erwartungshaltung ist also schlichtweg, die zumeist gute ÖFB-Form auch bei der EURO auszuspielen.

#4 MARTIN HINTEREGGER

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Verein: Eintracht Frankfurt

Länderspiele: 55/4

Wenn das Innenverteidiger-Duo Dragovic/Hinteregger weiterhin funktioniert, wäre das schon mal eine gute Basis. Ob in der Defensivarbeit oder beim Herausspielen - auf den Kärntner ist im Normalfall Verlass. Vielleicht kann er bei der EURO auch seine durchaus vorhandenen Qualitäten im Abschluss unter Beweis stellen. Unterm Strich zählt Hinteregger genau wie Dragovic zu den Veteranen von 2016, die - mittlerweile im besten Fußballer-Alter angekommen - dieses Team durchs Turnier führen müssen.

#5 STEFAN POSCH

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Verein: TSG Hoffenheim

Länderspiele: 11/1

Man sollte nicht vergessen, dass es das Goldtor des Steirers beim 1:0 in Slowenien war, das die Tür zur EURO weit aufgestoßen hat. Damals war fest davon auszugehen, dass der Hoffenheim-Legionär als Innenverteidiger zumindest Nummer drei ins Turnier gehen wird. Zuletzt verpasste Posch jedoch, unter anderem wegen seiner Corona-Erkrankung, diverse Länderspiele. Die jüngsten Eindrücke besagen, dass ihn Philipp Lienhart in der Hackordnung überholt hat. Insofern heißt es, um jede Einsatzminute zu kämpfen. Dies könnte, wie in der Vergangenheit schon bewiesen, auch als defensive Rechtsverteidiger-Variante sein. Wenn er im ÖFB-Team eine Chance bekam, war auf Posch meist Verlass.

#15 PHILIPP LIENHART

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Verein: SC Freiburg

Länderspiele: 4/0

Lienhart musste im A-Nationalteam ganz, ganz, ganz viel Geduld beweisen. Sein Debüt feierte der 24-Jährige nämlich bereits im Oktober 2017. Foda schenkte ihm erst in den vergangenen Wochen und Monaten vereinzelt das Vertrauen. Denoch: So nah dran an Einsatzzeit wie aktuell war der Niederösterreicher im Nationalteam noch selten, aktuell scheint er in der Innenverteidigung der erste Backup zu sein. Zudem stimmt die Form, wie er in Freiburg bewiesen hat. Ergibt sich die Gelegenheit, heißt es voll da zu sein.

#16 CHRISTOPHER TRIMMEL

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Verein: Union Berlin

Länderspiele: 13/0

Der 34-Jährige erlebt im Karriere-Herbst seinen Nationalteam-Frühling. Im Prinzip ist er der klare Rechtsverteidiger-Backup von Stefan Lainer, doch der Gladbach-Legionär lief zuletzt seiner Form ein wenig hinterher. Trimmel kann auch eine Etappe weiter vorne eingesetzt werden, wo es zuletzt rechts einige Fragezeichen gab. Soll heißen: Es könnte sich schon Einsatzzeit ergeben. Ein Blackout-Pass wie jener gegen die Slowakei kurz vor seiner Auswechslung wäre dann natürlich unerwünscht. Viel mehr ist Trimmels Präzision bei Flanken gefordert - etwa wenn es darum geht, Sasa Kalajdzic einzusetzen. 21 Bundesliga-Assists in zwei Saisonen mit Union sprechen nämlich durchaus für sich.

#21 STEFAN LAINER

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Verein: Borussia Mönchengladbach

Länderspiele: 29/1

Nein, Lainer wirkte zuletzt nicht ganz frisch - nach 45 von 46 möglichen Pflichtspielen für Gladbach in dieser intensiven Saison aber möglicherweise auch kein Wunder. Wichtig wäre, wenn die Verschnaufpause zuletzt ihre Wirkung zeigt. Denn in Normalform führt rechts hinten an Lainer kein Weg vorbei. Mit seiner Wilensstärke und seiner Kampfkraft ist es dem ÖFB-Turbo auch durchaus zuzutrauen, dass er sich ins Turnier reinkämpft und den gewohnten Dauerläufer gibt.

#26 MARCO FRIEDL

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Verein: SV Werder Bremen

Länderspiele: 3/0

Die etwas überraschende Nominierung in die Startelf gegen England deutet an, dass der Bremen-Legionär eine Rolle spielen könnte, wenn es darum geht, die linke Seite mit einem defensiver orientierten Spieler zuzumachen. Nachdem er ursprünglich als einer der klareren Reservisten im 26-köpfigen Aufgebot galt, könnte dies ein Weg zu Einsatzzeit sein. Auf seiner besten Position in der Abwehrzentrale muss er sich hinten anstellen. Stand jetzt, ist jeder einzelne Einsatz ein Gewinn für den 23-Jährigen. Kommt er zum Zug, wäre jener Mut, den er in England erst nach der Pause zeigte, von Beginn an wünschenswert.


#6 STEFAN ILSANKER

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Verein: Eintracht Frankfurt

Länderspiele: 51/0

Die Marke von 50 Länderspielen zu knacken, ohne je wirklich als Stammspieler wahrgenommen worden zu sein, ist durchaus faszinierend. Gleichzeitig sagt es auch einiges aus. Wenn gebraucht, ist "Ilse" sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung zur Stelle, und das gerne auch als Joker - eine Verlässlichkeit, die Trainer schätzen. Ruhm und Glanz gehören jedoch zumeist anderen. Mit 32 weiß man, was man vom Salzburger bekommt. Gustostückerl zeigen andere. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es auch bei der EURO Momente geben wird, in denen seine robuste Herangehensweise gefragt ist.

#8 DAVID ALABA

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Verein: FC Bayern München (nach der EM: Real Madrid)

Länderspiele: 81/14

Es ist auch international gesehen nicht gerade unüblich, dass man vom ranghöchsten Spieler der Mannschaft am meisten erwartet. David Alaba ist Österreichs erfolgreichster Fußballer aller Zeiten. Ein Transfer vom FC Bayern zu Real Madrid - von diesen Sphären können alle anderen rot-weiß-roten Kicker nur träumen. Zudem ist er im besten Fußballer-Alter. Man darf verlangen, dass der 28-Jährige bei diesem Turnier voran geht und im Idealfall die größer werdende Anzahl seiner ÖFB-Kritiker verstummen lässt. Die Mindestanforderung ist - auf welcher Position auch immer - Leadership. Wenn er seine zuletzt ausbleibenden Scorer-Qualitäten (nur je ein Tor und Assist in sämtlichen Pflichtspielen unter Franco Foda) wiederfindet, wäre es natürlich besonders hilfreich. Ein Star wie er braucht - zumindest - ein starkes Turnier in seiner Vita.

#9 MARCEL SABITZER

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Verein: RB Leipzig

Länderspiele: 50/8

Mit zwei Toren und fünf Assists hatte Sabitzer entscheidenden Anteil an der EM-Qualifikation. Jene Dominanz und Selbstverständlichkeit, mit welcher der Steirer 2019 im ÖFB-Trikot auftrumpfte, wäre auch bei der EURO wünschenswert. Zuzutrauen ist ihm das von der Qualität her allemal. Zudem genießt er von Foda das für ihn so wichtige Vertrauen. Ruft Sabitzer sein Potenzial ab, könnte dies auch bei etwaigen Transfer-Ambitionen hilfreich sein - und er könnte sich in Zukunft die für ihn schon eher lästige Frage ersparen, ob er eigentlich ein ÖFB-Führungsspieler ist.

#10 FLORIAN GRILLITSCH

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Verein: TSG Hoffenheim

Länderspiele: 23/1

Beim zentralen Mittelfeldspieler scheint vom Stammspieler auf einer der umkämpftesten ÖFB-Positionen bis zum Edelreservisten alles drinnen. Und genau das ist das Problem. Der 25-Jährige verfügt über Anlagen, die auf mehr hoffen lassen, als er dies bisher im ÖFB-Trikot zeigen konnte. Die EURO wäre eine hervorragende Gelegenheit, diese Handbremse zu lösen und endlich konstanter das vorhandene Potenzial abzurufen. Da auch bei Grillitsch auf Vereinsebene ein Tapetenwechsel alles andere als ausgeschlossen scheint, wäre dies zudem ein gutes Bewerbungsschreiben.

#14 JULIAN BAUMGARTLINGER

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Verein: Bayer Leverkusen

Länderspiele: 83/1

Je länger das Turnier dauert, desto größer ist die Hoffnung, dass der ÖFB-Kapitän auch auf dem Platz seinen gewohnten Beitrag leisten kann. In Normalform ist der Anspruch auf einen Platz in der Startelf logisch. Mangels allzu aussagekräftiger Spielpraxis ist die Beurteilung von Baumgartlingers Form jedoch schwierig. Dennoch: Dass der 33-Jährige nach seiner Kreuzband-Verletzung rechtzeitig fit wurde, kann von entscheidender Bedeutung sein. Das Wort des Salzburgers hat teamintern Gewicht - auch über den Mannschaftskreis hinaus in Richtung der Verantwortungsträger. Dies sollte man nicht unterschätzen. Derzeit lebt er die Mission des mit positiver Grundeinstellung vorangehenden "Non-Playing-Captains". Wie sich seine Rolle auf dem Platz entwickelt, gehört zu den spannenderen Fragen vor der EM.

#17 LOUIS SCHAUB

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Verein: FC Luzern (ausgeliehen vom 1. FC Köln)

Länderspiele: 21/6

Foda bringt den amtierenden Schweizer Cupsieger gerne und in aller Regelmäßigkeit als Joker. Dass er als solcher etwas bewegen kann, hat Schaub inzwischen schon öfters beweisen. Für einen gelungenen Torabschluss, einen starken Pass oder eine gefährliche Standardsituation ist der Ex-Rapidler immer wieder gut. Genau dies kann man auch bei der EURO von ihm erhoffen. Auf der anderen Seite hat sich der 26-Jährige bislang schwer getan, sich in Richtung Mitglied der Startelf zu entwickeln. Ob ihm dies ausgerechnet bei der EURO gelingt? Wenn ja, hätte er wohl einige sehr gute Leistungen gebracht.

#18 ALESSANDRO SCHÖPF

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Verein: FC Schalke 04

Länderspiele: 26/5

Das einzige ÖFB-Kadermitglied, das weiß, wie es sich anfühlt, ein EM-Tor zu schießen. Im Prinzip ist es einfach: Schöpf in der Form der EURO 2016 beziehungsweise der Anfangsphase der Foda-Ära wäre einer der größeren Hoffnungsträger für diese EURO. Aufgrund vieler Pleiten, Pech und Pannen ist der Tiroler jedoch im Prinzip seit zweieinhalb Jahren kein Faktor im Nationalteam. Seit Anfang 2019 stehen gerade einmal vier Länderspiele zu Buche. Dies ist seine zweite EM, EM-Quali-Spiel hat er noch kein einziges bestritten. Auch die bittere Saison mit Schalke schürt keine Hoffnungen. Letztlich kann der 27-Jährige bei diesem Turnier also fast nur überraschen - und genau darin liegt sein Auftrag. Vor fünf Jahren war er der Shootingstar, diesmal gilt es, sich aus der Joker-Rolle heraus Einsatz für Einsatz zu erarbeiten.

#19 CHRISTOPH BAUMGARTNER

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Verein: TSG Hoffenheim

Länderspiele: 10/3

Der 21-Jährige möge seine erfrischende Unbekümmertheit nicht nur bewahren, sondern auch auf dem Platz zur Schau stellen. Zudem möge er jene Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, die ihn in seinen ersten Länderspielen ausgezeichnet hat, bei der EURO abrufen. Gelingt dies, könnte der Niederösterreicher einer der Unterschiedspieler aus österreichischer Sicht sein. Alle Anlagen, das kommende ÖFB-Jahrzehnt entscheidend mitzuprägen, hat er ohnehin. Schön, dass er bereits in der noch eher frühen Phase der Profi-Karriere Turniererfahrung sammeln darf.

#22 VALENTINO LAZARO

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Verein: Borussia Mönchengladbach (nach der EM zurück zu Inter Mailand)

Länderspiele: 31/3

Am Weg zur EM war Lazaro zurecht Stammspieler, seit der Corona-Zwangspause findet er im Nationalteam jedoch - zumeist verletzungsbedingt - kaum statt. Ganze drei Mal konnte er seither mitwirken, dabei aber keine Akzente setzen. Und genau selbige sind es, die man von einem Akteur seines Potenzials nicht nur verlangen kann, sondern muss. Drei Tore und ein Assist in 31 Länderspielen sind für einen Spieler, der gut genug für einen Vertrag bei Inter Mailand ist, keine Ausbeute zum Angeben. Einen EM-Song an den Start zu bringen, ist eh lieb, aber bei dieser EURO muss man von Lazaro verlangen, dass er auf dem Platz konstant zeigt, was er kann - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

#23 XAVER SCHLAGER

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Verein: VfL Wolfsburg

Länderspiele: 20/1

Schlager ist eines der Aushängeschilder jener nachrückenden Generation, welche die Kaderbreite auf ein neues Level gehoben hat. Der 23-Jährige bringt im zentralen Mittelfeld eine gute Mischung aus Kampfkraft und spielerischer Stärke mit. Seine Spielweise sollte auch bei einem Großereignis wie diesem gut zur Geltung kommen. Dies ist auch die Anforderung. Man stelle sich jetzt noch vor, was für ein Spieler Schlager sein könnte, wenn er im Torabschluss gefährlicher als bisher wäre - nur so als Wunsch...

#24 KONRAD LAIMER

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Verein: RB Leipzig

Länderspiele: 9/1

Als der Leipzig-Legionär nach dem Horror-Start in die EM-Quali sein Debüt feierte, lief es plötzlich. Von seinen fünf Assists (plus ein Tor) am Weg zu dieser EURO kann so mancher offensiv ausgerichtete Mitspieler nur träumen. Während seiner langen Verletzungspause sah das ÖFB-Spiel nicht nur ziemlich behäbig aus, sondern war es auch. Die Dynamik des Leipzig-Legionärs wird von dieser Mannschaft dringend benötigt. Wie sehr Laimer nach einer derart langen Zwangspause im Rhythmus sein kann, ist eine berechtigte Frage. Aber wenn der 24-Jährige den Rost abschütteln kann und halbwegs konstant in Normalform agiert, wäre dies bereits eine Hilfe.


#7 MARKO ARNAUTOVIC

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Verein: Shanghai Port

Länderspiele: 88/26

Die Erwartungshaltung? Wie immer: Tore, Tore, Tore. Assists, Assists, Assists. Dies erwartet der 32-Jährige selbst von sich. Und derart konstant über einen langen Zeitraum lieferte im ÖFB-Trikot in den vergangenen Jahren nun mal auch keiner so verlässlich wie Arnautovic. Wie sehr er fehlt, war dem ÖFB-Spiel in seiner Abwesenheit nach der Corona-Zwangspause anzusehen. Seit bald 13 Jahren bereichert der Goalgetter das Nationalteam. Es wäre ihm und diversen anderen Routiniers zu wünschen, wenn ihre Aufbauarbeit endlich einmal mit einem gelungenen Turnier belohnt wird.

#11 MICHAEL GREGORITSCH

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Verein: FC Augsburg

Länderspiele: 26/4

Was für eine Saison zum Vergessen! Dies macht die Erwartungshaltung jedoch auch relativ einfach, schließlich kann es kaum schlechter laufen. Der Steirer muss der Erste sein, der seine vergangenen Monate in Augsburg vergisst, sich seiner eigentlichen Stärken besinnt und - sofern die Gelegenheit da ist - sie bei der EURO auch zeigt. Bei Stürmern kann es bekanntlich schnell gehen, dass solch eine Gelegenheit kommt, und dann gilt es alle Kritiker, die seine Nominierung nicht verstehen wollten, Lügen zu strafen. Tore heilen bei Stürmern viele Wunden. In England hat der 27-Jährige zumindest schon mal angeklopft, bei der EM müsste so einer natürlich rein.

#20 KARIM ONISIWO

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Verein: Mainz 05

Länderspiele: 11/1

Der 29-Jährige hat ein gutes Frühjahr bei Mainz gespielt, im Nationalteam jedoch über all die Jahre noch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es gibt schlechtere Gelegenheiten, damit anzufangen als eine EURO. Da die Erwartungshaltung von außen an ihn tendenziell nicht allzu hoch ist, kann er ohnehin nur überraschen. Es gibt schlechtere Ausgangspositionen.

#25 SASA KALAJDZIC

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Verein: VfB Stuttgart

Länderspiele: 7/3

Nur nicht zu sehr unter Druck setzen lassen! Es droht gerade auf Nationalteam-Niveau eine kritische Phase, wenn es bei Shootingstars plötzlich nicht so läuft und man zu grübeln beginnt. Das Auftreten von Kalajdzic auf und abseits des Platzes ist von der nötigen Portion Leichtigkeit geprägt. Wünschenswert wäre, wenn es dem 23-Jährigen gelingt, selbige während des Turniers zu bewahren - und zwar egal in welcher Rolle. Auch ein funktionierender Zweier-Stürmer hinter Arnautovic wäre extrem wichtig.

TEAMCHEF FRANCO FODA:

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Ganz einfach, oder? Geilen Fußball spielen lassen und gleichzeitig für ein hervorragendes Mannschaftsklima sorgen. Dass der ÖFB-Teamchef mit dem Rücken zur Wand steht, ist Fakt. Man bräuchte sehr viel Fantasie für ein Szenario, in welchem der Deutsche nach einem etwaigen Aus in der Gruppenphase im Herbst noch ÖFB-Chefcoach ist. Andererseits ist seine Ausgangsposition in persönlicher Hinsicht alles andere als hoffnungslos. Wer so stark in der Kritik steht, kann fast nur mehr positiv überraschen. Wer einen so breit aufgestellten Kader zur Verfügung hat, darf selbstverständlich auf ein Weiterkommen hoffen. Und bei einem Turnier honoriert das Fußball-Volk das positive Ergebnis auch im Falle eines öden Ballgeschiebes möglicherweise eine Spur mehr als im Nationalteam-Alltag. Und wenn dann noch ein bisschen mehr Fußball fürs Auge geboten würde...


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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