Bachmann: Griechenland Vorbild für ÖFB-Team

Bachmann: Griechenland Vorbild für ÖFB-Team Foto: © GEPA
 

Die Europameisterschaft 2004 in Portugal hat besonderen Eindruck bei Daniel Bachmann hinterlassen. Österreichs Nummer eins, die wenige Tage nach dem damaligen Finale zehn Jahre alt wurde, ist neben der Heim-EM 2008 besonders im Kopf des Watford-Torhüters verankert.

Der Titel der Griechen war unerwartet, erinnert sich Bachmann bei einem Medientermin in Seefeld. Die Hellenen sollen dem ÖFB-Team als Inspiration dienen.

"Das ist für uns jetzt ein Vorbild: Wir sind sicher in machen Ländern das 'dark horse', man weiß nicht, wie weit wir kommen können, aber doch haben uns einige auf dem Radar, dass wir eventuell doch was Großes schaffen können. Das ist unser Ziel, einige überraschen zu können", sagt der England-Legionär.

"Sonst könnte ich zuhause bleiben"

Bachmann hat sich für die EM jedenfalls einige Ziele gesetzt, das erste soll gleich am Sonntag zum Auftakt gegen Nordmazedonien erfüllt werden.

"Österreich hat noch kein Spiel bei einer EURO gewonnen, der erste Schritt ist, das zu überwinden. Wir wollen am Sonntag das Spiel gewinnen und ein Statement setzen, den Leuten zeigen, dass wir hier sind und bereit für die große Bühne", zeigt sich der Torhüter kämpferisch, der darin aber nicht das Ende der Fahnenstange sieht.

"Danach müssen wir von Spiel zu Spiel schauen. Vorrangiges Ziel ist, die Gruppenphase zu überstehen. Wenn man dann zur richtigen Zeit in Form kommt, wer weiß, wie weit es gehen kann?"

Auch der ganz große Wurf kann dann möglich sein, sinniert der Niederösterreicher: "Es ist schonmal passiert – Mannschaften, die weniger Qualität als wir haben, sind Europameister geworden. Man kann als Spieler nichts ausschließen. Ich fahre hin und will natürlich die Europameisterschaft gewinnen, sonst könnte ich zuhause bleiben."

Mit diesem Gedanken sei Bachmann nicht alleine, wie er vermutet. "Ich bin mir sicher, dass die 25 anderen Jungs hier dasselbe sagen werden. Am Ende wollen wir Europameister werden, so wie jedes andere Team, das teilnimmt", zeigt sich Österreichs Nummer eins zurecht ambitioniert.

Sicherheit durch Status

Dass die Beförderung zum Stammtorhüter Österreichs bei der Europameisterschaft zusätzlichen Druck auslösen würde, kann Bachmann ausschließen. Im Gegenteil: Der Status als Nummer eins würde Sicherheit geben, verrät der zweifache Nationalspieler.

"Ich glaube nicht, dass der Druck jetzt größer ist, weil ich Nummer 1 bin – eher im Gegenteil, muss ich ehrlich sagen, weil man da jetzt eine Sicherheit hat zu dem Selbstvertrauen, das sich in den letzten Monaten aufgebaut hat", so der Watford-Goalie, der seinen Stammplatz im Verein erst während der vergangenen Saison übernommen hat.

Dass Tormann-Trainer Robert Almer 2016 das ÖFB-Tor gehütet hat und der 37-jährige Steirer dadruch Erfahrung an Bachmann weitergeben könnte, helfe zwar, die Vorbereitung bleibe aber weiterhin individuell.

"Ich habe da auch meine eigenen Methoden. Ich bin jetzt kein wirklich abergläubischer Typ, der immer das gleiche machen muss. Ich gehe einfach in jedes Spiel fokussiert rein. Mit den Drucksituationen, das habe ich schon vor ein paar Tagen gesagt: Das ist als Sportler das geilste, was es gibt."

"Gegen jeden das gleiche Prinzip"

Die Vorbereitung auf Nordmazedonien hat naturgemäß bereits begonnen. Für Daniel Bachmann ist die Herangehensweise an jeden Gegner aber dieselbe.

"Der Stürmer versucht den Ball ins Tor zu schießen und ich versuche ihn nicht reinzulassen. Das ist gegen jeden das gleiche Prinzip", so Bachmann. "Wir haben uns Videos angeschaut, wie sie pressen aber grundlegend ist mein Ziel, den Ball nicht ins Tor zu lassen. Da ist es im Prinzip egal, wer es ist."

Möglicherweise könnte der EM-Debütant Anleihe am Spiel der Slowakei nehmen, die dem ÖFB-Team offensiv die Zähne gezogen hat.

"Es kann natürlich sein, dass es so sein wird wie am Sonntag gegen die Slowakei, dass sie sehr kompakt hinten stehen. Bei Abstößen von uns gibt es für sie Möglichkeiten, uns zuzustellen. Wir sind auf alles vorbereitet und werden sicher gute Lösungen finden", zeigt sich Bachmann zuversichtlich.

In Bachmanns beiden Länderspielen war auffällig, dass Abschläge oft nicht bei den Mitspielern ankamen. Für den England-Legionär hat dies aber andere Gründe als mangelnde Präzision.

"Ich bin ein Tormann: Wenn ich mir nicht sicher bin, dass es zum Spielen geht, dann weg mit dem Ball. Wenn der Ball weit weg vom Tor ist, kann er nicht ins Tor gehen. Da bin ich mir nicht zu schade, den Ball wegzuschießen, auch wenn es von außen vielleicht nicht so gut ausschaut", erklärt der 26-Jährige.

"Wir haben öfters gegen England ganz gut von hinten herausgespielt, auch gegen die Slowakei sehr oft hinten rausgespielt, mit Abstößen oder ein, zwei Kontakten."

Freier Tag für Eltern und Großeltern

Für Bachmann war der freie Tag, den das ÖFB-Team nach dem Testspiel gegen die Slowakei hatte, eine Wohltat: "Es war ganz gut, weil ich ein bisschen abschalten konnte, einen Tag mal nicht an Fußball denken. Ich habe meine Eltern und Großeltern in den letzten zwei Jahren aufgrund der Pandemie nicht oft gesehen. Da war es schön, ein bisschen Zeit mit ihnen zu verbringen, ein bisschen abzuschalten, um mit voller Energie zum Team zu reisen."

Seine englische Frau und Kinder leben indes auf der Insel. Mit ihnen versucht Bachmann so oft wie möglich in Kontakt zu treten: "Mit Facetime so oft es geht, sicher 5, 6 Mal am Tag. Das ist das Einzige, was ich im Moment machen kann."

Die eigene Familie gehe jedenfalls ab. Dadurch dienen die kommenden Aufgaben dienen auch als willkommene Abwechslung.

"Wenn die Spiele beginnen, geht eh alles Schlag auf Schlag, da hat man nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Klar vermisst man die Familie. Das geht jedem einzelnen so, das wäre komisch, wenn es nicht so wäre. Aber die Vorfreude und natürlich der Stolz, bei so einem Ereignis dabei zu sein, überwiegen", sagt Bachmann.

Spielplan der Gruppe C>>>

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..