Heraf nach Cup-Derby: "Vorwärts steigt nicht ab"

Heraf nach Cup-Derby: Foto: © GEPA
 

Ein letztlich souveräner 3:1-Sieg gegen Vorwärts Steyr (Spielbericht >>), bei dem die SV Ried über weite Strecken alles im Griff hat, bringt für Ried-Trainer Andreas Heraf einen angenehmen Abend.

Heraf erklärt nach dem OÖ-Derby im "ORF"-Interview, dass sein Puls im Vergleich zu den letzten Spielen in der Meisterschaft deutlich niedriger gewesen sei. Neben Lob für seine "abgeklärte" Mannschaft hat der 54-Jährige auch lobende Worte für den Cup-Gegner aus Steyr übrig:

"Sie haben das Spiel heute gut gemacht und ich bin überzeugt, dass Vorwärts Steyr nicht absteigen wird. Auch wenn es momentan nicht so gut aussieht, aber sie trauen sich Fußball zu spielen. Ich habe schon zuvor gesagt: Hier hat sich seit dem Trainerwechsel wirklich etwas getan. Ich glaube, sie werden sich mit anständigen Leistungen da unten herausmanövrieren."

Lob, das Vorwärts-Coach Daniel Madlener zwar keinen Punktezuwachs bringt, aber zumindest Balsam auf der geschundenen Seele sein dürfte. Immerhin wartet der Trainer seit seinem Amtsantritt vor einigen Wochen weiter auf den ersten Pflichtspielsieg mit seiner Truppe.

Dem Spiel gegen den Bundesliga-Dritten kann Madlener aber trotz der nächsten Pleite Positives abgewinnen: "Ich denke, man hat einige Sachen gesehen, die die Mannschaft schon gut umsetzt. Vor allem die Schlussphase, in der wir wirklich dominant waren und einige Chancen herausgespielt haben, sollte uns Auftrieb geben. Leider hapert es noch beim Verwerten."

"Haben Lehrgeld bezahlt"

Aber nicht nur das Verwerten der sich bietenden Chancen war der Grund für die Niederlage im Lokalderby. Auch sehr billige Gegentore trugen zum Cup-Aus bei.

"Ich denke, es war ein klassisches Missverständnis. Einige Spieler sind im Abseits und der Spieler, den wir vergessen, kommt aus dem Mittelfeld. Das ist dann einfach schade", spricht Madlener etwa das unzureichende Defensiv-Verhalten vor dem 0:2 an, als ein langer Abschlag von Ried-Keeper Haas die komplette Defensive aushebelte.

Mittelfeld-Routinier Christoph Freitag sieht die Probleme ebenfalls in der Bewegung gegen den Ball. "Man hat gesehen, worauf Ried aus war. Sie haben sich auf nichts eingelassen und sofort den Weg hinter unsere Abwehr gesucht, damit hatten wir Probleme. Wir haben vorne den Druck nie richtig auf den Ballführenden bekommen und dann war es viel zu einfach für Ried, zu Chancen zu kommen", erklärt Freitag und fügt an: "Heute haben wir wieder Lehrgeld bezahlt."

Kein Wunsch-Gegner für Ried

Lehrgeld, dass die siegreiche SV Ried schon länger nicht mehr zahlt. Zu souverän und abgeklärt präsentiert sich die Truppe von Heraf in den letzten Wochen und Monaten. Auch Rückschläge werfen die Innviertler nicht aus der Bahn, so beispielsweise erst kürzlich beim 3:3 gegen den WAC in der Bundesliga gesehen, als sie nach 0:3-Rückstand ungeahnte Comeback-Qualitäten zeigten.

Diese Qualitäten sind wohl zu einem großen Teil auf die akribische Arbeitsweise von Heraf zurückzuführen, der auch nach dem letztlich unbedeutenden Gegentreffer gegen Steyr zugibt: "Das ärgert mich, klar. Ich hätte gerne wieder einmal zu Null gespielt."

Die Chance dazu gibt es zunächst am kommenden Samstag in der Liga gegen WSG Tirol und dann Ende Oktober in der 3. Runde des ÖFB-Cups. Ob sich Heraf einen besonderen Gegner wünscht? "Nein, ich möchte so weit kommen wie möglich. Da würde es mich natürlich freuen, wenn wir einen Gegner bekommen, den wir auch ausschalten können", unterstreicht der Erfolgstrainer die gestiegenen Ansprüche im Innviertel.

Deutlich niedriger sind diese in Steyr. Fünf Pflichtspiel-Niederlagen am Stück sprechen eine deutliche Sprache. Und am Freitag wartet in der Liga mit Kapfenberg ein Gegner, der mit dem Cup-Sieg gegen die Wiener Austria ordentlich Selbstvertrauen tanken konnte. Aber vielleicht gelingt es Vorwärts genau dort, den Bock umzustoßen. Zeit wird es, denn nur auf die Nicht-Abstiegsprognose von Heraf sollte man sich in Steyr nicht verlassen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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