Ich habe ihm gesagt, sollte er reinkommen und nicht das Siegtor schießen, hat er Probleme mit mir. Also der hört wirklich auf mich.
Die Halbzeit-Pause wurde für einige Feinjustierungen genutzt, danach wurde der blau-weiße Gegner noch tiefer in die eigene Hälfte gedrückt. Der Ausgleich war die logische Folge.
"In der zweiten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft und haben auch die Tore geschossen", so Kühbauer. Nach dem 2:2 sei es auch darum gegangen, "wer mehr bringen kann. Ich glaube, dass wir qualitativ einfach die bessere Mannschaft haben."
Bringen konnte Kühbauer unter anderem einen im Herbst sensationell aufgelegten Moses Usor. Der Nigerianer verpasste Teile der Wintervorbereitung aufgrund einer Knieverletzung und musste im Derby deshalb zunächst mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen.
Rund 15 Minuten vor Schluss brachte Kühbauer schließlich seinen Edeljoker. "Ich habe ihm gesagt, sollte er reinkommen und nicht das Siegtor schießen, hat er Probleme mit mir. Also der hört wirklich auf mich", grinst der Burgenländer, nachdem Usor seine Mannschaft tatsächlich kurz vor Ende der regulären Spielzeit zum Sieg schoss.
Einem schwierigen Spielverlauf getrotzt
"Von der Dramaturgie" sei ein solcher Sieg nach einem derart ungünstigen Spielverlauf "natürlich unglaublich", weiß Kühbauer. Trotzdem hätte er sich lieber einen angenehmeren Weg ins Halbfinale gewünscht.
"Es wird keinen Trainer geben, der sagt, es ist gut für den Schädel, dass du 0:2 hinten bist. Das brauche ich fix nicht", erklärt Kühbauer in typischer Manier.
Auch Sasa Kalajdzic hätte "zur Halbzeit lieber schon 3:0 geführt, aber manchmal ist der Fußball halt so. Wichtig war, dass die Mannschaft Charakter gezeigt hat."
Der Stürmer betont mit Blick aufs Frühjahr: "Das war jetzt wichtig, auch vom Spielverlauf, dass wir gewonnen haben."
"Sind die Mannschaft, die jetzt jeder schlagen will"
Damit bleiben nämlich auch die Double-Chancen des LASK aufrecht. In Linz versucht man am Freitag zwar betont bescheiden zu bleiben; nicht nur einmal fällt die Phrase, man müsse von Spiel zu Spiel schauen.
Freilich wissen aber natürlich alle schwarz-weißen Akteure, dass 2026 ein ganz großes Jahr für den LASK werden könnte. "Alles ist möglich im Fußball. Wir haben jetzt einen guten Lauf, bleiben aber trotzdem demütig. Dann sehen wir, was passiert", so Linksaußen George Bello.
Und Kalajdzic findet: "Wir sind die Mannschaft, die jetzt gefühlt jeder schlagen will. Das ist anders, als wenn du immer als Underdog kommst."
Entscheidender Nachsatz: "Wir wissen, mit welchem Rückenwind wir kommen. Aber das müssen wir auch bestätigen."