Ich habe einfach Spaß am Kicken. Wenn ich Spaß habe, sieht man, was möglich ist.
Es sollte nicht der einzige Glanzmoment Kalajdzics an diesem Abend bleiben. Auch beim 2:2 des LASK durch George Bello hatte der Zwei-Meter-Mann zu einem wichtigen Moment seine Beine im Spiel, kurz darauf leitete er eine Adeniran-Topchance wunderbar per Ferse ein und beim 3:2-Siegtor von Moses Usor trat er mit einem sensationellen Außenrist-Steilpass als Assistgeber in Erscheinung.
Kurzum: Man merkt, Kalajdzic hat nach seiner langen Verletzungspause aufgrund des bereits dritten Kreuzbandrisses seiner Karriere wieder richtig Lust auf Fußball.
"Ich habe einfach Spaß am Kicken. Wenn ich Spaß habe, sieht man, was möglich ist", strahlt der Mann des Spiels.
Große Schritte über den Winter
Das liegt vor allem daran, "dass ich mich einfach wohler fühle. Viele Leute sagen mir, dass man mir das auch ansieht", so der Leihspieler der Wolverhampton Wanderers, der im Herbst nicht immer den leichtesten Stand beim LASK hatte.
Auch nicht unter Dietmar Kühbauer, der nach dem Spiel meint: "Sasa hat jetzt verstanden, dass ein guter Fußballer zu sein wunderbar ist, aber du auch eine Physis dazu brauchst. Er hat in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet, hat sich Woche für Woche gesteigert."
Kalajdzic selbst verrät: "Diese Vorbereitung hat mir sehr gut getan." Das erste halbe Jahr beim LASK habe er vor allem dazu genutzt, wieder Vertrauen in seinen Körper zu finden. Im Derby konnte er erstmals wieder 90 Minuten durchspielen.
Neue Rolle! "Hat eine unglaubliche Übersicht"
Über die Wintervorbereitung hat sich der frühere Sechser, der sich aber freilich als Stürmer einen Namen gemacht hat, auch in einer etwas neuen, tieferstehenden Rolle gefunden.
"Samuel (Adeniran, Anm.) und Moses (Usor, Anm.) verfügen über einen unglaublichen Speed. Ich kann die Zwischenstation sein, die Bälle festmachen und sie klatschen lassen, oder die Bälle auch mal verteilen, so dass die schnellen Spieler die Tiefe belaufen", erläutert Kalajdzic.
Kühbauer hat diese Stärke längst erkannt: "Er kann mit seinen zwei Metern unglaublich gut Fußball spielen, hat eine unglaubliche Übersicht für andere Spieler."
WM-Traum lebt: "Brauche keinem etwas beweisen"
Ein solches Spielerprofil würde natürlich auch dem ÖFB-Team gut tun. Ob bei Kalajdzic der Traum von der WM-Teilnahme nach wie vor lebt?
"Immer!", erklärt der 19-fache Teamspieler selbstbewusst. "Ich bin in Linz, andere Ligen sind vielleicht attraktiver, aber für mich ist primär wichtig, einfach gesund zu sein, Woche für Woche zu spielen."
Dann werde er auch wieder auf Ralf Rangnicks Radar auftauchen, ist sich der Wiener sicher: "Ich brauche keinem etwas beweisen. Jeder weiß, was ich kann. Für mich geht es nur darum, gesund zu bleiben und Spaß zu haben. Der Rest kommt dann eh von selbst."
Darüber, dass ein Kalajdzic in der Form von Freitag zwingend ein Thema für das ÖFB-Team sein muss, ist man sich in Fußball-Österreich wohl einig.
Kühbauer bringt es auf den Punkt: "Sasa muss in erster Linie fit bleiben. Darüber, dass er die Qualität dafür hat, brauchen wir nicht reden."