Spitzenreiter in Europas Top-Ligen überraschen

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Der Fußball in Europas Top-Ligen rollt auch in Zeiten von Corona-Lockdowns – noch – unaufhörlich. Eine englische Woche jagt die nächste, die Teams kommen kaum zum Verschnaufen.

Neben dem Liga-Alltag warten die internationalen Bewerbe, auch die Cup-Duelle wollen erfolgreich absolviert werden und für die Nationalspieler geht es bei den Länderauswahlen voll zur Sache. Die Intensität ist immens und Rotation angesagt wie nie zuvor.

Doch wie gehen die Top-Klubs mit der außergewöhnlichen Belastung um? Schwächeln die Favoriten oder sind auch in besonderen Zeiten die üblichen Verdächtigen ganz vorne zu finden?

LAOLA1 wirft einen Blick über die Grenzen und analysiert die Situation in Europas-Top-Ligen.

Deutschland:

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Sieben Runden sind in der Bundesliga absolviert. Überraschung? Fehlanzeige. Die Tabellenführung haben wie gewohnt die Bayern inne, die bisher sechs volle Erfolge feiern konnten, in Runde zwei allerdings schon eine herbe 1:4-Niederlage gegen Hoffenheim einstecken mussten.

Unter dem mittlerweile nicht mehr so neuen Trainer Hansi Flick, präsentieren sich die Münchner, mit dem als Innenverteidiger gesetzten David Alaba, trotz der hohen Belastung extrem spielfreudig und vor allem in der Offensive bärenstark. Goalgetter Robert Lewandowski trifft wie am Fließband, aber auch die restlichen Akteure im Angriffsverbund konnten ihre gute Form aus der Triple-Saison konservieren.

Hinter den Bayern lauern RB Leipzig (Kapitän Sabitzer, Laimer noch verletzt) und Borussia Dortmund mit zwei bzw. drei Punkten Rückstand, Leverkusen (Baumgartlinger, Dragovic) ist als Vierter ebenfalls voll dabei. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass diese Teams auch international Woche für Woche gefordert sind. Ein Schwächeln der Top-Klubs ist in Deutschland also nicht auszumachen, denn auch Borussia Mönchengladbach (Lainer, Wolf, Lazaro) zeigt sich trotz Doppelbelastung im Vorderfeld der Tabelle.

Wolfsburg mit Trainer Oliver Glasner (Pervan, Schlager) ist neben Leverkusen die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Liga, musste allerdings schon fünf Mal die Punkte teilen.

Große Enttäuschung bleibt weiter der FC Schalke 04 (Schöpf, Langer). Der Klub aus dem Ruhrpott muss saisonübergreifend schon 23 Liga-Spiele auf einen Sieg warten und liegt gemeinsam mit Mainz 05 (Onisiwo, Stöger, Mwene) auf einem direkten Abstiegsrang.

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Italien:

Anders gestaltet sich die Lage in der Serie A. Nach dem Abgang von Maurizio Sarri schwingt bei Serienmeister Juventus Turin mit Ex-Spieler Andrea Pirlo ein klingender Name das Trainerzepter. Richtig in Schwung konnte er das Team um Cristiano Ronaldo allerdings noch nicht bringen und so befindet sich Juve nach den dominanten letzten Jahren nur auf dem ungewohnten fünften Platz.

Ganz oben steht ein Team, das in der jüngeren Vergangenheit mit Problemen zu kämpfen hatte, vom Namen her aber zur creme de la creme des europäischen Klubfußballs gehört. Der AC Mailand befindet sich dank des zigsten Frühlings, des mittlerweile 39-jährigen Zlatan Ibrahimovic an der Tabellenspitze. Nach sieben absolvierten Runden hält die Mannschaft von Trainer Stefano Pioli bei 17 Zählern, vergab eine komfortablere Führung aber mit einem unglücklichen 2:2-Remis gegen Hellas Verona am letzten Spieltag.

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Mit Napoli und der AS Rom sind zu erwartende Teams auf den Rängen drei und vier. Überraschend ist da Platz zwei von Sassuolo. Die noch ungeschlagene Mannschaft hat schon 15 Zähler am Konto, allerdings die Spiele gegen die vermeintlichen Top-Teams noch vor der Brust.

Auch die weiteren internationalen Vertreter Atalanta, Inter Mailand und Lazio Rom halten den Abstand auf Spitzenreiter Milan in Grenzen. Ein Alleingang einer Mannschaft zeichnet sich in der Serie A dieses Jahr nicht ab, eine spannende Saison steht bevor.

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Spanien:

Die Tabellenkonstellation in Spanien ist etwas schwieriger zu beurteilen als in Deutschland und Italien. Zwar sind in La Liga eigentlich schon neun Runden gespielt, wegen einigen Verlegungen gibt es aber Mannschaften, die erst sieben Spiele absolviert haben.

Aktueller Tabellenführer ist überraschenderweise Real Sociedad mit 20 Punkten aus neun Spielen. Besonders positiv sticht dabei das Torverhältnis hervor, die Basken haben erst vier Gegentore erhalten und verfügen mit schon 20 erzielten Toren über die treffsicherste Offensivabteilung der Liga. Auch mit Villarreal auf Position zwei war nach einer verkorksten Vorsaison nicht zu rechnen, in Spanien scheint die Doppelbelastung die Spitzenteams zumindest etwas zu bremsen.

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Ausnahme ist mit Atletico Madrid das einzige noch ungeschlagene Team in La Liga. Der Hauptstadtklub liegt derzeit auf Rang drei, hat allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen und führt die Tabelle nach Verlustpunkten an. Dahinter rangiert mit Real der amtierende Meister, der gerade eine bittere 1:4-Niederlage gegen Valencia einstecken musste.

Sorgen bereiten momentan der FC Barcelona und Sevilla. Beide Teams haben zwar ebenfalls erst sieben Spiele absolviert, elf bzw. zehn geholte Punkte sind für die erfolgsverwöhnten Vereine aber deutlich zu wenig.

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England:

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Auch in England haben noch nicht alle Top-Teams in die Spur gefunden. Überraschungs-Spitzenreiter nach acht Runden und 18 Punkten ist Leicester City mit Ex-ÖFB-Kapitän Christian Fuchs, der als Rotationsspieler regelmäßig zu Einsatzminuten kommt. Dahinter lauern Tottenham und der amtierende Champion Liverpool.

Die beiden haben zwar schon einige Punkte abgegeben, befinden sich aber gemeinsam mit dem Fünften Chelsea auf Tuchfühlung zu den Foxes aus Leicester. Auf Rang vier sprengt eine weitere Überraschungsmannschaft mit Österreich-Beteiligung die Dominanz der Spitzenklubs. Southampton mit Trainer Ralph Hasenhüttl präsentiert sich stark und konnte kurz vor der Länderspielpause sogar erstmals in der Klub-Historie die Tabellenführung bejubeln.

Bärenstark auch Aston Villa, das erst sieben Spiele ausgetragen hat und mit drei Punkten weniger als Leicester sogar noch die Tabellenführung erobern könnte, und Everton auf den Plätzen sechs und sieben.

Ungewohnte Startschwierigkeiten hat Pep Guardiola mit Manchester City, nur zehn erzielte Tore aus sieben Spielen entsprechen nicht den hohen Erwartungen des Taktik-Fanatikers. Sein Team befindet sich derzeit auf Rang zehn, sollte das verbleibende Nachholspiel gewonnen werden, kann man aber zumindest Kontakt nach oben halten. Diesen Kontakt haben Arsenal und Manchester United schon etwas verloren, die Traditionsklubs liegen momentan nur auf den Plätzen elf und vierzehn.

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Frankreich:

Nach Stotterstart infolge einiger Corona-Infektionen befindet sich Serienmeister PSG wieder voll auf Meisterkurs in der Ligue 1 und hat nach zehn Runden schon fünf Punkte Vorsprung auf den Zweiten aus Lille. Auch die restlichen internationalen Starter befinden sich mit Rennes auf Rang drei, Marseille auf vier (ein Spiel weniger und Chance auf Platz zwei) und Lyon als Fünftem ebenfalls im Vorderfeld.

Besonders knapp geht es im Mittelfeld zu, zwischen Rang fünf und elf liegen nur drei Punkte. Der Titel wird wieder nur über Paris führen, um die restlichen internationalen Startplätze zeichnet sich allerdings ein spannender Kampf ab, in den große Teile der Liga verwickelt sein könnten.

Davon kann ÖFB-Legionär Adrian Grbic mit seinem Team Lorient nur träumen. Das Team aus der Bretagne liegt mit Rang 17 nur ganz knapp vor den Abstiegsrängen.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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