Struber erklärt Royer-Aus bei New York Red Bulls

Struber erklärt Royer-Aus bei New York Red Bulls Foto: © GEPA
 

Nach fünfeinhalb Jahren mit 156 Einsätzen für die New York Red Bulls endet die Zeit von Daniel Royer beim MLS-Spitzenklub.

Wie die Red Bulls am Mittwoch bekanntgaben, zieht das in der ersten Playoffrunde ausgeschiedene Team die Option auf Vertragsverlängerung nicht, der Steirer kann sich einen neuen Klub suchen.

Der Verein habe sich die Entscheidung, sich von Royer zu trennen, nicht leicht gemacht, versichert Red-Bulls-Trainer Gerhard Struber gegenüber LAOLA1.

"Der Klub hat entschieden, dass wir - wie es in der Red-Bull-Welt ein Stück weit Usus ist - diesen jungen Weg gehen. Der Klub hat die Entscheidung getroffen, den jungen Spielern eine Chance zu geben", so der Salzburger.

Royer als "Oldie" im Team

Royer ist mit seinen 31 Jahren der älteste Spieler im Kader gewesen, Ersatztormann Ryan Meara ist ebenfalls 31 Jahre alt, aber ein paar Monate jünger als der ehemalige ÖFB-Nationalspieler. In der vergangenen Saison plagten Royer Verletzungssorgen, auch der Spielstil der New Yorker passt nicht mehr ideal zum Steirer.

"Das hat mit dem generellen Profil zu tun, wie dynamisch wir Bälle gewinnen, wie dynamisch wir versuchen im Umschalten zu sein", sagt Struber. Der Salzburger hat in den vergangenen Monaten stets betont, wie wichtig Royer für ihn und den Verein sei, dennoch trage der ehemalige WAC-Trainer die Entscheidung mit, auch wenn sie ihn persönlich schmerzt.

"Ich trage das auch mit, das ist klar. Das ist eine Entscheidung, die der Klub und ich gemeinsam so getroffen haben. Die ist uns nicht leicht gefallen, weil mir Danny ans Herz gewachsen ist, speziell in diesem Jahr", erzählt Struber.

"Er ist nicht nur ein normaler Fußballspieler, sondern viel mehr"

Der 44-Jährige betont explizit die Bedeutung des Schladmingers für die Red Bulls. "Danny war ein Spieler, der diesem Verein mit unglaublicher Liebe begegnet ist, der diesen Verein und gleichzeitig die Fans im Herzen trägt. Das ist ein emotionales Gebilde, wo man nicht sagen kann, da verabschiedet sich halt einmal Spieler. Das ist schon mehr, weil Daniel Royer und der Verein sehr eng miteinander verbunden sind und sehr viele Erfolge gefeiert haben".

2018 gewann Royer mit den Red Bulls den Supporters' Shield für das beste Team der Regular Season. Im selben Jahr erreichte das Team aus Harrison, New Jersey das Halbfinale der CONCACAF Champions League. Mit den Red Bulls zog der Steirer jede Saison in die MLS-Cup-Playoffs ein. 2019 wurde der Ex-Austrianer teamintern zum MVP gekürt.

Doch Struber schwärmt vor allem für den Menschen Daniel Royer. "Danny war für mich eine unglaublich wichtige Stütze, auch in Zeiten, in denen es bei uns nicht so rund gelaufen ist", erklärt der Kuchler. Royer sei ein wichtiger "Opinion Leader" gewesen, der die Stimmung in der Mannschaft hoch gehalten habe.

"Ich bin ihm sehr dankbar, dass er Weitblick hatte, auch über den Tellerrand hinaus. Das zeichnet ihn einfach aus, dass er nicht nur ein normaler Fußballspieler ist, sondern viel mehr", erklärt Struber, der im 31-Jährigen einen potenziellen Trainer sieht.

"Er trägt Leadership-Kompetenz in sich, die auch darauf schließen lässt, dass er nach seiner Spielerkarriere vielleicht ins Coaching geht", mutmaßt Struber.

"Ich kann mich einfach nur massiv für die Zusammenarbeit, für den Schulterschluss bedanken, den wir in dem Jahr gehabt haben. Ich wünsche ihm natürlich das Allerbeste."

"Wären schon blöd, wenn wir Option nicht ziehen würden"

Die Zusammenarbeit zwischen Struber und Salzburg-Leihgabe Carlos Coronel geht hingegen weiter. Der Brasilianer, der in der Vorsaison nur 34 Gegentore in 35 Spielen einstecken musste, 13 Mal gar ohne Gegentreffer blieb, wird nicht in die Mozartstadt zurückkehren.

Die Red Bulls gaben am Mittwoch offiziell bekannt, dass sie eine im Leihvertrag verankerte Kaufoption ziehen würden, was Struber schon Mitte Oktober im LAOLA1-Interview ankündigte.

"Carlos hat sich in diesem Jahr fantastisch entwickelt, hat der Mannschaft zu richtig guten Resultaten verholfen und in schwierigen Phasen Stabilität gegeben", sagt Struber, der im Zusammenhang mit Coronel von einem der interessantesten Torhüter der MLS spricht.

"Deswegen war es für uns ganz klar und der logische Schritt, die Option zu ziehen. Er ist für uns ein echtes Asset. Wir wären schon blöd, wenn wir diese Option, die wir damals ausverhandelt haben, nicht ziehen würden."

"Marktüblicher Betrag" für Coronel

Zu Wechselmodalitäten möchte der Red-Bulls-Trainer nichts sagen, zwischen den Parteien sei Stillschweigen vereinbart worden, nur so viel verrät Struber: "Es ist eine faire Geschichte zwischen den Vereinen und ein marktüblicher Betrag."

Coronel kam 2015 von Red Bull Brasil in die Mozartstadt. Für den FC Liefering absolvierte der heute 24-Jährige 67 Spiele, für die Kampfmannschaft von Red Bull Salzburg konnte der Brasilianer nur 11 Einsätze verzeichnen.

2019 verlieh Salzburg Coronel schon einmal in die MLS: In der ersten Jahreshälfte absolvierte der Goalie vier Spiele für Philadelphia Union, das Team, das die Red Bulls in diesem Jahr aus den Playoffs warf.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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