Dortmund nach Finalsieg: "Gönnt uns diesen Abend"

Dortmund nach Finalsieg: Foto: © getty
 

Borussia Dortmund krönte sich in einem denkwürdigen Endspiel gegen RB Leipzig zum insgesamt fünften Mal in der Vereinshistorie zum DFB-Pokal-Sieger.

Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic spielte sich in der ersten Hälfte in einen wahren Rausch, führte zur Pause bereits 3:0. Zwar kam nach Wiederanpfiff das große Zittern auf, als Leipzig erst den Anschlusstreffer erzielte und dann noch hundertprozentige Chancen liegen ließ, doch letztendlich setzten sich die Borussen klar und verdient durch.

Entsprechend glücklich zeigte man sich im BVB-Lager nach dem Triumph: "Auf dem Podest zu stehen, ist unglaublich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, sehr viele Emotionen, ganz viel stolz", sagte Trainer Edin Terzic.

"Wir kriegen ständig auf die Fresse"

Jener Edin Terzic, der Schwarz-Gelb in den vergangenen Monaten ein neues Gesicht verpasste, sie defensiv stabiliserte, ohne aber an Offensivkraft einzubüßen. Der 38-Jährige ist seit 2010 im Mitarbeiterstab bei Dortmund.

"Ich war hier nahezu in jeder Kurve dieses Stadions, um Pokalfinals zu sehen", sagte der BVB-Trainer und führt fort: "Wir sind in den vergangenen Wochen und Monaten einen extrem guten Weg gegangen. Das war im Februar so nicht abzusehen, dass es mal so aussehen kann, dass wir als Pokalsieger noch sechs Punkte erreichen und uns für die Champions League qualifizieren können."

Tatsächlich rechneten wohl die wenigsten damit, dass sich der nun fünffache Pokal-Sieger derart in die Saison zurückkämpfen würde, im Kampf um das Champions-League-Ticket alle Karten in der eigenen Hand hält.

"Das macht uns einfach stolz, dass wir das als Mannschaft geschafft haben. Wenn man sieht, wie die Jungs sich freuen – auch die, die nicht im Kader waren – das macht uns einfach stolz", so der emotionale Deutsche mit kroatischen Wurzeln.

Daher sagt Terzic auch: "Wir als Team, als Trainerteam, alle Mitarbeiter, die dazu beigetragen haben, dass wir wieder in die Spur kommen - wir haben uns das alle verdient, diesen Abend zu genießen. Ich bitte euch. Es ist ein Tagesgeschäft, wir kriegen ständig auf die Fresse, wenn es nicht läuft. Gönnt uns diesen Abend."

Piszczek emotional: Titel zum Karriereende

Einer, der direkt nach Schlusspfiff in Tränen ausbrach, war Lukas Piszczek. Der 35-jährige Pole beendet nach der Spielzeit seine Profi-Karriere, heimste aber zuvor noch seinen insgesamt achten Titel mit dem BVB ein.

Eine höchst emotionale Geschichte für den Verteidiger: "Ich konnte mir das vor der Saison nicht so gut vorstellen, aber ich habe immer gesagt, dass ich meinen Vertrag verlängert habe, um ihn bestenfalls mit einem Pokal oder einer Meisterschaft zu beenden. Jetzt haben wir das geschafft, ich freue mich sehr und bin sehr stolz auf die Mannschaft."

Die Emotionen seien nach dem Spielende aus ihm herausgebrochen. "Ich bin einfach froh, dass wir gewonnen und den Pokal geholt haben. Das waren Emotionen pur. Ich bin zusammengebrochen, weil ich wusste, dass meine Karriere langsam zu Ende geht und das war ein Höhepunkt, den ich mir in den besten Träumen nicht hätte vorstellen können."

Letztendlich gilt sein Dank dem gesamten Verein: "Ich habe mich einfach gefreut und danke an die Mannschaft, dass sie das so geleistet haben. Alle Pokalsiege und Meisterschaften waren schön. Das jetzt werde ich aber für mein ganzes Leben mitnehmen."

Watzke: "Mannschaft war im Dezember halb tot"

Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke freute sich naturgemäß über den Pokal-Sieg, stellte sich doch die Anstellung von Edin Terzic zum vorübergehenden Cheftrainer der Borussen als goldrichtig heraus.

"Edin Terzic hat diese Mannschaft übernommen im Dezember, die war halb tot und er hat sie wirklich zum Leben erweckt. Das war wirklich toll", erläuterte Watzke, kommt dabei aber auch auf Neo-Trainer Marco Rose zu sprechen: " Wir sind von Rose total überzeugt, mit Edin war das alles abgesprochen, da gibt es überhaupt keine Probleme."

Terzic habe vor ein paar Wochen den Vertrag bei der Borussia langfristig verlängert in Kenntnis davon, wie es weitergeht. "Er ist Dortmunder Junge, das merkt man in jedem Interview. Der lebt diesen Verein, spürt den Verein, atmet den Verein."

Wenn der 38-Jährige aber etwas anderes machen wolle, dann müsse man mit ihm reden, stellt Watzke klar. "Aber bei aller Liebe, das machen wir jetzt nicht."

Immerhin steht bereits am Sonntag ein wichtiges Spiel beim FSV Mainz 05 an, bevor es am letzten Spieltag gegen Bayer Leverkusen geht. Spätestens dort wird sich entscheiden, ob die Borussia nach der Saison schlussendlich doch noch zufrieden bilanzieren darf, oder mit der Nicht-Teilnahme an der UEFA Champions League ein Makel stehen bleibt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..