Flick über Bayern-Zeit: Unvergessliche zwei Jahre

Flick über Bayern-Zeit: Unvergessliche zwei Jahre Foto: © getty
 

Dass Hansi Flick in der kommenden Saison nicht als Bayern-Trainer an der Seitenlinie stehen würde, war schon seit längerem klar. Nach einem 3:2-Sieg gegen den VfL Wolfsburg Mitte April verkündete der 56-Jährige unilateral, den deutschen Rekordmeister im Sommer verlassen zu wollen.

Dieses Vorpreschen zwang die Bayern-Bosse zum Handeln, heute Dienstag wurde Leipzig-Coach Julian Nagelsmann als neuer Cheftrainer für die kommende Spielzeit verkündet (Alle Infos >>>). Gleichzeitig gaben die Münchner bekannt, dass der ursprünglich bis 2023 laufende Vertrag mit Flick mit Saisonende aufgelöst wird.

"Für mich werden die vergangenen zwei Jahre unvergesslich bleiben", wird Flick, dem Ambitionen auf das Amt des Bundestrainers nachgesagt werden, in einer Aussendung der Bayern zitiert.

Alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt

Dass die Bayern über das Vorpreschen von Flick vor wenigen Wochen wenig begeistert waren, liegt beim Blick auf seine Erfolge mit David Alaba und Co. auf der Hand. Flick übernahm seinen Posten im November 2019, Niko Kovac musste nach einer 1:5-Pleite gegen Adi Hütters Eintracht Frankfurt gehen. Der langjährige Löw-Assistent, der vor der Spielzeit 2019/20 zum Co-Trainer von Kovac ernannt wurde, rückte in die erste Reihe und räumte alles ab.

Mit dem FC Bayern gewann er in der Saison 2019/20 die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions League. Es folgten Siege im deutschen Supercup und im UEFA Supercup, sowie der Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft.

Den Champions-League-Titel und den DFB-Pokal konnten die Bayern in der laufenden Saison zwar nicht verteidigen, dafür stehen die Münchner abermals vor dem Gewinn der deutschen Meisterschaft.

"Die Emotionen, die Siege, die Titel, aber auch die tägliche Arbeit auf dem Platz hat mir sehr viel Spaß gemacht – es war eine herausragende Zeit", so Flick mit Blick zurück.

"Erfolg hat man nur gemeinsam"

Der scheidende Bayern-Trainer streicht den Aspekt der Gemeinschaftlichkeit heraus, weswegen er allerhand Personen seinen Dank ausdrückt.

"Erfolg hat man nur gemeinsam! Ein Trainer ist nichts ohne sein Team und ich hatte das Glück, hier in München auf fantastische Spieler zu treffen und auf einen Staff und ein Trainerteam das Unglaubliches geleistet hat. Danke, Jungs, danke Kathleen!", so Flick, der damit Team-Managerin Kathleen Krüger meint.

Auch der Chefetage dankt Flick, sogar Sportvorstand Hasan Salihamidzic, mit dem die Zusammenarbeit nicht immer reibungslos vonstatten ging und als weiterer möglicher Grund für die Trennung gilt. "Ein besonderer Dank geht auch an Präsident Herbert Hainer, sowie an den gesamten Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, diese großartige Mannschaft zu trainieren."

Dank der Chefetage

Flicks Bosse geben den Dank selbstverständlich zurück, der 56-Jährige gilt trotz seiner kurzen Amtszeit als einer der erfolgreichsten Bayern-Coaches aller Zeiten.

"Ich möchte Hansi Flick im Namen des FC Bayern ausdrücklich danken. Er hat unsere Mannschaft im Jahr 2019 in einer schwierigen Phase übernommen und danach sechs Titel gewonnen, der siebte folgt hoffentlich demnächst. Er wird immer einen Platz in den Geschichtsbüchern des FC Bayern haben. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft", so Bayern-Präsident Herbert Hainer.

Vorstand Oliver Kahn drückt Flick ebenfalls seinen Dank aus: "Mit tollem Fußball hat er den FC Bayern zu großartigen Erfolgen geführt. Nun haben wir ihm seinen Wunsch erfüllt, den FC Bayern vor Vertragsende zu verlassen. Alles Gute, Hansi!"

Ähnlich wie bei Flick, kommt auch beim Statement von Salihamidzic kein böses Blut durch, der Sport-Vorstand meint, dass Flicks Name immer mit dem FC Bayern verbunden bleibt. "Bei Hansi Flick möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Nachdem er vor gut eineinhalb Jahren das Amt des Cheftrainers übernommen hat, haben wir zahlreiche Siege und Titel gefeiert, das Triple im Jahr 2020 war dabei der Höhepunkt. Diese Erfolge werden mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg", meint Salihamidzic laut Klub-Mitteilung.

Wermutstropfen bleibt

Trotz einer mehr als erfolgreichen Zeit und 83 Spielen, in denen aktuell ein herausragender Punkteschnitt von 2,54 zu Buche steht, bleibt für Flick ein Wermutstropfen.

"Die größten Erfolge in dieser Zeit konnten wir nicht mit den Fans feiern. Ich habe sie in jedem Spiel vermisst. Für die Zukunft wünsche ich der FC Bayern-Familie nur das Allerbeste. Es ist keine Floskel, wenn ich sage: 'Es war mir eine sehr große Ehre'", so Flick, der nur elf Heimspiele in der Allianz Arena vor Zusehern als Bayern-Cheftrainer erlebte, abschließend.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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