Feuer am Dach! Bayerns Saison liegt in Trümmern

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Vor wenigen Tagen war die Welt des FC Bayern München noch in Ordnung!

Doch plötzlich geht beim Rekordmeister alles den Bach hinunter. Der April entpuppt sich als Horror-Monat, mit dem Aus im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid und dem DFB-Pokal-Semifinal-Out gegen Borussia Dortmund wurden zwei Titel-Chancen aus der Hand gegeben.

Intern brodelt es nach nur einem Sieg in den letzten sieben Pflichtspielen. Konsequenzen kann wohl auch der Bundesliga-Meistertitel nicht verhindern.

Sieglos-Serie und ein Meistertitel, der kaum etwas zählt

Die Sieglos-Serie von fünf Spielen (2 Unentschieden, 3 Niederlagen) ist die längste beim FC Bayern seit 17 Jahren. Deutsche Medien schreiben von der größten Krise am Weißwurst-Äquator seit 2012, die den letzten großen Umbruch einleitete.

Vor fünf Jahren hauptverantwortlich dafür war ebenfalls eine Niederlage gegen Dortmund - das 2:5-Final-Debakel im DFB-Pokal. Es war bisher die letzte Saison, in welcher das Mia-san-Mia-Ensemble nicht den Meistertitel holte.

Zuletzt war das vier Mal in Folge so, schon am kommenden Wochenende können die Bayern den fünften Liga-Triumph en suite fixieren. Aber die Meisterschaft reicht den Bossen schon lange nicht mehr, sie ist zur Selbstverständlichkeit geworden.

Das Double wird an der Isar fast vorausgesetzt, der große Traum von der Champions League ist erneut geplatzt. Deshalb könnten in der Aufarbeitung nun auch Köpfe rollen. Sogar Erfolgstrainer Carlo Ancelotti ist längst in die Kritik geraten.

Scholl: "Ich glaube, sie werden jetzt verrückte Dinge machen"

TV-Experte und Ex-Bayern-Profi Mehmet Scholl kündigte auf "ARD" bereits an: "Auf Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge kann man sich als Bayern-Fan verlassen. Uli entscheidet aus dem Bauch, Kalle aus dem Kopf. Ich glaube, sie werden jetzt verrückte Dinge machen."

Seiner Meinung nach wird nun alles hinterfragt - von den Verantwortlichen, der sportlichen Leitung bis hin zum Spieler-Material. Als Beispiele nennt Scholl etwa Kingsley Coman, Douglas Costa oder Renato Sanches.

So schnell kann sich das Blatt wenden. Für viele ist der überalterte Kader und fehlender frischer Wind mitverantwortlich dafür, dass ein Umbruch im Sommer unvermeidbar erscheint - schon allein durch das Karriereende von Philipp Lahm und Xabi Alonso. LAOLA1 unterstrich den Unterschied bei der Zukunftsplanung anhand einer Analyse im Vergleich mit dem BVB.

Ancelotti - vor wenigen Wochen noch gefeiert, nun am Pranger - versucht, die Ruhe zu bewahren: "Es ist zu früh, über die Saison zu sprechen. Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Der Pokal war ein wichtiger Wettbewerb. Das ist kein guter Moment. Wir müssen uns jetzt darauf fokussieren, die Liga zu gewinnen."

Ärger beim FC Bayern: "Ein Titel ist zu wenig"

Die Führungsriege wirkte weitaus geschockter. Während Präsident Uli Hoeneß ohne ein Statement davonzog, ärgerte sich zumindest der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Diese Niederlage ist schmerzhaft. Die zweite unglückliche Niederlage. Wir haben wahnsinnig viele Chancen liegen lassen. Auf diese Weise ist das Aus sehr enttäuschend."

Auch ÖFB-Teamspieler David Alaba war geknickt und musste zugeben: "Wir haben unsere Ziele nicht erreicht, das ist sehr bitter." Hauptverantwortlich dafür: "Wir hatten genug Chancen, um den Sack zuzumachen. Wenn man die Chancen liegen lässt, wird das bestraft. Dortmund hat das cool gemacht und seine Chancen genutzt."

Sven Ulreich, Ersatz des verletzten Manuel Neuer, brachte es auf den Punkt: "Das ist sehr bitter. Es ist keine optimale Saison jetzt, weil wir in beiden Pokalwettbewerben ausgeschieden sind. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren und die Meisterschaft so früh wie möglich klar machen."

Auch Mats Hummels, der bei seinem Tor gegen den Ex-Klub nicht jubelte und nach Schlusspfiff keinen Grund mehr zum Feiern hatte, fand klare Worte: "Wir haben das Finale ein bisschen fahrlässig sausen lassen. Und anhand der Chancen, die wir hatten, muss man das so formulieren, dass ein Titel zu wenig ist. Das ist für uns logischerweise eine große Enttäuschung."

Welches Ausmaß nehmen Konsequenzen an?

Das aufgebaute Erfolgsteam bröckelt, die Saison liegt in Trümmern, die Spieler sind enttäuscht bzw. teilweise so verärgert, dass sie sich nicht zur Situation äußern wollten - zumindest kurz nach dem Schlusspfiff gegen die Borussia.

Das kommt in der Heimat des Oktoberfestes nicht oft vor und stimmt alle Beteiligten nachdenklich. Im Hintergrund wird an Konsequenzen gebastelt werden, in welchem Ausmaß, ist noch nicht abzuschätzen.

"In dieser Position, in der wir jetzt sind, fehlt etwas. Wir müssen schauen, was in Zukunft passiert. Es ist nicht perfekt im Moment", erklärte Stürmer Lewandowski ohne Umschweife, was Sache ist.

"Das ist kein guter Abend, um jetzt über die Zukunft nachzudenken. Jetzt muss man erstmal in Ruhe die Wunden lecken", meinte Rummenigge noch nach dem DFB-Pokal-Aus.

Nur Carlo Ancelotti dürfte noch einen gewissen Bonus beim Vorstandschef besitzen, denn "er ist ein guter und erfahrener Trainer, seine Vertragslaufzeit ist bekannt, und darüber wird nicht diskutiert" - so Rummenigge am "Tag danach" gegenüber der "Bild".

Man werde "die Saison seriös zu Ende spielen, danach alles genau analysieren". Dass es so nicht weitergehen kann, weiß die Legende aber genau.

Denn vor wenigen Tagen war die Welt des FC Bayern München noch in Ordnung, nun liegt sie in Trümmern.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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