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Bayern stellt nach herber Pleite Mentalitäts-Frage

Bayern stellt nach herber Pleite Mentalitäts-Frage Foto: © getty

2:4 beim VfL Bochum - das kann beim großen FC Bayern nicht unkommentiert bleiben. Schon gar nicht, da am Mittwoch das wichtige Spiel in der Champions League gegen den FC Salzburg wartet.

Schon vor der Pause geriet die Nagelsmann-Truppe mit 1:4 ins Hintertreffen, die Münchner kassierten erst zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte vier oder mehr Tore in der ersten Halbzeit. Zum Schönreden gab es an diesem Samstag nichts.

Viel mehr machte Selbstkritik am Weißwurst-Äquator die Runde. Das Debakel veranlasste Joshua Kimmich, die Mentalitätsfrage zu stellen. Sein Team habe "alle Tugenden, die es braucht, um ein Spiel zu gewinnen", vermissen lassen.

Nach der schlechtesten Saisonleistung übte der Führungsspieler bei "Sky" zu heftige Kritik. "Da müssen wir uns fragen, ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpert." Es habe ebenso an Einstellung wie auch an Körperspannung gefehlt, die Niederlage sei absolut verdient, sprach Kimmich Klartext.

Auch Nagelsmann hinterfragt sich

Unterstützung bekam er in dieser Hinsicht von niemandem Geringeren als dem Trainer. Julian Nagelsmann fand es sogar positiv, "wenn so etwas aus der Mannschaft kommt". Zu Kimmichs Aussagen meinte er, dann "wird da ein Funken Wahrheit dahinterstecken, das sollte allen eine Lehre sein."

Dabei nahm er sich selbst nicht aus der Pflicht, im Gegenteil. "Natürlich kritisiere ich mich auch selber, wenn die Idee nicht top aufgegangen ist." Der Coach schickte die Bayern nämlich diesmal in einem 4-1-4-1-System auf den Platz und hätte nach eigener Aussage früher die Formation wechseln müssen.

Kimmich sah es anders: "Das hat heute keine taktischen Gründe gehabt. Wir sind ja noch 1:0 in Führung gegangen und kriegen innerhalb von 20 bis 25 Minuten vier Tore. Da muss sich schon jeder Einzelne hinterfragen, ob er alles reingehauen hat."

Gutes Omen oder gefährlich für Salzburg?

Nur ein Sechser soll dabei nicht den Ausschlag gegeben haben. Außerdem stieß Kimmich sauer auf, dass man zu oft in letzter Zeit viele Gegentore bekomme - etwa beim 0:5 gegen Adi Hütters Gladbacher. "Das passiert uns zu oft, das kenne ich aus der Vergangenheit so von uns nicht."

Am Ende kam der defensive Mittelfeldakteur jedoch zu einer versöhnlichen Conclusio: "Zum Glück war das ein Bundesliga-Spiel und wir hatten neun Punkte Vorsprung." In der Champions League dürfe so etwas nämlich nicht passieren.

Und da wartet am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel bekanntlich der FC Salzburg. Ob die Jaissle-Truppe die diesmal augenscheinlichen Schwächen der Münchner ausnützen kann, bleibt abzuwarten. Gefährlich ist die Sache allemal. Nachdem die Mentalitätsfrage gestellt wurde, wird sich wohl jeder FCB-Profi von seiner besten Seite zeigen wollen.


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