Favre und sein "goldenes Händchen"

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Borussia Dortmunds Vorsprung auf die Bayern ist nach dem 3:2-Heimerfolg nun auf sieben Zähler angewachsen.

Dabei begann das Spiel zum wiederholten mal in dieser Saison nicht nach Plan. Zweimal lief BVB einem Rückstand hinterher, zudem zeigte der FC Bayern seine wohl beste Saisonleistung.

Dass die Gäste trotzdem ohne Punkte nach München abreisen, liegt an einer Qualität, die die Favre-Truppe wie kein anderes europäisches Top-Team auszeichnet - das "goldene Händchen" seines Trainers.

Kapitän in Topform

Ein zentraler Faktor ist natürlich auch Kapitän Marco Reus, der wieder einmal seine Klasse und Führungsqualitäten beweist: Zuerst holt er clever einen Elfmeter gegen Manuel Neuer heraus und übernimmt anschließend selbst die Verantwortung vom Punkt. Sein zweiter Treffer zum erneuten Ausgleich per Dropkick, wohl der sehenswerteste des Abends.

"Beim zweiten Tor habe ich einfach gedacht: Alles oder nix. Entweder der geht direkt in die Südtribüne, oder rein", freut sich der Doppeltorschütze bei "Sky".

"Ich fühle mich einfach wohl, ich spiele auf meiner Lieblingsposition, dann kann ich der Mannschaft am besten helfen", erklärt Reus seine aktuell starke Form, fügt jedoch selbstkritisch an: "Momentan klappt viel, aber ich hatte heute auch noch zwei, drei riesen Dinger. Aber ganz im Ernst: Wir haben heute zu Hause gegen Bayern gewonnen und heute haben wir nicht viel zu meckern."

Unglaubliche Qualität von der Bank

Neben einem Marco Reus in bestechender Form hat dieser wichtige Sieg aber auch noch einen weiteren Grund: die hohe Qualität auf der BVB-Bank und das, wie es Reus formuliert, "goldene Händchen" seines Trainers Lucien Favre, diese zu nutzen.

Der Siegtreffer durch den nach einer Stunde eingewechselten Paco Alcacer markiert bereits das 18. Dortmunder Jokertor im 17. Pflichtspiel - mehr als jeder andere Klub in den Top-5-Ligen vorweisen kann. Für den Spanier selbst ist es das achte Tor im sechsten Bundesliga-Auftritt.

Doch bereits Favres erster Wechsel hatte das Spiel nachhaltig verändert: Der überraschend startende Julian Weigl, der den Vorzug gegenüber Thomas Delaney erhielt, tat sich schwer. Er verlor die meisten seiner Zweikämpfe, konnte auch zum Spielaufbau nichts beitragen.

Für den 23-Jährigen brachte Favre also zur Pause Mo Dahoud. Denn "Bayern war sehr stark. Sie haben uns klar dominiert in den ersten 25 Minuten", so Favre. Besonders das starke Pressing der Münchner bereitete dem Schweizer im ersten Durchgang Sorgen.

Dank Dahoud gelang es Dortmund dann immer wieder, diese Pressinglinien im Mittelfeld zu überspielen. Zudem sorgte seine Ballsicherheit für mehr Stabilität.

Bodenhaftung nicht verlieren

Zwangsläufig ging es nach dem Spiel auch um die Frage, ob der Sieg ein Schritt in Richtung Meisterschaft bedeutet.

"Sieben Punkte sind jetzt sieben Punkte. Es ist immer gut ein Polster zu haben, aber die Bayern sind auf lange Sicht einfach stark und wir tun gut daran, uns auf uns zu konzentrieren", hält Reus den Ball flach.

Sein Coach geht sogar einen Schritt weiter und übergeht die Meisterfrage einfach, indem er darüber referiert, in welchen Belangen sein Team sich noch verbessern muss.

"Natürlich müssen wir darüber reden, weil wir am Ende gewonnen haben. Aber wir müssen noch viele, viele Sachen verbessern. Bei Kontern die wir kriegen, wenn uns der Gegner dominiert, oder bei Flanken. Überall gibt es viel zu verbessern - enorm viel."

Rein statistisch dürfen sich die Dortmunder aber durchaus schon berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Zu diesem Zeitpunkt der Saiso konnten die Bayern noch nie einen 7-Punkte-Rückstand aufholen.

Textquelle: © LAOLA1.at

"Sky" entschuldigt sich für Panne bei Dortmund-Bayern

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