Burgstaller nach Derby-Sieg: "Klar provoziere ich"

Burgstaller nach Derby-Sieg: Foto: © getty
 

Der FC St. Pauli ist nach dem 1:0-Sieg im Stadtderby gegen den HSV (Spielbericht >>>) die Nummer 1 in Hamburg.

Zumindest für die nächsten Tage, tabellarisch hinkt man dem Raute-Klub weit hinterher, man ist jedoch verantwortlich dafür, dass der frühere "Bundesliga-Dino" in der 2. deutschen Bundesliga vom ersten auf den vierten Platz abrutschte.

St. Pauli ließ sich hingegen nach dem fünften Sieg in Folge feiern - Feuerwerk am Millerntor inklusive - und liegt schon auf Platz 11. Mittendrin Guido Burgstaller, der ausgerechnet in dieser speziellen Partie die Kapitänsschleife tragen durfte.

Die Routine des Ex-Rapidlers machte sich vor allem in den hitzigen Schlussminuten nach der 1:0-Führung (88.) durch Kyereh und beim Ausschluss von HSV-Kapitän Leibold in der Nachspielzeit bezahlt. Burgstaller wollte mit einem Rempler einen schnellen Einwurf des Gegners verhindern, holte sich dafür Gelb ab und gab danach bei "Sky" zu: "Klar provoziere ich ihn." Leibold gingen jedoch die Nerven durch, neben einem Retour-Rempler trat er dem ÖFB-Stürmer jedoch offensichtlich gegen die Wade - der VAR enttarnte ihn, Rote Karte!

"Wenn er die Situation sieht, weiß er selber, dass es eine Rote Karte ist", wollte Burgstaller die Aktion nicht hochschaukeln und gab sogar zu: "Dass es von mir auch unsportlich war, ist keine Frage. Aber ich will nur den Ball blocken, den schnellen Einwurf verhindern."

"Das ist schnell wieder abgehakt"

Ein spezielles Duell war es allemal, von 2015 bis 2017 waren Burgstaller und Leibold beim 1. FC Nürnberg noch Teamkollegen. Trotz seiner Provokation meint der im Sommer von Schalke nach St. Pauli gewechselte Angreifer: "Ob er dann treten muss, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war das auch im Affekt."

Einfluss auf sein bisher gutes Verhältnis zu Leibold soll das nicht haben. "Das ist schnell wieder abgehakt. Ich kenne Tim ja aus Nürnberg-Zeiten. Von dem her glaube ich nicht, dass er mir etwas Wildes wollte." Für den HSV-Kicker war es eine Aktion "aus den Emotionen heraus". "Ach was, Frustfoul... Ich glaube, Herr Aytekin hat es so bewertet. Er ist normal ein Bomben-Schiedsrichter, der viele richtige Entscheidungen trifft." Ob man nach der 90. Minute unbedingt noch Rot geben musste, wollte der 27-Jährige aber nicht verstehen.

Burgstallers Prophezeiung traf ein

Burgstaller feierte hingegen noch ausgelassen die Siegesserie mit seinen Jungs auf dem Platz. Mit einer Pyroshow hatten die St. Pauli-Fans das Team noch vor dem Derby angestachelt, das zeigte Wirkung. Beim Siegtreffer trat eine Prophezeiung Burgstallers ein.

"Guido hat zu mir gesagt, dass wir noch eine Chance kriegen werden", verriet Siegtorschütze Kyereh nach dem Schlusspfiff. So kam es dann auch. "Den trifft er überragend. Das zeichnet ihn auch aus", freute sich Burgstaller, dass seine Vorahnung dann auch wirklich eintraf.

Für Cheftrainer Timo Schultz war es "die gute, alte St. Pauli-Taktik. Das entscheidende Tor nicht zu früh schießen." Kyereh jubelte: "Das haben wir uns alle zu hundert Prozent verdient." Und Kapitän Ziereis versprach: "Es wird sicher noch das ein oder andere Bierchen getrunken."

Das kann man schon mal machen. Im sechsten Derby in der 2. Liga feierte St. Pauli im Stadtderby bereits den dritten Sieg bei zwei Unentschieden und nur einer Niederlage. Mit dem Sieg stieß man den HSV noch dazu in eine Krise, die das Ziel Aufstieg zur Zitterpartie werden lässt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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