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Solskjaer schwärmt: "Jungs waren fantastisch"

LAOLA1 Foto: ©

Die glorreichen Zeiten von Manchester United liegen doch schon wieder ein paar Jährchen zurück.

Glanz verlieh das Team der Linzer Gugl aber allemal - und die "Red Devils" hätte sich im Achtelfinale der Europa League einen gebührenden Empfang verdient gehabt.

Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt und drittens kommt Corona als Spielverderber - eine ernste Situation, mit der man umgehen muss. Man Uniteds Spieler erwiesen sich in dieser schwierigen Situation als wahre Profis.

Runterlassen gegen den LASK? Angezogene Handbremse? Keine Aufopferungsgabe ohne Zuschauer? Keine Spur.

"Die Jungs waren fantastisch", lobte Trainer Ole-Gunnar Solskjaer. "Sie verdienen für diese Leistung jede Menge Respekt. Großes Lob, wie sie agiert, gespielt haben und viel Qualität im Abschluss gezeigt haben. Das waren fantastische Tore, darauf sollten wir stolz sein", war der Norweger, der United 1999 beim Nachspielzeit-Krimi gegen Bayern München zusammen mit Teddy Sheringham zum Champions-League-Titel schoss, angetan.

"Richtig gut gespielt, aber komische Atmosphäre"

Mit dem frühen 1:0 durch Odion Ighalo verlief alles nach Plan, mit dem 2:0 durch Daniel James war der Drops gelutscht. Doch die jungen Wilden, die aufgrund des großen Verletzungspechs funktionieren müssen, lieferten ab und holten noch ein souveränes 5:0.

"Wir haben richtig gut gespielt, der LASK war ein schwieriger Gegner. Es war eine komische Atmosphäre, aber beide Teams waren professionell, auch der Schiedsrichter. Wir wissen nicht, ob oder wann es das Rückspiel geben wird, wir bereiten uns auf jeden Fall darauf vor."

Denn möglicherweise ist der hohe Kantersieg in der Fremde gar nichts wert, wenn die UEFA bei der anberaumten Sitzung Anfang nächster Woche alle internationalen Bewerbe plus EURO 2020 absagen sollte.

Aber selbst dann hatte das Spiel auch etwas Gutes, meinte Solskjaer: "Für uns zählt jedes Spiel. Wir wollen uns ständig verbessern. Wir wollen die Entwicklung des Teams und als Gruppe sehen, was der Fall war - selbst wenn das Rückspiel abgesagt wird. Am Ende müssen wir warten, wie die Entscheidung ausfällt."

Staunen über Ighalos Traumtor

Sportlich gesehen war das Traumtor von Ighalo zum 1:0 das große Ausrufezeichen. Zwischen Genie und Wahnsinn, aber in diesem Fall genau richtig, um Alexander Schlager zu überwinden.

"Wie das Tor herausgespielt wurde, war fantastisch. Die drei Berührungen vor dem Finish sprechen offensichtlich für seine hohe Qualität. Der Schuss war ein Half-Volley mit großartigem Timing. Niemand würde den halten. Er hat sich zuerst den Platz verschafft, dann war das ein hervorragender Abschluss", freute sich Solskjaer für den Nigerianer, der noch bis Sommer von Shenhua aus China ausgeliehen ist, für den United aber eine Kaufoption besitzt.

Ighalo wusste zu überzeugen, wie er zur Mannschaft stieß. Er verbessert sich standig, entwickelt sich und bringt Qualitäten mit, die United laut Solskjaer brauchen kann. Vor allem bis zur nächsten Saison will man ihn als Top-Stürmer aufgebaut haben.

"Er ist ein Goalscorer, ein Stoßtürmer, der die Tore macht. Er denkt nicht zu viel darüber nach, das Spiel aufzubauen", scherzt Solskjaer und entschuldigt sich. "Er kennt seinen Job und seine Rolle im Team, er arbeitet auch viel nach hinten. Aber das Beste an ihm ist die Personalität, die er auf dem Platz zeigt."

"Die Mentalität war unglaublich"

Anders als bei Valerien Ismael war es aus seiner Sicht nicht schwer, trotz Absagen und Spekulationen den Fokus vor dem LASk-Spiel hochzuhalten.

"Es war leicht, weil die Spieler sehr fokussiert waren und wissen, was sie wollen. Ich hatte keine Zweifel, dass wir nicht gut spielen würden. Ich muss sie loben, sie sind sehr professionell."

Die ungewohnte Kulisse der Leere trug nicht dazu bei, dass das Spiel groß in Erinnerung bleiben wird. Speziell darauf vorbereitet habe man sich nicht, aber Solskjaer scherzt auch darüber.

"Es macht es einfacher, die Anweisungen aufs Feld zu bringen. Die werden dann auch gehört. Aber es ist verrückt und komisch. Aber wir sind es gewöhnt, vor den besten Fans zu spielen. Ich hoffe, dass es nicht zu oft passiert. Aber ich muss meine Spieler loben, die Mentalität war unglaublich. Sie waren so foklussiert, ein hochprofessioneller Job."


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