Salzburgs Cican Stankovic: "Wir haben es versaut"

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"Wir haben es heute versaut!"

Klare Worte aus dem Mund von Cican Stankovic, der sich als einer der wenigen der Presse stellte und auch im Moment der 1:4-Niederlage im Sechzehntel-Finale der Europa League bei Eintracht Frankfurt deutliche Worte fand.

Sportdirektor Christoph Freund hatte ja bereits sauer Kritik geübt (HIER geht's zur Story >>>) und auch der Mannschaft war bewusst, dass man mit so einer Leistung nicht tauglich für die Europa League ist.

Dabei verriet der 27-jährige ÖFB-Keeper auch, wie nach der zweiten Pflichtspiel-Niederlage in Folge die Stimmung in der Kabine ist: "Als wäre die Welt untergegangen."

"Ich persönlich finde, wir bekommen zu viele Gegentore"

Denn die Bullen sehen sich mit einer neuen Situation konfrontiert. Erfolgsverwöhnt war einmal, erstmals seit März 2018 kassierte man wieder zwei Niederlagen in Folge.

​"Wir haben es heute – auf gut Deutsch gesagt – so richtig verkackt. Wir haben uns viel mehr vorgenommen, aber es ist uns so gut wie nichts gelungen", so Stankovic, der in den letzten 180 Minuten insgesamt sieben Mal hinter sich greifen musste.

Viel zu oft, wenn man ehrgeizige Ziele wie RBS verfolgt. Die Abwehr präsentierte sich katastrophal - und Stankovic musste von hinten mitansehen, wie löchrig die Viererkette vor ihm agierte.

"Ich persönlich finde auch, dass wir viel zu viele Gegentore bekommen, das ärgert mich natürlich", gibt der Keeper zu. Weder von ihm noch von außen konnte korrigierend eingewirkt werden, denn das Unheil nahm früh seinen Lauf.

"Wir haben es in der Kabine angesprochen, dass wir mit mehr Intensität und Zweikampfverhalten spielen müssen. Es ist dann schwer, den Hebel noch einmal umzulegen, denn der Gegner war richtig stark und wir nicht richtig im Spiel."

Eiseskälte bei RB Salzburg

Die wichtigen Zweikämpfe habe man auf einem "sehr schwierigen, rutschigen Platz verloren. Dass wir das Spiel dann so eindeutig verlieren, ist sehr schade für uns. Wir haben es heute wirklich verhaut", war die Enttäuschung groß.

Frankfurt habe vorgezeigt, wie man das richtige Zweikampfverhalten an den Tag legt und die Box verteidigt. Die Eintracht hat außerdem gezeigt, dass im Europacup immer mit der Hütter-Elf zu rechnen ist. Deshalb wurde dem Ex-Salzburg-Trainer auch warm ums Herz (HIER geht's zur Story >>>).

Bei Salzburg herrscht hingegen Eiseskälte. Die Niederlagen haben Spuren hinterlassen. Fragen nach der Schwächung durch die Abgänge von Erling Haaland und Takumi Minamino werden abgeblockt.

Das Problem liegt in der aktuellen Mannschaft und der neuen Situation, die es zu meistern gilt. Denn wie von Trainer Jesse Marsch und auch Freund festgestellt, war kein Spieler bereit in diesem so wichtigen Spiel ans Limit zu gehen.

"Ich fühle mich persönlich nicht gut"

Vor allem die Routiniers, zu denen Stankovic mittlerweile auch zählt, sind nun in der Pflicht, die jungen Spieler wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Eine angenehme Situation ist es aber auch für den ÖFB-Torhüter nicht. "Ich fühle mich persönlich nicht gut, es ist eine sehr wichtige Phase für uns in unserer Karriere. Aktuell läuft es nicht so gut, wir bekommen viele Gegentore. Wir leben erstmals so eine Phase, müssen jetzt ruhig bleiben. Wir dürfen uns nicht gegenseitig fertigmachen."

Dabei weiß er: "Es ist noch nichts verloren, wir können unsere Ziele in der Meisterschaft und im Cup noch erreichen. Wir müssen dran bleiben, Europa League werden wir nächste Woche sehen, ob es sich noch ausgeht."

Glaubt Stankovic tatsächlich noch an die Chance im Rückspiel? "Mit einem 3:0 sind wir weiter, die Chance lebt noch. Wir werden alles versuchen, am nächsten Donnerstag in einem ausverkauften Stadion das Wunder zu schaffen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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