Kritik an Fan-Ausschluss beim Europa-League-Match in Utrecht
Die Polizei hatte rund 1.200 Gäste-Fans wegen Sicherheitsbedenken von der Partie ausgeschlossen. Dafür hagelt es von den Belgiern Kritik.
Der belgische Klub KRC Genk hat der niederländischen Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen gegen Fans beim Europa-League-Auswärtsspiel in Utrecht vorgeworfen.
Die Polizei hatte rund 1.200 Gäste-Fans wegen Sicherheitsbedenken von der Partie ausgeschlossen, die Genk 2:0 gewann. Zuvor hatte sie rund 300 mitgereiste Anhänger von der Gästetribüne geschickt, da sich diese den Kontrollen entzogen hatten. Aufgrund der Räumung begann die Partie mit 53-minütiger Verspätung.
Kontrollen entzogen
Hunderte Genk-Fans hatten sich weder einer Identitätskontrolle noch einer Durchsuchung unterzogen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Polizei. Eine große Gruppe der aus Belgien angereisten Fans habe sich Polizeiangaben zufolge den Kontrollen entzogen, indem sie über Sicherheitsbarrieren geklettert sei.
Laut dem FC Utrecht hätten sich 60 Personen ohne Eintrittskarte im Gästeblock eingefunden, wie der niederländische Sender NOS berichtete. Der Verein habe deshalb verlangt, vor dem Anpfiff zunächst den Gästeblock zu räumen.
Genk will Vorfall untersuchen
Die Polizei schickte daraufhin alle betroffenen Anhänger von der Gästetribüne. Einige waren mit Stöcken und Stangen bewaffnet, weshalb sich die Räumung verzögerte. Auch dem weiteren Genk-Anhang wurde dann aufgrund der Vorfälle der Besuch des Spiels verwehrt.
"Der Verein bedauert zutiefst, dass 1.200 treue Genk-Fans diesen großartigen europäischen Auswärtssieg nicht miterleben konnten und unnötigerweise stundenlang im Bus festsaßen", erklärte der KRC Genk. Der Club berichtete, man habe Bilder und Berichte erhalten, "die unnötige und übermäßige Polizeigewalt belegen." Man verurteile das aufs Schärfste und wolle den Vorfall gründlich untersuchen.
"Wir haben geprüft, ob die Fans aus Genk, die mit anderen Bussen angereist waren und noch nicht im Stadion angekommen waren, noch auf der Gästetribüne Platz nehmen konnten", erklärten die lokalen Behörden in einer Mitteilung. "Leider waren die Schäden auf der Gästetribüne so groß, dass es nicht mehr möglich war, sie rechtzeitig zu reinigen und vor allem zu sichern."