"Man hat gesehen, dass sie riesige Qualität haben und wir haben ihnen immer wieder Räume gegeben. Sie haben dann alles eiskalt ausgenutzt. Wenn sie einmal in einen Flow kommen, dann kommen auch die abgefälschten Tore", sagt Siebenhandl.
"Zweite Halbzeit war es ein Spiel, wo wir versucht haben, den Schaden zu begrenzen, wo wir nicht zerfallen wollten. Auch das ist uns am Ende nicht geglückt", erklärt Ilzer, der dabei zusehen musste, wie seine Mannschaft noch zwei weitere Gegentore kassierte. "Somit war es ein sehr gebrauchter Abend."
Hat Sturm ein Stürmer-Problem?
Noch schmerzvoller wird der Abend, wenn man in Betracht zieht, dass die Grazer auch noch früh im Spiel Emanuel Emegha mit einer Schulterverletzung verloren (Alle Infos >>>).
Nach der Auswechslung des 19-Jährigen agierte das Offensivspiel der Grazer relativ leblos. "Heute haben wir gemerkt, dass wir keine Tiefe in unserem Spiel hatten, die Aggressivität gegen den Ball nicht auf den Platz bringen konnten", so Ilzer, der im Angriff demnächst wohl zum Improvisieren gezwungen ist.
Neben dem Ausfall von Emegha muss Sturm auch noch immer auf Jakob Jantscher und Albian Ajeti verzichten. "Als Coach ist die Aufgabe nicht, sich Sorgen zu machen, sondern Lösungen zu finden", so Ilzer, der auch in Sachen Mentalarbeit gefragt sein wird.
Auf Sturm wartet "Charaktertest"
"Für uns gilt es, die Lehren aus dem Spiel mitzunehmen, sehr schnell dieses Spiel aus dem Kopf zu bringen", erklärt der Steirer. "Das ist jetzt ein Charaktertest", weiß auch Siebenhandl. "Wir haben es komplett verhaut, aber das ist ein Spiel."
Mit einem Blick auf die Tabelle fällt auf, dass Sturm noch immer alle Möglichkeiten hat, um sogar um Platz eins mitreden zu können, halten doch alle vier Teams bei drei Punkten nach zwei Spielen - auch dank des überraschenden 5:1-Siegs von Midtjylland gegen Lazio Rom.
"Mir fehlt der Platz, um an eine Tabelle zu denken", hat Ilzer derzeit jedoch noch andere Sorgen. "Jetzt gilt es mal, diese Niederlage zu verarbeiten, den richtigen Zugang zu den Jungs zu finden, dass sie sich wieder schnell aufrichten, ihnen das passende Feedback zu geben, dass sie auch aus dieser Niederlage verbessert rausgehen und nicht in Verunsicherung stecken bleiben."
Und dann wollen die Grazer auch wieder zeigen, was wirklich in ihnen steckt und spätestens im Rückspiel zuhause in Graz auch wieder ihr "wahres Gesicht zeigen".