Salzburg-Stolz trotz Niederlage in Marseille

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Rien ne va plus?

Nicht beim FC Salzburg. Nach dem 0:2 im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Europa League bei Olympique Marseille (Spielbericht) ist Österreichs Meister abermals voller Tatendrang, den Zwei-Tore-Rückstand noch zu drehen.

"Wenn etwas nicht zu unserer DNA gehört, dann ist es aufgeben. Das Resultat ist natürlich ein schwieriges für das Rückspiel, aber aufgeben werden wir sicher nicht", sagte Trainer Marco Rose nach seiner erst dritten Niederlage als Profi-Coach.

Wie im Viertelfinale gegen Lazio, in dem ein 2:4 aus dem Hinspiel per sensationellem 4:1 gedreht wurde, soll in der ausverkauften Red-Bull-Arena neuerlich die Wende geschafft werden.

Valon Berishas Botschaft: "Wir glauben an uns, mit der Unterstützung unserer Fans wissen wir, dass alles geht, die Hoffnung ist noch immer da. Ich hoffe, ihr glaubt auch an uns."

Trotz Niederlage fliegt Salzburg stolz und mit Optimismus zurück nach Österreich - und will noch einmal nach Frankreich kommen.

"Haben ordentliches Spiel gemacht"

"Es fühlt sich nicht gut an, weil wir selber empfinden, dass für uns mehr drin war und wir uns auch mehr verdient hätten. Aber es ist kein Wunschkonzert. Wir fahren mit einem 0:2 nach Hause, aber auch mit dem Wissen, dass für uns in einer Woche noch einiges auf dem Platz liegt", sagte Rose.

Salzburg hat keineswegs ein schlechtes Spiel gemacht, nur eben ein schlechtes Resultat erzielt.

"Wir wurden für unseren kleinen Fehler hart bestraft. Ich glaube, wir haben ein ganz ordentliches Spiel gemacht, aber Marseille ist schon eine Mannschaft mit enormer Qualität", erklärte Alexander Walke, der vor dem 0:1 an der Flanke von Marseilles Freistoß-König Dimitri Payet vorbeisegelte.

Hannes Wolf, der in der Startelf den Vorzug gegenüber Xaver Schlager bekam, beging das Foul an Lucas Ocampos und Payet bediente Florian Thauvin, der seinen 40. Saison-Scorer-Punkt bejubelte.

Beim 0:1 kam alles zusammen

Die Salzburger luden Marseille, das wegen Payet (nun schon 22 Assists in der gesamten Saison) auch für Tore nach Standards bekannt ist, zum Freistoßschießen in der Anfangsphase mitunter ein.

"Wir wollten Standards vermeiden. Da haben wir uns auch nicht immer clever angestellt. Sie haben es aber auch wiederum clever gemacht und der Schiedsrichter hat auch seinen Anteil. Marseille ist dann einfach eine sehr gute, erfahrene Truppe", sagte Walke und sprach konkret über das 0:1.

"Die Flanke kommt auf den zweiten Pfosten. Thauvin war zugeteilt, aber derjenige war nicht da. Andi (Ulmer) hat alles versucht, was geht, Thauvin stolpert ihn rein, ich versuche ranzukommen, da hätten die Fingerspitzen gereicht, aber ich komme nicht ran. Unglücklich", analysierte Walke.

Wolf über die fehlende Zuordnung: "Es war sehr laut und noch vor dem 0:1 gab es auch eine Anweisung von draußen, man hat sie aber nicht gehört. Das hat uns schon vor Probleme gestellt."

Hexenkessel wurde Ruf gerecht

Das Stade Velodrome machte mit 62.312 Zuschauern seinem Ruf als Hexenkessel alle Ehre, doch bis auf die Kommunikationsprobleme beflügelte es Salzburg.

"Wir waren vorbereitet, im Spiel ist es aber dann noch einmal anders. Aber wir haben das gut gemacht", befand Wolf, der wiederum eine der beiden Top-Chancen der Salzburger vergab.

Ein Schuss von Joker Fredrik Gulbrandsen landete an der Stange. Zudem wurde ein Elfmeter-Foul an Stefan Lainer von Maxime Lopez nicht gegeben, der schon die Gelbe Karte gesehen hatte.

Doch Salzburg wusste auch, was es falsch gemacht hat, wie etwa Berisha festhielt. "Wir haben billige Freistöße verursacht und vor dem zweiten Tor nicht gut verteidigt. Aber wir können das drehen."

Die besten Bilder des Halbfinal-Hinspiels der Europa League zwischen Olympique Marseille und Red Bull Salzburg:

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Salzburg schon im Lazio-Modus

Sportchef Christoph Freund machte ebenfalls Mut: "Wir haben uns nicht belohnt und hatten schon mehr Glück als heute, aber wir können auf diese Leistung aufbauen. Wir haben wenig zugelassen. Ein Tor wäre schön gewesen, aber es ist noch nicht vorbei. Auf diese Leistung können wir aufbauen."

Wie in Rom startete auch in Marseille noch in den Katakomben die Lust auf das Rückspiel - der Lazio-Modus wurde aktiviert.

"Die Leute dürfen nicht vergessen, wir spielen gegen einen großen Gegner in einem großen Spiel und wir kommen aus Salzburg. Aber wir haben hier das Spiel gemacht, das ist stark von uns und zeigt unsere Mentalität und unseren Mut. Wenn man mutig ist, wird man irgendwann belohnt und ich hoffe, wir werden dafür zu Hause belohnt. Dass wir gewinnen und aufsteigen", hofft Berisha.

"Wir dürfen nicht jammern, wir müssen uns vorbereiten und alles abrufen. Wir geben nicht auf, das haben wir schon gegen Lazio nicht getan", schlug Munas Dabbur, dessen Tore nun gefragt sind, in dieselbe Kerbe.

Payet nicht im Rückspiel nachlaufen

Rose: "Wir rappeln uns wieder auf. Nächste Woche in Salzburg wird die Hütte brennen. Ich bin mir sicher, dass da noch was geht. Wir haben viele Sachen gut gemacht."

Was nicht so gut war, wird wie gewohnt besprochen und verändert. Payet war nicht nur wegen seiner beiden Assists offiziell Mann des Spiels, sondern konnte oftmals als Freigeist gefährlich werden.

Salzburg wird sich dennoch nicht nur auf ihn konzentrieren.

Walke: "Wir werden keinen abstellen, der ihm hinterherläuft. Das ist nicht unser Ding. Wo er sich aufhält, kümmern wir uns um ihn. Er hat eine gewisse Klasse, aber spielt auch nicht alleine. Es wird also eine schwierige Aufgabe."

Doch auch der Deutsche ist ebenso keiner, der aufgibt.

"Wir werden alles probieren. Vielleicht gelingt uns ein Tor in der ersten Hälfte und dann werden wir voll draufhalten. Ein, zwei Dinge besser machen, dann haben wir eine gute Möglichkeit."

Die Video-Abteilung kann indes schon ein Highlight-Video vom Lazio-Rückspiel vorbereiten. "Erlebtes hilft immer", weiß Rose.

Berishas Botschaft(en)

"Damals haben uns auch schon einige abgeschrieben, aber wir haben gezeigt, wie heimstark wir sind. Wir glauben dran, weil wir gesehen haben, dass etwas geht", betont Berisha.

Aufgeben ist eben nicht in der DNA von Salzburg – und deswegen soll das nicht die letzte Dienstreise nach Frankreich in dieser Saison gewesen sein.

Der Finalort Lyon bleibt das Ziel, wie Berisha bekräftigt und an alle appelliert.

"Es war die erste Hälfte. Wir haben auswärts richtig Gas geben vor 62.000 Zuschauern, wir waren die Mannschaft, die immer Gas gegeben hat, die immer auf die Tore gespielt hat. Wir können stolz sein, was wir da heute geleistet haben, wir wissen, dass wir heimstark sind, wir haben ein ausverkauftes Haus und dort eine gute Unterstützung. Wir glauben dran, alles ist möglich."

Rien ne va plus - das gibt es für Salzburg nicht.


Textquelle: © LAOLA1.at

Europa League: Salzburg verliert Hinspiel in Marseille

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