Rapid-Aufstieg? Kein Kunststückl, aber Wunderguru

 

In Hütteldorf macht sich ein Gefühl breit, dass schon lange nicht mehr zu spüren war.

Trotz anhaltender Krise in der Bundesliga kommt beim SK Rapid vor dem „Endspiel“ in der Europa-League-Gruppenphase (ab 18:55 Uhr im LIVE-Ticker und bei DAZN) gegen die Glasgow Rangers (Wett-Quoten) die Kämpfernatur durch.

Keine Spur mehr vom „Anhängsel“ Europacup, die Marschroute geht klar in Richtung Weiterkommen. Ein Remis würde gegen die Schotten bereits reichen.

„Ich denke, ein volles Stadion und die Möglichkeit weiterzukommen, sind Ansporn genug“, spricht Trainer Didi Kühbauer im Vorfeld über die Bedeutung des Spiels für jeden Einzelnen. „Ich glaube, da muss der Trainer nicht allzu viel Motivation oder ein Kunststückl auspacken. Die Spieler wissen ganz genau, dass wir etwas Gutes erreichen können.“

„Wir haben es in der Hand“

Für einige Stunden ist der verkorkste nationale Herbst vergessen. Die Vorfreude auf das Kräftemessen vor 23.850 Zuschauern könnte auch einen positiven Effekt auf das Wiener Derby am Sonntag haben, wenn die Mission Aufstieg erfüllt wird.

„Die Bedeutung ist so, dass das Stadion erstmals restlos ausverkauft ist. Wir haben die Möglichkeit weiterzukommen, was uns wahrscheinlich keiner zugetraut hätte, wie die Gruppe ausgelost wurde. Wir haben es in der Hand, das ist umso schöner. Ob Spieler oder Trainer – es gibt nichts Schöneres, als sich auf so ein Spiel vorzubereiten und dann natürlich das Ziel zu erreichen, in die nächste Runde zu kommen“, freut sich Kühbauer auf ein weiteres Europacup-Endspiel abseits seiner aktiven Karriere.

Auch Kapitän Stefan Schwab hält stellvertretend für die Mannschaft den Kampfgeist hoch. Auch er weiß, dass man mit dem einen Spiel viel erreichen und die Hinrunde positiver erscheinen lassen kann, als sie wirklich war.

„Wir haben es in der eigenen Hand. Das ist eine wunderbare Geschichte für uns. Es ist eine große Herausforderung, genau für Spiele wie diese trainiert und spielt man. Ich habe schon vor dem Spiel gegen Sturm betont, dass wir die letzten drei Spiele vor dem Winter als Herausforderung sehen und diese mit Freude angehen müssen. So etwas ist nicht alltäglich. Wir wollen diese Chance nützen.“

Kühbauer macht körperlicher Zustand Hoffnung

Alle Beteiligten stellen sich auf einen harten Fight und eine intensive, physische Partie ein. Im Hinspiel am 4. Oktober im Ibrox-Stadium war dies noch ein Manko.

Da brach Rapid in der zweiten Halbzeit ein und konnte den körperbetonten Schotten vor allem in den Zweikämpfen nicht mehr Paroli bieten. Das Thema war allgegenwärtig, die falsche Trainingssteuerung im Frühjahr und Sommer wurde heftig kritisiert.

Aktuell sehen sich die Wiener jedoch in einem verbesserten körperlichen Zustand. „Ich habe natürlich das Gefühl, dass es besser ist, nicht nur wegen den Siegen in den letzten Minuten.“

In Schottland habe man mit Fortlauf der Partie an Boden verloren, auch durch die lautstarke Unterstützung im Stadion wuchsen die Rangers aus sich heraus. Schwab hofft, dass man dies nun im vollen Allianz Stadion für sich nützen kann.

"Rangers werden Schobi am Datenblatt haben"

Dass man die Rangers diesmal mit einem taktischen Kniff oder einer personellen Umstellung überraschen kann, davon geht bei Rapid keiner so richtig aus.

Auswärts bei Spartak Moskau sorgte noch das Comeback von Philipp Schobesberger für entscheidende Verwunderung bei den Russen.

„Generell ist es nicht so, dass Mannschaften, die gegen uns spielen, nicht Bescheid wissen. In Moskau war es wirklich ersichtlich, dass Schobi der Keyplayer war, den haben sie nicht so auf der Rechnung gehabt. Aber ich glaube, dass die Rangers das auf ihrem Datenblatt haben, dass Schobi ein guter Spieler ist. Wir wissen auch alles über die Rangers“, hält Kühbauer fest.

Trotz vorzeitiger Auswechslung gegen Sturm scheint Schobesberger fit genug für die Rangers zu sein, möglicherweise aber nicht zum dritten Mal in Folge von Beginn an. Bei Marvin Potzmann hofft man, dass er seine Probleme mit der Patellasehne unter Kontrolle kriegt.

Sorgen Wunderguru und guter Schlaf für Sonnleitner-Einsatz?

Eher nicht ausgehen wird es sich für Mario Sonnleitner, der mit Muskelproblemen im Oberschenkel gegen Sturm ausschied.

Auch der Chefbetreuer geht nicht von seinem Einsatz aus, hofft aber auf eine Wunderheilung:

„Sonnleitner hat Probleme,es ist so, dass es möglicherweise nicht geht, aber wenn er gut schläft und irgendein Wunderguru daherkommt, ist es vielleicht irgendwie machbar. Es ist noch nicht hundertprozentig, aber es schaut nicht so gut aus“, verrät Kühbauer.

In diesem Spiel wird es besonders wichtig sein, dass alle Spieler bei hundert Prozent sind. Einen verschlafenen Start oder aber Erfurcht vor der großen Aufgabe kann sich Rapid nicht leisten.

„Gehemmt hineinzugehen, wäre nicht gut, weil es sehr wichtig ist, dass wir ab der ersten Minute dabei sind. Wenn dann ein Spieler eine Anlaufzeit braucht, kann es sehr schwierig für uns werden“, stellt auch der Ex-Rapid-Profi klar.

Kühbauer hebt eigene Stärken hervor

Die Konzentration auf das eigene Spiel steht im Vordergrund. In Bezug auf die Rangers weiß man, dass sie spielen wollen und somit nicht den typischen schottischen Stil vorziehen.

Jenen mit den langen Bällen können sie aber auch. Dafür ist Rapid gewappnet. Kühbauer erwartet aufgrund der Ausgangsposition aggressive Schotten von der ersten Minute an.

„Es ist sicher so, dass wir vorweg mal die bessere Ausgangsposition haben. Aber wenn wir jetzt in das Spiel reingehen würden und sagen, wir brauchen nur diesen Punkt, kann es gefährlich werden. Wenn wir nur reagieren statt agieren, bin ich überzeugt, dass es ein ganz enges Spiel wird“, so Kühbauer, der vor allem die eigenen Stärken hervorhebt und sich deshalb nicht nur hinten reinstellen will.

„Ich glaube wohl, dass wir gute Spieler in unseren Reihen haben, ich glaube wohl, dass wir Möglichkeiten vorfinden werden, ich glaube wohl, dass wir Tore schießen und dass wir sehr gut gegen die Rangers verteidigen können. Wir müssen das ganze Paket mitbringen an diesem Tag, um aufzusteigen. Das wird ein physisches Spiel – das wird man im Spiel spüren.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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