NEWS

These: Ein heimischer Klub wird es in die K.o.-Runde schaffen!

Zumindest ein Klub übersteht die Ligaphase – ist Feyenoord ein dankbarer Gegner für Sturm Graz und war der Verkauf von Petar Ratkov ein Fehler? LAOLA1 und Canal+ diskutieren:

These: Ein heimischer Klub wird es in die K.o.-Runde schaffen! Foto: © GEPA

In unserem Format "Ansichtssache" versuchen wir, Meinungen, Stimmungen, Überreaktionen oder sonstige Ansichten jeglicher Art in eine These zu packen und zu analysieren.

Das kann mal provokant sein, mal eine oft gehörte Meinung. Mal sehr strittig, mal weniger. Mal eine Prognose, mal eine simple Einordnung.

In der aktuellen Ausgabe behandeln wir den nächsten Spieltag in der Europa League. Die österreichischen Teams stehen unter Zugzwang. Am Donnerstag geht's für Sturm (vs. Feyenoord) und Salzburg (vs. Basel) mit der Ligaphase der UEFA Europa League weiter.

Canal+ überträgt das Duell zwischen Sturm Graz und Feyenoord am Donnerstag (Ankick ist um 18:45 Uhr) live und exklusiv >>>

Passend dazu hat die Redaktion Johannes Hofer, Kommentator bei Canal+, und Flo Hager, Redakteur bei LAOLA1, mit drei Thesen konfrontiert:

These: Die Lage ist nicht so aussichtslos, wie alle denken: Mindestens ein österreichischer Klub wird es in die K.o.-Runden-Playoffs der UEFA Europa League schaffen!

test
Sturm Graz will aus Rotterdam etwas mitnehmen
Foto: ©GEPA

Flo Hager:

Ich wäre gerne so optimistisch, doch ein Weiterkommen erscheint mir aktuell als unwahrscheinlich. Sturm liegt aktuell drei Punkte hinter dem 24. Platz, der für den Einzug in die K.o.-Phase reicht, Salzburg sogar vier.

Klar, Feyenoord ist derzeit nicht besonders gut in Form und hat von den letzten fünf Spielen lediglich eines gewonnen. Dennoch muss man gegen ein Team mit dieser Qualität erstmals bestehen und wohl das Punktemaximum aus den beiden verbliebenen Spielen holen.

Im letzten Jahr hat kein Team – weder in der Champions League noch in der Europa League – die K.o.-Phase mit weniger als zehn Punkten erreicht. Betrachtet man das, hat Salzburg mit aktuell drei Punkten praktisch keine Chance mehr. Und dann wartet mit Aston Villa auch noch eine absolute Topmannschaft, die in der Premier League aktuell mit den besten der Besten mithält.

Johannes Hofer:

Diesen Optimismus hätte ich gern! Da bin ich bei Flo. Sollte ein Team die Ligaphase überstehen, wäre das meiner Meinung nach eine kleine Sensation. Salzburgs Chancen halte ich für noch kleiner, als Sturms Minichance.

Unter normalen Umständen sollten die Grazer im De Kuip chancenlos sein. Doch bei Feyenoord kriselt es nicht erst seit gestern. Trotzdem ist die Kaderqualität unbestritten und Spieler wie Anis Hadj Moussa können Spiele im Alleingang entscheiden. Aktuell fehlt mir aber die Fantasie, wie Sturm nach dem enttäuschenden Europacup-Herbst jetzt plötzlich zwei Siege in Folge schaffen soll.

Aber die Möglichkeit auf Punkte in Rotterdam ist aktuell vielleicht so groß wie lange nicht.

These: Feyenoord in der Krise! Einen besseren Gegner kann sich Fabio Ingolitsch zum Einstand nicht wünschen.

test
Ingolitsch steht gegen Feyenoord vor seinem Debüt
Foto: ©GEPA

Johannes Hofer:

Drei Siege in den vergangenen 14 Spielen, in der Liga zwar Zweiter, aber 16 Punkte hinter PSV und in der Europa League erst drei mickrige Punkte. Die jüngste Bilanz von Feyenoord liest sich schaurig. Die Einzelspieler haben zweifelsfrei riesige Qualität. Doch aktuell dominieren individuelle Fehler das Spiel des niederländischen Riesen. Da halfen im Derby auch zwei Traumtore von Trainerspross Shaqueel nichts.

Sein Vater Robin van Persie bekam nach der Derbyniederlage am Wochenende öffentlichkeitswirksamen Zuspruch von Sportchef Dennis te Kloese. Es dürfte also ein Schicksalsspiel für die Feyenoord-Ikone werden.

Die Niederländer liegen wie auf dem Serviertablett für Ingolitschs Pflichtspieldebüt. Aber noch wissen wir alle nicht, wie sich "Sturm Neu" im Ernstfall präsentieren wird. Die Energie von Tochi Chukuwuani muss ersetzt werden. Das ist Chance und Bürde zugleich. Zudem braucht es wieder magische Momente vom Duo Kiteishvili und Horvat auf seiner Abschiedstournee.

Flo Hager:

Eines vorweg: einfach wird es gegen Feyenoord definitiv nicht, aber wenn man einen solchen Gegner haben will, dann in einer solchen Phase und nicht im frühen Herbst, als die Niederländer bis Ende Oktober acht der ersten neun Ligaspiele gewonnen haben und damit richtig gut in die Saison gestartet sind.

Danach ist ein Rapid-ähnlicher Abfall geschehen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Sturm Graz vom berühmten "Trainerffekt" profitieren kann und Punkte aus Rotterdam mitnimmt.

These: Petar Ratkov zu verkaufen, war ein Fehler. Geld ist schön, aber Tore sind wichtiger, wenn Salzburg heuer zur Abwechslung wieder mal einen Titel holen möchte.

test
Ratkov geht nun für Lazio Rom auf Torejagd
Foto: ©GEPA

Flo Hager:

Im Winter Spieler ziehen zu lassen, ist immer eine heikle Entscheidung – zumal Ratkov mit neun Treffern aktuell der beste Torschütze der Salzburger ist. Dennoch sind 13 Millionen Euro eine ordentliche Summe, vor allem wenn man bedenkt, dass man ihn erst im Sommer 2023 für sieben Millionen geholt hat.

Andere Vereine würde man feiern, wenn man einen Spieler aus der heimischen Liga für diese Summe verkauft. Bei Salzburg ist man es, will ich fast sagen, schon gewohnt, solche Deals und Transfergewinne zu erzielen.

Da auch Konate im Laufe des Frühjahrs zurückkehrt und man mit Vertessen, Baidoo und Onisiwo Spieler hat, denen Tore zuzutrauen sind, halte ich es für einen klugen Transfer für alle Parteien.

Johannes Hofer:

Wenn du für Petar Ratkov 13 Millionen bekommst, darfst du dir von vielen Menschen auf die Schulter klopfen lassen. Der Serbe ist kein schlechter Stürmer, aber definitiv auch kein außergewöhnlich guter.

Wie Flo richtig schreibt: Die Summe ist für Salzburger Verhältnisse Normalität. Ratkov ist ein durchaus gutes Beispiel für den Switch im Scouting der Bullen. Ein klassischer Brecher mit Stärken im Strafraum und für das Salzburger Pressing eigentlich nicht gemacht. Geholt mit dem Wissen, dass es für ihn einen Markt gibt, war die ursprüngliche Verpflichtung monetär ein smarter Move. In der Europa League blieb er im Herbst torlos. Insofern wird er den Bullen in den verbleibenden zwei Spielen nicht fehlen.

Österreichs legendärste Europacup-Siege gegen Niederlande

Kommentare