5-Jahreswertung: Zementiert Österreich Top-10 ein?

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Österreich geht mit voller Power in den europäischen Herbst!

Erstmals seit elf Jahren sind gleich vier rot-weiß-rote Vertreter in einer Europacup-Gruppenphase dabei.

Der FC Salzburg, der LASK, der WAC und Rapid wollen dafür sorgen, dass die Bundesliga zum zweiten Mal nach der Saison 2017/18 einen Fixplatz in der Champions League holt.

Die Ausgangslage dafür ist grandios: Österreich startete auf Rang zehn des UEFA-Rankings in die Saison – bereits Rang elf würde ein CL-Fixticket für die Saison 2022/23 sehr wahrscheinlich machen - und hat nach einer bombastischen Qualifikationsphase die große Chance, einen Platz unter den zehn besten Ligen Europas einzuzementieren.

LAOLA1 erklärt in der 5-Jahreswertungs-Analyse, warum Österreich ein CL-Fixticket kaum mehr zu nehmen ist und zeichnet den Weg für einen Angriff nach oben in Richtung Platz acht vor.

Rang 16/17 17/18 18/19 19/20 202/21 Punkte verbl. Teams
1 Spanien 20,142 19,142 19,571 18,928 2,928 81,283 7/7
2 England 14,928 20,071 22,642 18,571 2,928 79,140 7/7
3 Italien 14,250 17,333 12,642 14,928 2,857 62,010 7/7
4 Deutschland 14,571 9,857 15,214 18,714 2,785 61,141 6/7
5 Frankreich 14,416 11,500 10,583 11,666 2,416 50,581 5/6
6 Portugal 8,083 9,666 10,900 10,300 2,000 40,949 3/5
7 Russland 9,200 12,600 7,583 4,666 2,500 36,549 4/6
8 Belgien 12,500 2,600 7,800 7,600 2,400 32,900 4/5
9 Niederlande 9,100 2,900 8,600 9,400 2,200 32,200 4/5
10 ÖSTERREICH 7,375 9,750 6,200 5,800 2,300 31,425 4/5
11 Ukraine 5,500 8,000 5,600 7,200 2,800 29,100 3/5
12 Türkei 9,700 6,800 5,500 5,000 1,900 28,900 2/5
13 Schottland 4,375 4,000 6,750 9,750 4,000 28,875 2/4
14 Dänemark 8,500 5,250 4,875 5,125 3,625 27,375 1/4
15 Zypern 5,500 7,000 6,125 5,125 3,250 27,000 1/4
16 Serbien 2,875 6,375 6,000 6,000 3,000 24,250 1/4
17 Schweiz 4,300 6,500 3,900 6,400 2,375 23,475 1/4
18 Griechenland 5,800 5,100 5,100 4,900 2,500 23,400 3/5
19 Kroatien 5,125 5,125 5,750 4,375 1,900 22,275 2/5
20 Tschechische Republik 5,500 5,500 6,500 2,500 1,600 21,600 3/5

8. Belgien (32.900):

Champions League

Club Brügge in Gruppe F mit Zenit St. Petersburg (RUS), Borussia Dortmund (GER) und Lazio Rom (ITA)

Europa League

Standard Lüttich in Gruppe D mit Benfica Lissabon (POR), Glasgow Rangers (SCO) und Lech Posen (POL)

Royal Antwerpen in Gruppe J mit Tottenham Hotspur (ENG), Ludogorets Razgrad (BUL) und LASK (AUT)

KAA Gent in Gruppe L mit Roter Stern Belgrad (SRB), TSG Hoffenheim (GER) und Slovan Liberec (CZE)

Die Aussicht auf ein Überholmanöver gegen die Belgier ist nach der Qualifikationsphase deutlich heiterer geworden.

Zwar brachte die Jupiler Pro League ebenfalls vier Teams in die Gruppenphasen, aufgrund einer deutlich schwierigeren belgischen Auslosung könnte der auf 1,475 Punkte zusammengeschrumpfte Vorsprung der Belgier allerdings weiter schmelzen.

Blöderweise ging das erste direkte österreichisch-belgische Duell an das westeuropäische Königreich – der SK Rapid musste sich etwas unglücklich in Runde drei des Liga-Wegs der Champions-League-Quali der KAA Gent geschlagen geben. Da die schwer angeschlagenen "Büffel" im anschließenden Playoff gegen Dynamo Kiew scheiterten, ist der daraus entstandene Schaden aber nicht allzu drastisch.

Als Bonusteam neben den drei europäischen Fix-Startern Gent, Brügge und Antwerpen schaffte es Standard Lüttich über einen äußerst angenehmen Qualifikationsweg in die Europa League. Die Wallonen bekamen es als gesetztes Team mit dem walisischen FC Bala Town, Vojvodina aus Serbien und den Ungarn MOL Fehervar mit alles anderem als europäischen Kalibern zu tun. Für den RSC Charleroi war hingegen im Playoff der EL-Quali gegen Lech Posen Endstation.

In ihren jeweiligen Gruppen sind die Belgier nun jeweils weit weg von einer Favoritenrolle. Club Brügge hat es aus Topf vier der Champions-League-Auslosung zwar relativ annehmbar erwischt, der nach der abgebrochenen Jupiler-Pro-League-Saison zum belgischen Meister 2019/20 erklärte Klub wird gegen Zenit St. Petersburg, Borussia Dortmund und Lazio Rom aber maximal um einen Europa-League-Umstieg spielen können. Standard Lüttich hat die Auslosung in der Europa League trotz Topf zwei hart getroffen, mit Benfica und den Rangers haben die Wallonen zwei äußerst unangenehme Konkurrenten.

Auch für Gent, das sich weiter in einer tiefen sportlichen Krise befindet, hätte es als topgesetztes Team besser laufen können, Roter Stern Belgrad und die TSG Hoffenheim werden für die Flamen in ihrer aktuellen Lage kein Zuckerschlecken. Royal Antwerpen hat bei der Rückkehr in einen europäischen Hauptbewerb nach 26 Jahren Tottenham, Ludogorets Razgrad und - am wichtigsten - den LASK gezogen. Die Duelle zwischen dem ältesten Klub Belgiens und den Linzern werden auch darüber entscheiden, ob Österreich in dieser Saison tatsächlich an Belgien rankommen kann.

Prognose:

Österreich wird ganz knapp daran scheitern, Belgien zu überholen.

Zwar ist es durchaus möglich, dass alle Vertreter der Jupiler Pro League bereits in der Gruppenphase scheitern – ein Favorit auf den Aufstieg ist nämlich kein belgisches Team - die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die Belgier mit Ausnahme der Katastrophen-Saison 2017/18 im Kollektiv stets stark punkten und sich ihre Konkurrenten um Platz acht so in den letzten beiden Jahren erfolgreich vom Hals halten konnten.

Der Unterschied zwischen Rang acht, neun und zehn der 5-Jahreswertung ist aber ohnehin marginal und kommt nur zum Tragen, wenn sich der Europa-League-Sieger nicht über die eigene Meisterschaft für die Champions League qualifiziert – dann muss der Vizemeister des Zehnten des UEFA-Rankings bereits in Runde zwei des Liga-Wegs der CL-Quali einsteigen und hat damit die Europa-League-Gruppenphase noch nicht sicher.

Nach dieser Saison fällt den Belgiern mit der Saison 2016/17 (12,5 Punkte) allerdings über ein Drittel (!) ihres aktuellen Punktekontos raus, weswegen Österreich nach derzeitigem Stand zur kommenden Saison über 3,5 Punkte voranliegt.

9. Niederlande (32.200)

Champions League

Ajax Amsterdam in Gruppe D mit FC Liverpool (ENG), Atalanta Bergamo (ITA) und FC Midtjylland (DEN)

Europa League

PSV Eindhoven in Gruppe E mit PAOK Saloniki (GRE), FC Granada (ESP) und Omonia Nikosia (CYP)

AZ Alkmaar in Gruppe F mit SSC Napoli (ITA), Real Sociedad (ESP) und HNK Rijeka (CRO)

Feyenoord Rotterdam in Gruppe K mit ZSKA Moskau (RUS), Dinamo Zagreb (CRO) und Wolfsberger AC (AUT)

Auch die Niederlande treten mit vier Teams in den Gruppenphasen an und könnten wie schon in den letzten beiden Jahren richtig dick punkten.

Neben den Fixstartern Ajax Amsterdam (Champions League) und Feyenoord Rotterdam (Europa League) konnten sich AZ Alkmaar und die PSV Eindhoven für einen Hauptbewerb qualifizieren. Alkmaar musste wie Rapid bereits in Runde zwei des Liga-Wegs der CL-Quali ran, schaltete dort Viktoria Pilsen in einem Verlängerungs-Krimi aus und scheiterte in Runde drei an Dynamo Kiew. Die kriselnde Talente-Truppe, die in dieser Saison alle vier Eredivisie-Spiele nur unentschieden gestalten konnte, löste damit das Ticket für die Gruppenphase der Europa League. Dort tritt auch die PSV Eindhoven an, die in der Qualifikation als gesetztes Team den NS Mura aus der Slowakei und Norwegens Rosenborg locker ausschaltete.

Der größte Beitrag für die 5-Jahreswertung wird auch heuer von Ajax zu erwarten sein, die Amsterdamer sind trotz schwerwiegender Abgänge wieder stark aufgestellt und bekommen es mit Liverpool, Atalanta und Midtjylland mit einer taktisch äußerst spannenden, aber durchaus machbaren Gruppe zu tun. Auch die PSV könnte richtig abliefern, die Eindhovener haben sich nach einer verpatzten Saison mit Ex-Salzburg-Coach Roger Schmidt und namhaften Zugängen wie Mario Götze und Eran Zahavi neu aufgestellt und gelten in ihrer EL-Gruppe mit Schwab- und Murg-Klub PAOK, Granada und Omonia als klarer Favorit.

Anders sieht das bei Alkmaar aus. Der Zweite der abgebrochenen Ehrendivision-Saison hat aus Topf drei ein heftiges Los mit Napoli, Sociedad und Rijeka gezogen, eine erneute Teilnahme am Sechzehntelfinale der Europa League, in dem die Holländer im Frühjahr bekanntlich am LASK scheiterten, liegt in weiter Ferne. Schlussendlich steht auch noch Feyenoord in der Europa League. Die Rotterdamer gelten in einer ausgeglichenen Gruppe mit ZSKA Moskau, Dinamo Zagreb und dem WAC als leichter Favorit. Auch hier werden die direkten Duelle mit dem WAC aus österreichischer Sicht auf doppelte Weise hochinteressant.

Prognose:

Die Holländer sind und bleiben uns ein Stück voraus und werden auch heuer kaum zu holen sein.

Bis auf Alkmaar ist von allen niederländischen Teams ein Aufstieg in ihrer jeweiligen Gruppe fast zu erwarten. Die Eredivisie wurde aufgrund von jahrelangem gewissenhaften Wirtschaften ihrer Großklubs deutlich weniger hart von der Corona-Krise getroffen als andere Ligen aus der "zweiten Reihe" Europas. Zum Vergleich: Während in den Niederlanden über 73 Millionen Euro ausgegeben wurde, investierten die Bundesliga-Klubs nur 13 Millionen Euro – gut zehn Millionen Euro gehen dabei auf das Konto von Salzburg.

Vor allem die PSV, die sogar eine negative Transferbilanz aufweist, steckte richtig viel Geld in den Neuaufbau. Alleine die beide ablösefrei verpflichtenden Stars Mario Götze und Eran Zahavi sollen laut Medienberichten jeweils um die drei Millionen Euro pro Saison verdienen. Mit solch einer finanziellen Potenz kann in Österreich nicht einmal Salzburg mithalten, über kurz oder lange wird uns die Niederlande mehr und mehr enteilen.

Allerdings fällt auch den Holländern mit Saisonschluss mit 9,1 Zählern ein dicker Punkteanteil aus der Wertung. Das bedeutet, dass Österreich aktuell mit einen leichten Vorsprung in die Saison 2021/22 gehen würde.

10. Österreich (31.425)

Champions League

FC Salzburg in Gruppe A mit Bayern München (GER), Atletico Madrid (ESP) und Lokomotiv Moskau (RUS)

Europa League

Rapid Wien in Gruppe B mit FC Arsenal (ENG), Molde FK (NOR), Dundalk FC (IRL)

LASK in Gruppe J gegen Tottenham Hotspur (ENG), Ludogorets Razgrad (BUL) und Royal Antwerpen (BEL)

WAC in Gruppe K gegen ZSKA Moskau (RUS), Dinamo Zagreb (CRO) und Feyenoord Rotterdam (NED)

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Österreich ist vierfach in den europäischen Gruppenphasen vertreten. Das bedeutet zumindest 24 Europacup-Spiele mit rot-weiß-roter Beteiligung in dieser Saison, und damit mindestens 24 Mal die Chance, Punkte für die 5-Jahreswertung zu sammeln.

Wenn man bedenkt, dass man vor nicht allzu langer Zeit noch darum bangen musste, dass es überhaupt ein einziger Bundesliga-Vertreter in den Europacup schafft, ist die aktuelle Situation ein Hochgenuss für die rot-weiß-rote Fußballseele. Die Qualifikationsphase hätte durchaus auch in eine andere Richtung gehen können, doch Rapid, Salzburg und der LASK konnten allesamt absolute Schlüsselspiele für sich entscheiden.

Rapid eliminierte in Runde zwei des Liga-Wegs der CL-Quali Lokomotiva Zagreb und fixierte damit zumindest die Europa League – eine sowohl für Österreich als auch für die Zukunft des Wiener Klubs immens wichtige Errungenschaft. Da war es auch zu verkraften, dass die Hütteldorfer aufgrund einer Niederlage in Runde drei in Gent mit etwas Pech um das CL-Playoff und einige Millionen umfielen. Salzburg durchbrach indes den leidigen Quali-Fluch in der Champions League, indem die "Bullen" mehr oder weniger souverän Israels Meister Maccabi Tel Aviv eliminierten und somit zum zweiten Mal in den Genuss der "Königsklasse" kommen, wo die Mozartstädter bereits in der Vorsaison beweisen konnten, dass sie alles andere als Kanonenfutter sind.

Die größte Überraschung gelang sicherlich dem LASK, bei dem nach den Trainingsvorfällen in der Corona-Pause und dem nicht unumstrittenen Trainerwechsel von Valerien Ismael auf Dominik Thalhammer im Sommer große Unsicherheit herrschte. Die Linzer Mentalitätskrieger bewiesen es aber einmal mehr allen Zweiflern und schossen in Runde drei zunächst Dunajska Streda auf imposante Weise mit 7:0 ab und kickten im Playoff nicht weniger eindrucksvoll den portugiesischen Top-Klub Sporting Lissabon mit 4:1 auswärts raus. Einzig der TSV Hartberg ging bei seiner Europacup-Premiere leer aus, die Oststeirer scheiterten etwas unnötig bereits in Runde zwei der EL-Quali am polnischen Klub Piast Gliwice. Dafür ist zum zweiten Mal in Folge der WAC in der Europa League vertreten, die Lavanttaler sind als Dritter der Bundesliga-Vorsaison ein Fixstarter.

Die Losfee hat es für Österreich heuer äußerst gut gemeint, alle vier Vertreter dürfen sich über ihre jeweiligen Gruppen wahrlich nicht beschweren. Zwar hat Salzburg mit den Bayern und Atletico zwei richtige Kaliber erwischt, in der Champions League gibt es aber ohnehin keine einfachen Gruppen. Zumal mit Lok Moskau aus Topf vier eine blendende Chance auf Rang drei und damit den Umstieg in die Europa League besteht.

Der LASK und Rapid haben mit Tottenham bzw. Arsenal zwei absolute Kracher als Gruppenköpfe gezogen, dafür darf man sich über die restlichen Gegner nicht beschweren. Rapid aus Topf zwei hat mit Molde und Dundalk zwei absolute Traumlose zugewiesen bekommen, die Hütteldorfer sind damit ein klarer Favorit auf den Aufstieg. Etwas schwieriger wird es für den LASK, Royal Antwerpen aus Topf vier hätte es nicht gebraucht, dafür lässt sich über das Topf-Zwei-Los Ludogorets Razgrad nicht klagen. Und auch der WAC hätte es aus Topf vier gezogen schlechter erwischen können, im Pool mit ZSKA Moskau, Dinamo Zagreb und Feyenoord Rotterdam sind die Lavanttaler zumindest kein krasser Außenseiter.

Nicht verheimlichen darf man dabei, dass Österreich in der bisherigen Europacup-Saison mehr von der Corona-Pandemie profitiert, als Schaden daran genommen hat. Sowohl Maccabi Tel Aviv, Lokomotiva Zagreb als auch Sporting Lissabon hatten vor ihren jeweiligen Schlüsselduellen mit den österreichischen Vertretern mit Corona-Fällen innerhalb des Kaders zu kämpfen. Die rot-weiß-roten Klubs blieben bis auf wenige Ausnahmen bisher von Infektionen verschont – dieses Pendel kann aber genauso schnell in die andere Richtung schlagen.

Prognose:

Die Chance, dass sich Österreich in dieser Saison zum dritten Mal in Folge einen CL-Fixplatz und damit die Butter vom Brot nehmen lassen muss, ist schon vor der Gruppenphase äußerst gering. Mit vier Vertretern ist die Bundesliga deutlich breiter aufgestellt als alle Verfolger, dazu hat es quasi alle Länder unmittelbar hinter uns bei der Auslosung richtig böse getroffen, während Österreich in dieser Hinsicht von Fortuna geküsst wurde.

Es besteht eine äußerst realistische Chance, dass Rot-Weiß-Rot im Frühjahr zumindest dreifach vertreten ist. Von den Salzburgern, die der klare Favorit auf Platz drei in ihrer Gruppe sind, und von Rapid, das im Vergleich mit Molde und Dundalk deutlich höher einzustufen ist, wird ein Europa-League-Sechzehntelfinale fast schon erwartet. Auch der LASK hat gute Möglichkeiten, zum zweiten Mal in Folge die Runde der letzten 32 zu erreichen, gegen Ludogorets und Antwerpen sollten die Athletiker in der aktuellen Form zu favorisieren sein. Einzig beim WAC, der nicht nach Wunsch in die neue Saison gestartet ist, kann man realistischerweise nicht mit einem Aufstieg rechnen – allerdings punkteten die Kärntner im Vorjahr in einer deutlich schwierigeren Gruppe bereits kräftig.

Mit über 2,5 Punkten Vorsprung auf den Zwölften Türkei und Schottland auf Rang 13 ist Platz elf der 5-Jahreswertung und damit ein sehr wahrscheinliches Fixticket in der Champions-League-Saison 2022/23 für den österreichischen Meister aktuell so gut wie abgesichert, da sowohl die Türken als auch die Schotten nur mehr jeweils zwei Teams im Rennen haben, und bei der Auslosung hart getroffen wurden. Kann Österreich auch Rang zehn gegen die Ukraine mit über 2,3 Punkten Rückstand verteidigen, hat die Bundesliga 2022/23 auf jeden Fall einen CL-Fixplatz – unabhängig davon, ob der Champions-League-Sieger 2022 sich über die Meisterschaft für die "Königsklasse" qualifiziert.

In Hinblick auf die Zukunft gilt es heuer, die 7,375 Punkte, die aus der Saison 2016/17 rausfallen, so gut es geht abzufedern. Auf diesen Wert fehlen Österreich im Moment umgerechnet 13 Siege. Desweiteren könnten sich unsere vier Vertreter eine gute Ausgangsposition für den Start der kommenden Saison rausspielen. Vorläufig liegt Österreich in der Wertung für 2021/22 sogar auf Rang neun und mit nur etwas über drei Punkten Rückstand auf den Siebten Russland in einer Lauerstellung auf ganz neue Sphären in der 5-Jahreswertung. Die Russen befinden sich ähnlich der Ukraine und der Türkei seit Jahren im Abwärtstrend und verlieren in den nächsten beiden Jahren viele Punkte. Dass Österreich künftig tatsächlich um Rang sieben und damit um sechs internationale Startplätze – zwei davon in der Champions League – mitmischen darf, ist aber noch weit entfernte Zukunftsmusik.

11. Ukraine (29.100)

Champions League

Shakhtar Donetsk in Gruppe B mit Real Madrid (ESP), Inter Mailand (ITA) und Borussia Mönchengladbach (GER)

Dynamo Kiew in Gruppe G mit Juventus Turin (ITA), FC Barcelona (ESP) und Ferencvaros Budapest (HUN)

Europa League

Zorya Lugansk in Gruppe G mit SC Braga (POR), Leicester City (ENG) und AEK Athen (GRE)

Es sieht – wieder einmal – nicht besonders gut aus für die Ukraine.

In den letzten Jahren bugsierten sich die Ost-Europäer mit dem Rücken zur Wand vor allem dank Shakhtar Donetsk stets aus brenzlichen Situationen, heuer könnte es allerdings zum großen Einbruch kommen – der Auslosung sei Dank.

Die Qualifikations-Phase verlief für die Ukraine dabei eigentlich gut. Dynamo Kiew eliminierte im Liga-Weg der Champions-League-Quali sowohl Alkmaar als auch Gent und feiert damit nach drei Jahren Pause ein Comeback in der "Königsklasse". Von den beiden Europacup-Neulingen Desna Chernigiv und Kolos Kovalivka waren schon im Vorfeld keine Wunderdinge zu erwarten, beide scheiterten bereits in Runde drei der Europa-League-Quali. Shakhtar Donetsk (Champions League) und Zorya Lugansk (Europa League) besitzen Fix-Tickets.

Bei der Auslosung wurden alle drei Vertreter der Premier Liga allerdings schwer getroffen. Sowohl Shakhtar, das aus Topf zwei gelost, Real Madrid, Inter Mailand und Gladbach zugeteilt bekam, als auch Dynamo Kiew, dessen Name wie Salzburg in Lostopf drei lag, mit Juventus Turin, Barcelona und Ferencvaros in der Gruppe werden maximal auf Rang drei in ihren jeweiligen Gruppen hoffen dürfen. Zorya Lugansk wird wie bei den beiden bisherigen Europa-Leauge-Teilnahmen erneut nicht viel mehr als Kanonenfutter sein, zumal die Gruppe der Ost-Ukrainer mit Braga, Leicester und AEK alles andere als gemütlich aussieht.

Prognose:

Die Ukraine wird Österreich heuer und vielleicht für lange Zeit nicht mehr gefährden können.

Nachdem die Tendenz der Ukraine in den letzten Jahren nach unten zeigte, meldeten die Ost-Europäer in der Vorsaison mit einem Halbfinal-Einzug von Shakhtar Donetsk in der Europa League und 7,200 Zählern zurück.

Dieser Höhenflug dürfte aber eine Ausnahme bleiben, bereits in diesem Jahr könnte aufgrund der harten Auslosung ein ordentlicher Einbruch erfolgen. Österreichs Ziel muss es in diesem Spieljahr sein, den Vorsprung auf die Ukrainer, der zum Start der nächsten Saison nur gut 0,4 Punkte beträgt, auszubauen, um sich die Ost-Europäer langfristig vom Hals zu halten.

12. Türkei (28.900)

Champions League

Basaksehir Istanbul in Gruppe H mit Paris Saint-Germain (FRA), Manchester United (ENG) und RB Leipzig (GER)

Europa League

Sivasspor in Gruppe I mit FC Villarreal (ESP), Qarabag Agdam (KAZ), Maccabi Tel Aviv (ISR)

Wie erhofft dürfte die Türkei in dieser Saison so richtig einbrechen und in die Tiefen der fußballerischen Bedeutungslosigkeit abstürzen. Das ist zum einem dem sportlichen Verfall der Süper Lig geschuldet, zu anderem einer gehörigen Portion Pech.

Die Süper Lig hätte nämlich drei Fix-Starter im Europacup gehabt, wenn die Corona-Krise nicht gewesen wäre. Da aber zum Zeitpunkt der Auslosung der zweiten Runde des Liga-Wegs der Champions-League-Qualifikation noch nicht feststand, ob sich der spätere Europa-League-Sieger auch über die Meisterschaft für die "Königsklasse" qualifiziert, musste der türkische Vizemeister – Besiktas Istanbul – bereits eine Runde früher in die CL-Quali einsteigen und fiel damit um eine fixe Europa-League-Teilnahme um.

Besiktas scheiterte in Folge in der zweite Quali-Runde des Liga-Wegs zunächst an PAOK Saloniki und damit an der Teilnahme an der Champions League, musste in Runde drei der EL-Quali umsteigen und kassierte dort das unglückliche Aus im Elfmeterschießen gegen Rio Ave. Da auch Galatasaray - im Playoff an den Glasgow Rangers – sowie Alanyaspor – in Runde drei an Rosenborg – in der EL-Quali scheiterten, bleiben am Ende nur Basaksehir und Debütant Sivasspor übrig.

Dass uns Basaksehir auch heuer in die Suppe spuckt, gilt als so gut wie ausgeschlossen. Der Erdogan-Klub aus Istanbul, der im Vorjahr quasi im Alleingang Platz elf der 5-Jahreswertung gegen Österreich verteidigte, wurde bei seiner Champions-League-Premiere in eine absolute Todesgruppe mit PSG, Manchester United und RB Leipzig gelost. Dazu befindet sich der erstmalige türkische Meister, bei dem der ehemalige Rapid-Linksverteidiger Boli Bolingoli mittlerweile kickt, mit drei Pleiten zum Saisonstart in der Süper Lig in einer Formkrise.

Sivasspor, das erstmals überhaupt in einem UEFA-Hauptbewerb steht, hat mit Villarreal, Maccabi und Qarabag zwar eine sportliche Traumgruppe erwischt, als Favorit auf den Aufstieg gilt das Team von Ex-Austrianer Larry Kayode aber auch in dieser Konstellation nicht. Fenerbahce fehlt der Türkei in dieser Europacup-Saison aus sportlichen Gründen, dazu wurde Vizemeister Trabzonspor wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für zwei Saisons von allen UEFA-Bewerben ausgeschlossen.

Prognose:

Die Türkei sind wir als Konkurrent in der 5-Jahreswertung ein für alle Mal los.

Viele Punkte werden zu den 1,9 Zählern, die aktuell am türkischen Konto liegen, nicht mehr dazu kommen. Der einst so große türkische Klubfußball befindet sich seit Jahren am absteigenden Ast und ist nun am Tiefpunkt angelangt. Der Verfall der türkischen Lira wurde durch die Corona-Krise nochmals befeuert und hat dafür gesorgt, dass der letztjährige Negativ-Ausgabenrekord der letzten zehn Jahre von "nur" 76 Millionen Euro nochmals um 46 Millionen (!) Euro in diesem Sommer unterboten wurde. Weniger als 33 Millionen Euro in der abgelaufenen Transferperiode wurden letztmals im Spieljahr 2003/04 in der Türkei ausgegeben, immer mehr Stars verlassen die einst so glanzvolle Süper Lig.

Die Türkei könnten in den nächsten Jahren böse durchgereicht werden und bereits in der kommenden Saison aus den Top-15 rauspurzeln. Zum Start der Spielzeit 2021/22 liegen die Türken bereits fast fünf Punkte hinter uns in der 5-Jahreswertung. Dass die Türkei irgendwann einbrechen wird, war seit Jahren klar. Dass es so rasch geschah, kommt doch überraschend.

13. Schottland (28.875)

Europa League

Glasgow Rangers in Gruppe D mit Benfica Lissabon (POR), Standard Lüttich (BEL) und Lech Posen (POL)

Celtic Glasgow in Gruppe H mit Sparta Prag (CZE), AC Milan (ITA) und LOSC Lille (FRA)

Unser gefährlichster Verfolger in dieser Saison heißt Schottland und findet sich momentan auf Rang 13 der 5-Jahreswertung wieder.

Die Schotten befinden sich seit dem Wiederaufstieg der Glasgow Rangers vor vier Jahren im steten Aufwind, konnten in den letzten Saisons viel Momentum aufbauen und auch dank eines Vierer-Teilers in kürzester Zeit von Rang 25 zum Ende der Saison 2015/16 auf Rang 13 in der aktuellen Wertung vorstoßen. Da die schottische Premiership im Gegensatz zu Österreich alle eingefahrenen Punkte nur durch vier teilen muss und alle vier Vertreter bereits früh in der Qualifikation einstiegen, haben die Schotten in dieser Saison bereits ganze vier Zähler am 5-Jahreswertungs-Konto und sind gemeinsam mit Ungarn und Israel in der laufenden Spielzeit aktuell europäischer Spitzenreiter.

Ab der kommenden Saison ist allerdings Schluss mit den leicht verdienten Punkten. Die Schotten gehen im nächsten Herbst als 14. der Saison 2019/20 in fünffacher Vertretung an den Start. Die Zeiten, in denen einfache Quali-Punkte gegen Halbprofi-Mannschaften eingefahren werden können, sind dann vorbei.

Zwar mussten Aberdeen und Motherwell schon in Runde drei der Europa-League-Qualifikation die Segel streichen und Celtic schon in Runde zwei des Meisterschaftswegs der Champions-League-Quali eine überraschende Pleite gegen Ferencvaros hinnehmen. Da sich mit Celtic, das in die EL-Quali umstieg, und den Rangers dennoch beide Glasgower Klubs für die Europa League qualifizieren konnten, sind die schottischen Chancen auf ein Angriffsmanöver unter anderem auf Österreich weiterhin intakt.

Allzu gefährlich dürften die Schotten uns aber nicht werden, beide Glasgower Klubs haben in der Europa League richtig schwierige Aufgaben zugetragen bekommen. Vor allem die Gruppe von Celtic, das sogar aus Topf eins gezogen wurde, hat es in sich und hätte vor zehn Jahren noch als Champions-League-Gruppe durchgehen können. Gegen Lille, Sparta Prag und den AC Milan haben die "Bhoys" vor allem ohne der Unterstützung ihrer Fans im Rücken ein hartes Stück Arbeit vor sich. Etwas einfacher haben es die Rangers erwischt, obwohl sie Topf drei bei der Auslosung zugeteilt waren. Ein Spaziergang wird die Gruppenphase mit Gegnern wie Standard Lüttich, Benfica und Lech Posen für die Truppe von Steven Gerrard aber sicherlich nicht.

Prognose:

Die Schotten sollten mit 2,5 Punkten Rückstand – umgerechnet fünf schottische Siege – in Schach gehalten werden können.

Die beiden Glasgower Klubs sollten nicht in der Lage sein, zu zweit mehr Punkte als die vier österreichischen Vertreter zu erzielen. Viel wahrscheinlicher ist, dass Österreich erstmals nach drei Jahren wieder mehr Punkte als die Schotten einfahren und den Vorsprung auf die Briten weiter ausbauen kann. Nur wenn in dieser Saison sowohl Celtic als auch die Rangers das Kunststück aus dem Vorjahr wiederholen und beide ins Europa-League-Sechzehntelfinale aufsteigen, könnte es für Österreich heikel werden.

Zur Saison 2021/22 liegt Schottland im Moment als Achter schon knapp vor Österreich, was den bisherigen Höhepunkt des starken Comebacks der Schotten darstellt, die noch vor wenigen Jahren in der sportlichen Bedeutungslosigkeit kickten und nur durch Celtic international auffielen. Mit den Rangers hat sich in den letzten Jahren allerdings eine zweite starke Kraft bei den Briten etabliert. Langfristig dürfte Österreich gegen Schottland allerdings die Nase vorne behalten, da die Bundesliga deutlich breiter aufgestellt sein sollte als die Premiership.

Textquelle: © LAOLA1.at

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