Jaissle: "Dann ist es brutal schwer!"

Jaissle: Foto: © GEPA
 

So ganz konnte der FC Salzburg den Quali-Fluch in der Champions League also doch nicht abschütteln.

Nachdem die "Bullen" zuletzt zwei Mal in der "Königsklasse" dabei waren und sich im letzten Jahr erstmals aus eigener Kraft für die Gruppenphase qualifizierten, begann gegen ein schwer kriselndes Bröndby IF erneut das große Nervenflattern.

Die Mozartstädter fingen sich im Hinspiel des Playoffs bereits nach vier Minuten einen 0:1-Rückstand ein, gingen schlussendlich allerdings mit 2:1 als knapper, aber verdienter Sieger vom Feld (Spielbericht>>>).

"Es ist brutal schwer für so eine junge Mannschaft, nach vier Minuten zurückzuliegen. Da muss man sich erstmal kurz schütteln und mit der neuen Situation klar kommen", verteidigt Matthias Jaissle bei der Pressekonferenz nach dem Spiel die ausbaufähige Leistung seiner Mannschaft im ersten Durchgang in der Red Bull Arena.

Kristensen: "Das muss ich besser machen"

Die kalte Dusche ereilte Salzburg am Dienstagabend in Form von Mikael Uhre. Der dänische Angreifer ließ Max Wöber mit dem Rücken zum Tor schlecht aussehen und schob aus kurzer Distanz zur überraschenden Führung für Bröndby ein, nachdem er ideal von Kevin Mensah bedient wurde, der zuvor Rasmus Kristensen ausspielen konnte.

"Ich habe alles im Griff, aber beim letzten Schritt steige ich auf den Ball. Ich habe ein bisschen Pech. Das muss ich natürlich besser machen, aber das passiert im Fußball", ärgert sich der sonst so zweikampfstarke Kristensen bei "Sky" über seinen frühen Fehler, der sofort bestraft wurde.

Der 24-jährige Däne war einer von zehn Spielern in der Salzburger Startelf, der noch nie bei einem Quali-Scheitern der "Bullen" am Feld stand. Einzig Andreas Ulmer musste diese Tortur schon neun Mal mitmachen. "Es ist schwierig, wenn man gleich mit dem ersten Torschschuss 0:1 hinten ist. Wir haben probiert, irgendwie in die Box zu kommen, aber das ist uns in der ersten Halbzeit nicht so gut gelungen", spricht der Kapitän einen ausbaufähigen ersten Durchgang der Mozartstädter klar an.

(Text wird unter dem VIDEO fortgesetzt)



Rückkehr des Quali-Fluchs?

Obwohl der Großteil des jungen "Bullen"-Teams vom Quali-Fluch unbedarft ins Spiel ging, spürte man die Verunsicherung, die der frühe Gegentreffer mit sich brachte, bis auf die Tribüne. Die Salzburger taten sich wie bereits zuletzt gegen die Wiener Austria und die Admira gegen einen enorm tiefstehenden Gegner schwer, Torchancen herauszuspielen. Bröndby antwortete auf die Salzburger Raute mit einer extrem defensiven Fünferkette, die zunächst kaum etwas zuließ.

"Es war wie erwartet ein sehr intensives Spiel. Der Spielverlauf hat es nicht einfacher gemacht für uns. Der Art und Weise, wie Bröndby Fußball gespielt hat, kam das frühe Tor entgegen, deswegen waren sie schwierig zu bespielen", analysiert Jaissle die erste Hälfte, die "aber auch nicht so schlecht war". "Wirklich gut" war aber erst die zweite Halbzeit, gibt der 33-jährige Deutsche zu.

Der junge RBS-Coach, der damit auch sein sechstes Pflichtspiel im Profigeschäft siegreich gestalten konnte, vertraute in der Startelf gegen Bröndby etwas überraschend auf Sommer-Neuzugang Nicolas Capaldo und ließ den zuletzt formschwachen Brenden Aaronson draußen. Der 22-jährige Argentinier sollte für seine starken Trainingsleistungen belohnt werden und eine entscheidende Rolle im Pressing spielen, "um das Attackieren gegen den Ball etwas überzugewichten", so Jaissle.

Jaissle-Sonderlob für Aaronson

Tatsächlich wurden Capaldos Stärken in der Balleroberung gegen Bröndby aber kaum gebraucht, da sich die Dänen meist mit hohen Bällen befreiten. Weil dem Mittelfeldspieler im Spiel mit dem Ball kaum etwas gelang, blieb Jaissle seinem strikten Leistungsprinzip treu und ersetzte Capaldo zur Pause durch Aaronson.

Der US-Amerikaner, der auf der Zehn zuletzt die starken Leistungen aus der Vorsaison, als er am Flügel mehr Freiräume bekam, noch schuldig blieb, bereitete in der Folge das 1:1 durch Karim Adeyemi vor und erzielte den späten Siegtreffer nach einer wunderbaren Vorlage von Oumar Solet selbst.

"Brenden hat es dann richtig gut gemacht, als er reinkam", stellt Jaissle dem 20-Jährigen ein gutes Zeugnis aus: "Gerade gegen so einen tiefen Block hat es Brenden durch seine quirlige Art und Weise mit viel Tiefgang gut gemacht."

Der Deutsche war mit der Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang insgesamt sehr zufrieden. "Es geht darum, dass man im Spiel mit dem Ball gegen einen tiefen Gegner sauber bleibt und die Abläufe konsequent zu Ende spielt. Von dem her war das in Summe in der zweite Halbzeit eine richtig gute Partie", findet Jaissle.

Einzig die ausbaufähige Chancenauswertung stieß dem Deutschen an diesem Abend sauer auf (Hier nachlesen>>>).

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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