Mourinhos großer Sieg über Juve

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Was am 26. Mai 1999 in Barcelona geschehen ist, ist längst Fußball-Geschichte.

Manchester United feierte im Finale der UEFA Champions League einen 2:1-Sieg über den FC Bayern – dank zweier Treffer in der Nachspielzeit.

Seither haben die „Red Devils“ nie wieder ein Spiel in der Königsklasse in den finalen fünf Minuten eines Spiels gedreht. Bis Mittwochabend. Denn da jubelten die Engländer über einen 2:1-Sieg bei Juventus Turin. Juan Mata (86.) und ein Eigentor von Alex Sandro in der Schlussminute drehten die Partie zugunsten der Gäste. Spielbericht >>>

Freilich nicht so unfassbar wie ein CL-Finale, emotional aber allemal. Und so schritt Jose Mourinho nach dem Schlusspfiff mit der Hand am Ohr über den Rasen und ließ die Fans der Turiner so sicherheitshalber noch einmal wissen, wer am Ende die Lacher auf seiner Seite hatte.

"Sie haben mich 90 Minuten lang beleidigt"

Jose Mourinho

„Ich habe doch niemanden angegriffen. Ich habe nur eine Geste gemacht, dass ich sie gerne lauter hören würde. Vielleicht hätte ich das nicht tun sollen, aber sie haben meine Familie beleidigt. Sie haben mich 90 Minuten lang beleidigt“, verteidigt sich der Portugiese bei „Sky Sport Italia“.

Ronaldos Durststrecke ist zu Ende

Doch das war nur das Nebengeräusch einer spektakulären, ereignisreichen zweiten Spielhälfte. Denn eigentlich sah es im zweiten Durchgang lange Zeit so aus, als ob es der Abend des Cristiano Ronaldo werden würde.

Der Superstar versenkte einen langen Ball in unvergleichlicher Manier volley im kurzen Eck und schrieb somit erstmals in der Champions League für die „alte Dame“ an. 453 Spielminuten und 20 vergebliche Schüsse lang musste Ronaldo auf dieses Tor in der Königsklasse warten.

Juve-Coach Massimiliano Allegri wurmt nach dem Spiel aber, dass die Effizienz sonst zu wünschen übrig ließ: „Wir hatten so viele Chancen… Wir müssen unsere Abschlüsse verbessern, weil es uns nie gelingt, Spiele zu entscheiden, wenn wir sie unter Kontrolle haben.“

Doch auch wegen der mangelnden Chancenauswertung muss sich Juventus vorwerfen lassen, zwei seiner letzten drei Heimspiele in der Champions League verloren zu haben. Und auch die jüngere Bilanz gegen Manchester United sieht mager aus – vier der vergangenen fünf Duelle gingen verloren.

Mourinho wieder fest im Sattel

Bei den „Red Devils“ wird die Brust indes immer breiter. In den vergangenen drei Auswärtsspielen hat die Mourinho-Elf stets das 0:1 kassiert, aber kein einziges Mal verloren. „Solch ein Sieg kann dir richtig viel Selbstvertrauen geben“, ist Mata bewusst.

Mourinho ergänzt: „Wir haben ein fantastisches Spiel gemacht. Wir können nicht besser sein. Und wir haben gewonnen, weil wir bis zum Ende positiv waren. Wir haben bis zum Schluss nach diesem Sieg gesucht, wollten ihn.“

Der Coach, dessen Stuhl zwischenzeitlich schon sehr gewackelt hatte, sitzt nun wieder fest im Sattel, hat zuletzt drei Mal mit 2:1 gewonnen und nur eines der vergangenen sieben Spiele verloren. Zudem wechselte er diesmal mit Mata und Marouane Fellaini zwei spielentscheidende Akteure ein, bewies also ein goldenes Händchen.

Und letztlich sehen die Turiner die Sache dann auch nur halb so tragisch. „Im Fußball kannst du gewinnen oder verlieren. Die gute Nachricht: Wir haben eines der am wenigsten wichtigen Spiele verloren“, sagt Allegri.

So sieht es auch Giorgio Chiellini: „Wenn wir in der Champions League schon Spiele so verlieren, ist es besser, wir machen das jetzt, als später im Bewerb.“

Textquelle: © LAOLA1.at

Manchester United besiegt Juventus nach irrem Finish

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