Endstand
2:1
2:0, 0:1
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Sabitzer: "Wenn du mit fast zwei Eigentoren startest..."

Der BVB-Legionär äußert nach der Hinspiel-Pleite in Madrid Kritik. Kapitän Emre Can gibt das Halbfinale noch lange nicht auf.

Sabitzer: Foto: © GEPA

Borussia Dortmund hat sich im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League bei Atletico Madrid gerade nochmal aus der Affäre gezogen.

"Wenn du in der ersten Halbzeit 2:0 hinten liegst, kannst du auch hier untergehen", wusste BVB-Kapitän Emre Can. Die Borussen wurden in den ersten 45 Spielminuten völlig überrollt, zeigten sich von der Kulisse in Spaniens Hauptstadt beeindruckt und waren nervös.

Mehrere schwerwiegende Patzer schlichen sich in der Defensive ein, führten auch zu Toren von Rodrigo de Paul (4.) und Samuel Lino (32.). Das 0:2 zu diesem Zeitpunkt war mehr oder minder Schadensbegrenzung, Can zeigte für den Auftritt teilweise Verständnis.

"Ich glaube, viele Spieler spielen das erste Mal ein Viertelfinale in der Champions League. Hier ist es extrem schwer, extrem laut. Es ist normal und menschlich, dass einige Spieler vielleicht ein bisschen nervös waren", so der DFB-Teamspieler.

Sabitzer findet scharfe Worte

ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer, der von Cheftrainer Edin Terzić wieder in der Startelf aufgeboten wird, machte die Stimmung im Wanda Metropolitano nichts aus. "Mich beflügelt sowas eher", sagte er im "Sky"-Interview. Es sei bitter, dass man sich vor dem Spiel viel vornehme und dann solche Fehler mache.

Wie etwa Ian Maatsen, der De Paul das Führungstor praktisch auflegte. Oder Mats Hummels und Nico Schlotterbeck, die sich vor dem 0:2 im Spielaufbau nicht einig sind. "Wenn du mit fast zwei Eigentoren startest, dann ist es nicht einfach", ärgerte sich Sabitzer.

Und findet scharfe Worte: "Das darf auf dem Niveau nicht passieren, das wird sofort bestraft. Da war Atletico eiskalt." Can meinte zudem: "Die haben uns in den Zweikämpfen in der ersten Halbzeit aufgegessen."

"Mit etwas Glück kommst du wirklich auf 2:2 zurück"

Das hätte man sich aber in der zweiten Halbzeit nicht mehr gefallen lassen, "das haben wir in der Halbzeit angesprochen. Dann sind wir rausgekommen und haben ein anderes Gesicht gezeigt."

Der BVB hielt stärker dagegen, stellte die Atletico-Defensive phasenweise unter Druck, ohne jedoch konkrete Chancen herauszuarbeiten. In der 74. Minute wurde ein weiterer Abwehrfehler beinahe erneut bestraft, doch Torhüter Gregor Kobel war im Gegensatz zu seinen Vorderleuten hellwach und parierte gegen Lino sensationell.

Als Sebastien Haller (81.) für den letztendlich doch etwas überraschenden Anschlusstreffer sorgte, roch Dortmund nochmal Lunte. Doch sowohl Jamie Bynoe-Gittens (86.) als auch Julian Brandt (90.+5) hatten mit Aluminium-Schüssen Pech. "Mit etwas Glück kommst du wirklich auf 2:2 zurück", haderte Sabitzer.

Can nahm wiederum das Positive mit: "Wenn wir so spielen, wie in der zweiten Halbzeit, dann kann es nächste Woche auf jeden Fall was sehr, sehr Gutes werden."

Halbfinal-Chancen? "Nicht so schlecht"

Wie groß die Chancen auf den erstmaligen Halbfinal-Einzug seit 2012/13, als der BVB in weiterer Folge im Finale dem FC Bayern München unterlag, nun stünden? "Nicht so schlecht, wenn ich ehrlich bin", glaubte Can.

Ein Sieg ist Pflicht, um zumindest eine Verlängerung zu erzwingen. "Wir müssen das Spiel gewinnen. Wir wissen das und werden alles versuchen. Es wird nicht einfach. Atletico ist keine einfache Mannschaft. Die stehen nicht umsonst im Viertelfinale, aber wir glauben an uns", betont der Kapitän und glaubt, "dass wir das schaffen können."

"Mit den Fans im Rücken", so Sabitzer, soll der Rückstand gedreht werden. Vielleicht zeigt sich Atletico von der Gelben Wand ähnlich beeindruckt wie Dortmund an diesem Abend von den spanischen Anhängern.


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