Ausverkauf bei Rapid? CL-Aus mit Folgen

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Das Aus des SK Rapid in der Champions-League-Qualifikation schmerzt.

Wieder einmal konnte die Königsklasse nicht erreicht werden, wieder einmal wäre durchaus mehr drin gewesen, weshalb auch Trainer Didi Kühbauer und die Spieler nach dem 1:2 gegen KAA Gent hadern.

Realistisch betrachtet war die Chance, in die CL-Gruppenphase vorzudringen aufgrund der namhaften Konkurrenz gering und trotzdem kann das Aus trotz bereits fixer Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase weitreichende Folgen haben.

Droht nun der Ausverkauf der Top-Stars? Wie viel Geld geht Rapid durch die Lappen? Wie geht es weiter? Wann wird es für Rapid international wieder ernst? LAOLA1 geht den brennendsten Fragen nach dem Scheitern gegen Gent nach:

Wie viel Geld geht Rapid durch die Lappen?

Zu allererst schmerzt Rapid natürlich der sportliche Aspekt, sich in diesem Herbst nicht mit der Creme de la Creme des europäischen Klub-Fußballs messen zu dürfen. Gleichzeitig trauert man entgangenen Millionen nach, die der Verein in Zeiten wie diesen dankend angenommen hätte. Das Antrittsgeld für das Erreichen der Europa-League-Gruppenphase hat Rapid drei Millionen Euro in die Kassen gespült - die kann den Hütteldorfern keiner mehr nehmen. Allerdings wären mit einem Sieg in Gent und dem Erreichen des CL-Playoffs insgesamt fünf Millionen geflossen, um die Rapid jetzt umfällt. Zudem hätte man gegen Dynamo Kiew die Chance gehabt, mit dem Einzug in die Gruppenphase der Champions League 15 Millionen Startgeld zu erhalten. Bei diesen Summen sind die lediglich knapp drei Millionen ein schwacher Trost in Zeiten, wo man aufgrund der Coronakrise sowieso finanziell gebeutelt ist und aufgrund der neuen Zuschauerbegrenzungen um weitere Einnahmequellen gebracht wird. Positiv: Rapid spielt weiter international und kann in der EL-Gruppenphase mit sportlichen Erfolgen - mit Siegen (360.000 Euro) oder Unentschieden (120.000) - weiter gutes Geld dazugewinnen. Als Gruppensieger erhält man weitere 600.000 Euro, als Zweiter, der ebenfalls aufsteigt, 300.000.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Droht nun der Ausverkauf der Top-Stars?

Angst muss man sich bei Rapid nicht machen. Aber Fakt ist, dass das schwerwiegende Argument Champions League in den Überzeugungsversuchen einzelner Spieler nun wegfällt. Dass einige Spieler international begehrt sind, ist kein großes Geheimnis. Bisher wurden Transfer-Entscheidungen mit dieser Aussicht vor sich hergeschoben, um auf jeden Fall mit geballter Power in die Entscheidungsspiele zu gehen. Diese sind nun gespielt, die Königsklasse abgehakt, die zum Großteil in den vergangenen Jahren ohnehin reservierte Europa-League-Gruppenphase eher nur ein schwacher Trost. Die Berater werden Sportchef Zoran Barisic nun die Türen einrennen. Gerüchte um Taxiarchis Fountas gibt es schon länger, der Grieche hat sich vergangene Saison in die Auslage gespielt und seinen Wert in der Europacup-Quali weiter gesteigert. Schon vor dem ersten Quali-Spiel bei Lok Zagreb war Konstantinos Kilkidis, Inhaber von MK Sport Consulting, gegenüber LAOLA1 bemüht, die Wogen mit Rapid zu glätten und versprach, dass Fountas alles geben wird. Gleichzeitig wollte er jedoch nicht ausschließen, dass das Transferthema im Falle des Scheiterns noch einmal auf den Tisch kommt. Das ist jetzt der Fall. Schon damals gab es Gerüchte um Interesse von Klubs wie Atalanta Bergamo, Sampdoria Genua, FC Bologna, VfB Stuttgart oder Glasgow Rangers. Für Rapid hätte der Verlust des Torgaranten weitreichende Folgen, sein Vertrag läuft noch bis 2022. Ebenso jener von Dejan Ljubicic, der schon im Frühjahr in die MLS wechseln sollte, doch der Deal scheiterte im letzten Moment. Danach hat er sich wieder herangetastet, sein Standing wiederhergestellt und wurde zuletzt mit der Kapitäns-Schleife belohnt. Schon deshalb, um den 22-jährigen defensiven Mittelfeldspieler beim Klub zu halten? Namen wie Eintracht Frankfurt und Brentford geisterten herum. Das Arbeitspapier läuft nur mehr bis 2021. Auch bei Yusuf Demir spielt immer die Gefahr mit, dass das Super-Talent dem Lockruf europäischer Top-Klubs folgt, obwohl Talente-Manager und Rapid-II-Trainer Steffen Hofmann sowie Nachwuchs-Sportchef Willi Schuldes davon überzeugt sind, dass der 17-Jährige so geerdet ist, um zumindest noch diese Saison bei Rapid zu bleiben. Sein Vertrag wurde vergangenes Jahr bis 2022 verlängert. Auch bei anderen Spielern kann nichts ausgeschlossen werden. Bis zum 5. Oktober kann alles passieren - und Rapid muss aufpassen, dass ihnen nicht die Felle davonschwimmen.

Wie geht Rapid sportlich mit dem Aus um?

"Wir sind extrem enttäuscht, aber wir können uns nichts vorwerfen. Wir waren die bessere Mannschaft", war der Tenor nach der bitteren Niederlage in Gent. Die Spieler ließen sich auf den Rasen fallen, der große Traum war ausgeträumt. Das darf keine großen Auswirkungen haben, will Rapid in der Bundesliga und dann auch in der Europa-League-Gruppenphase von Anfang an konkurrenzfähig sein. Für die vielen jungen Spieler ist es eine neue Erfahrung, große Europacup-Routine fehlte - wie LAOLA1 berichtete -, weshalb neue EC-Helden gesucht werden müssen - nun halt in der Europa League. Die Niedergeschlagenheit wie etwa bei Youngster Leo Greiml, der den Elfmeter zum 0:2 verursachte und in der Nachspielzeit das 2:2 per Kopf haarscharf verpasste, muss schnell aus den Köpfen weichen, doch da hat Kühbauer keine Sorge: "Elferfouls passieren. Chancen hatten andere auch genug. Um Leo muss sich keiner Sorgen machen, er hat trotzdem eine große Zukunft vor sich." Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht. Schon am Samstag geht es in der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel bei Sturm Graz weiter, es folgen die Duelle mit St. Pölten auswärts und dem LASK daheim.

Wann wird es für Rapid international wieder ernst?

Da die Europa-League-Gruppenphase sich nun für Rapid als passender Bewerb in dieser Saison herauskristallisiert hat, kann ab sofort auch genau geplant werden - sofern Corona dem ganzen Vorhaben keinen Strich durch die Rechnung macht. Quali-Spiele stehen keine mehr auf dem Programm, das heißt international steht erst einmal eine Pause bevor. Am 2. Oktober wird es im House of European Football in Nyon ernst, wenn Rapids Gruppen-Gegner ausgelost werden. Die Gruppenphase selbst beginnt erst am 22. Oktober - somit hat Rapid fünf Wochen Zeit, sich auf die zumindest sechs Spiele auf internationalem Top-Niveau vorzubereiten. Abgeschlossen wird die Gruppenphase mit dem sechsten Spieltag am 10. Dezember. Sollte den Grün-Weißen der Aufstieg ins Sechzehntelfinale gelingen, würde man noch vor Weihnachten (14. Dezember) den nächsten K.o.-Runden-Gegner erfahren.

Textquelle: © LAOLA1.at

CL-Quali: Rapid jammert nach Pleite in Gent: "Waren besser!"

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