Romano Schmid: WAC wartet auf Tendenz von Werder

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Der Wolfsberger AC hatte 2019 einige Gewinner zu bieten, Romano Schmid ist einer von ihnen.

Die Leihgabe von Werder Bremen hat sich im Herbst zu einer festen Größe im Spiel der Kärntner entwickelt.

Wie es nach dieser Saison weitergeht? Ungewiss.

Beim WAC wartet man die Planung von Werder, wo der Steirer bis Sommer 2023 unter Vertrag steht, ab - und dies kann angesichts der sportlichen Situation der Norddeutschen zu einer Geduldsprobe werden.

"Romano spielt eine gigantische Saison. Ich weiß nicht, wie Werder Bremen dazu steht. Bremen ist derzeit im Abstiegskampf dabei. Ob es besser wäre, dass sie in die zweite Liga müssen oder in der ersten bleiben, weiß ich nicht. Ich vermute, dass sie einen Spieler, der solch eine Saison spielt, in der 2. Liga vielleicht doch zurückholen würden", mutmaßt Vizepräsident Christian Puff im Gespräch mit LAOLA1.

"Romano gefällt es derzeit sehr gut"

Das hieße im Kampf um den Klassenerhalt Daumen drücken für Werder. Bis jetzt wurden keine Gespräche mit dem deutschen Bundesligisten geführt:

"Das werden wir in den nächsten Wochen angehen, um zu erfahren, wie die Tendenz ist. Romano gefällt es derzeit sehr gut. Er wird selbst einschätzen können, ob er noch da bleiben sollte oder zurückgeht. Aber Werder müsste natürlich mitspielen."

Dem Verein ist es schon im vergangenen Sommer gelungen, Schmids Leihe zu verlängern. Und auch wenn sein Fall natürlich anders gelagert ist, steht der frühere Sturm- und Salzburg-Kicker sinnbildlich für die teilweise ungewisse Kader-Situation beim WAC.

Puff bezeichnet die Winterpause nicht von ungefähr als "relativ turbulente Zeit". Blickt man ein wenig voraus, wartet im Hinblick auf die kommende Saison in personeller Hinsicht nicht weniger Arbeit.

Drei "logische" Abgänge

"Für Sollbauer war es die letzte Möglichkeit zum Absprung. Wenn wir ihm das verwehrt hätten, wäre er im Kopf vielleicht nicht mehr dabei gewesen - ich weiß nicht, wie er im Frühjahr funktioniert hätte."

Wobei freilich festzuhalten ist, dass es auch im Fußball-Business Schlimmeres geben soll, als gestiegene Begehrlichkeiten nach Erfolgen - und das Erfolgs-Jahr 2019 hat bekanntlich einen Fixplatz in der Vereinsgeschichte der Lavanttaler. Was folgte, gehört wohl zu den logischen Mechanismen des Geschäfts.

"Wenn man so eine Saison spielt und vor allem international so auftritt, war klar, dass für den einen oder anderen Spieler eine Anfrage da sein wird", sagt auch Puff, der letztlich den Abgang von drei Säulen der Erfolgself verkraften musste:

"Marcel Ritzmair ist im besten Fußball-Alter, hat eine Topsaison gespielt und hätte bei uns wahrscheinlich über diese Saison hinaus keinen Vertrag mehr unterschrieben. Dass er andere Möglichkeiten hatte, war uns klar. Bei Anderson Niangbo hat Salzburg die Option gezogen, ihn zurückzuholen. Das ist legtim, damit muss man rechnen und darauf haben wir auch keinen Einfluss."

Dazu kommt Kapitän Michael Sollbauer, den es wie Ritzmaier zu Ex-Coach Gernhard Struber nach Barnsley zog: "Michi Sollbauer ist 29 Jahre alt. Für ihn war es die letzte Möglichkeit zum Absprung, und er hat uns wirklich gebeten, ihm diese Chance zu geben. Wenn wir ihm das verwehrt hätten, wäre er im Kopf vielleicht nicht mehr dabei gewesen - ich weiß nicht, wie er im Frühjahr funktioniert hätte."

Neue Freunde bei Basaksehir

Nachdem Struber einen zweiten Ex-Schützling aus Wolfsberg weggelockt hatte, richteten sich WAC-Boss Dietmar Riegler und der Ex-Coach öffentlich Unfreundlichkeiten aus. Eine emotionale Thematik, mit der Puff nichts mehr zu tun haben will:

Jojic mit WAC-Boss Riegler und Vize Puff
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"Es war vielleicht etwas anders ausgemacht, es gab gewisse Auffassungsunterschiede. Aber darüber ist schon so viel geschrieben worden, dabei sollten wir es belassen."

Beim WAC hatte man ohnehin genug damit zu tun, die Abgänge zu kompensieren. Bei den Nachrückern fällt bekanntlich eine gewisse Nähe zu Basaksehir Istanbul auf - Milos Jojic und Miguel Vieira kamen leihweise vom Europa-League-Gruppen-Gegner, Cheikhou Dieng stand bis vergangenen Sommer bei den Türken unter Vertrag.

"Wir haben die Verantwortlichen von Basaksehir im Zuge unseres Europacup-Auftritts in Istanbul kennengelernt und sofort gesehen, dass die Sympathien auf beiden Seiten liegen. Wir haben uns verabschiedet und gesagt, dass wir neue Freunde gefunden haben. Sie haben uns in der aktuellen Situation unterstützt. Ich denke, Basaksehir hätte nicht mit jedem Verein so einen Deal gemacht wie mit uns", vermutet Puff.

Bei Jojic hätte WAC normal keine Chance

Vor allem Jojic, einst bei Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln unter Vertrag, ist ein bekannter Name, auf den sich die Bundesliga wohl freuen kann.

"Jojic ist natürlich eine Kategorie von Spieler, bei der du es als WAC normalerweise schwer hast, ihn zu verpflichten. Das ist wirklich aufgrund der Freundschaft zu Basaksehir gelungen."

"Jojic ist natürlich eine Kategorie von Spieler, bei der du es als WAC normalerweise schwer hast, ihn zu verpflichten. Das ist wirklich aufgrund der Freundschaft zu Basaksehir gelungen. Er wurde dort nicht forciert, möchte uns helfen und sich wieder ins Rampenlicht spielen. Natürlich hat er sich auch Informationen bei Nemanja Rnic, seinem früheren Mitspieler bei Partizan Belrad, eingeholt", berichtet Puff.

Nach dem turbulenten Winter warten auf die WAC-Verantwortlichen inklusive Neo-Coach Ferdinand Feldhofer auch abseits des Platzes spannende Monate. Während in der Liga die Verteidigung des dritten Platzes das Ziel ist, gilt es abseits davon die Weichen für die kommende Spielzeit zu stellen.

Viele Verträge laufen aus

Mit den Gesprächen mit Werder bezüglich Romano Schmid ist es dabei nicht getan. Lediglich sieben Kadermitglieder verfügen über ein Arbeitspapier bis 2021. Beim Rest läuft der Vertrag aus oder die Leihe nach Wolfsberg endet. Unter den Spielern mit auslaufenden Verträgen sind unter anderem die Stammkräfte Alexander Kofler, Michael Novak, Lukas Schmitz und Rnic.

Letzten Sommer wurde offenkundig, dass beim WAC "die Einheimschen immer am Schluss drankommen", wie es damals Goalie Kofler ausdrückte. Diesmal ist man bemüht, zumindest die eine oder andere Personalie zeitnah unter Dach und Fach zu bringen.

"Wir haben bereits Vorgespräche mit Spielern, mit denen wir über die Saison hinweg weitermachen wollen, geführt. Der WAC ist mittlerweile eine gute Adresse. Ich denke, dass wir in den nächsten zwei, drei Wochen mit der einen oder anderen Stütze, die wir halten wollen, auch verlängern werden", erklärt Puff.

Der 47-Jährige verdeutlicht jedoch zeitgleich, dass nicht bei jeder Personalie ganz große Eile besteht: "Bei einigen Spielern ist es so wie immer, dass man noch bis April zuwartet. Der Trainer ist neu. Er sollte erst im Meisterschaftsbetrieb sehen, wie die Spieler funktionieren und mit wem er unbedingt weitermachen möchte."

Es ist und bleibt also personell spannend beim WAC.

Textquelle: © LAOLA1.at

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