Sturm: Darum hat Heiko Vogel überzeugt

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Der SK Sturm hat auf der Suche nach einem neuen Trainer lange Zeit gehabt und sich diese auch genommen.

Dass die Wahl am Ende auf Heiko Vogel fällt, war aber schon seit geraumer Zeit äußerst wahrscheinlich. "Er war von Beginn weg in der Pole Position. Man könnte von einem Start-Ziel-Sieg sprechen", sagt Präsident Christian Jauk bei der offiziellen Vorstellung des Nachfolgers von Franco Foda.

Sportchef Günter Kreissl kann dem Präsidenten nur beipflichten, wenngleich ihm eine breit angelegte Suche ein Anliegen war: "Wir haben versucht, den Kreis nicht zu früh zu sehr einzuengen, sondern uns verschiedene Profile angehört."

Warum auch Kreissl sehr schnell von Vogel überzeugt war, alle Theorie aber ab 4. Jänner nicht mehr viel wert ist, erläutert der Sturm-Sportchef ausführlich.

Darum passt Vogel zu Sturm

Neben dem vom Vorstand und dem sportlichen Geschäftsführer vorgegebenen Grundkriterium, dass der neue Trainer Deutsch sprechen muss, hat Sturm in einem Kriterienkatalog folgende Punkte bestimmt, die Vogel am Ende zum "mit Abstand besten Kandidaten" (Jauk) machten.

  • Er ist jung. (42)
  • Er konnte schon Erfolge feiern. Kreissl: "Das war für uns nicht unwichtig, noch dazu hat er in einer durchaus vergleichbaren Liga Titel geholt."
  • Er hat internationale Erfahrung gesammelt. Kreissl: "Und das mit dem FC Basel auf allerhöchstem Niveau im Bereich der Champions League."
  • Er hat ein Team schon einmal auf hohem Level übernommen und erfolgreich weitergeführt. (Meister und Cupsieger mit Basel 2012)
  • Er hat bei Vereinen gearbeitet, bei denen Druck ein Thema ist. Kreissl: "Basel und Bayern sind Vereine, bei denen du mit Druck gut umgehen können musst. Das ist bei Sturm für österreichische Verhältnisse auch der Fall. Es ist ein Druck, der auch durch das erfreulich hohe mediale Interesse entsteht."
  • Er kennt eine vergleichbare Liga. Kreissl: "Das heißt, er kennt nicht nur die Glitzerwelt der deutschen Bundesliga, wo du Woche für Woche vor 40.000 oder 50.000 Zuschauern auftrittst. Er weiß daher, was ihn von daher erwartet."
  • Er hat zuletzt (Bayern Nachwuchs) in einem Alterssegment gearbeitet, das Sturm essenziell wichtig ist.
  • Er hat von den besten Trainern gelernt. Kreissl: "Wenn du bei Bayern arbeitest und so knapp an den besten der heutigen Zeit, wie zum Beispiel Pep Guardiola, dran bist und das aufsaugen kannst, was State of the art im Trainerbereich ist, dann ist es für uns ein Glück, so jemanden zu haben."
  • Er kann Sturm weiterentwickeln. Kreissl: "Dass Heiko ein Trainer ist, der gerne an den Teil des Spiels mit Ballbesitz denkt, ist gut, weil du in Österreich öfter auf Gegner triffst, die defensiv agieren."

Darüber stellt Sturms Sportchef den persönlichen Eindruck, den Vogel bei seinen Gesprächen mit Sturm hinterlassen hat. "Er ist jemand, der die Ärmel hochkrempelt und arbeitet. Er kann eine riesige Begeisterung versprühen. Ich denke, das passt gut zu Sturm Graz", sagt Kreissl, der mit dem neuen Trainer auch eine Adaption im Trainerteam erklärt.

"Kein Lebenslauf ist eine Garantie für Erfolg"

Mit Vogel stößt auch dessen "engster Vertrauter" Patrick Dippel zu Sturm, der sich fortan um die Videoanalyse kümmern wird.

"Wir hatten mit Imre Szabics jemanden, der als Co-Trainer und Spielanalyst eine Art Doppelfunktion hatte. Jetzt haben wir versucht uns wie vergleichbare Vereine (Austria, Rapid, Red Bull) zu spezialisieren. Ich freue mich riesig, dass wir jemanden dazu bekommen haben, der diesen Lebenslauf und diese Qualität vorweisen kann", so Kreissl. Dippel war vor seiner Zeit als Chefanalytiker im Bayern-Nachwuchs auch beim DFB tätig.

Durch den Aufstieg von Joachim Standfest als Co-Trainer besetzt Sturm die vakante Position des Amateur-Trainers mit Thomas Hösele (48) nach. Er war zuletzt U18-Trainer in der Akademie. Kreissl: "Ich bin froh, dass wir dieses Signal setzen können. Wir wollen nicht nur Spieler fördern, sondern auch Trainer die Möglichkeit geben, im Verein aufzusteigen, wenn sie Qualität bieten."

Bei aller freudigen Erwartung in Graz auf die Arbeit des neuen Trainers ist dem Sturm-Sportchef eine Botschaft aber besonders wichtig: "Ab 4. Jänner ist das, was in der Theorie gut aussieht nicht mehr viel wert. Kein Lebenslauf ist eine Garantie dafür, dass du Erfolg hast. Es gilt, die Ärmel aufzukrempeln und hart zu arbeiten. Wenn ich an die ersten Gespräche innerhalb des Trainerstabs am Mittwoch denke, sind wir auf einem guten Weg, die Wahrscheinlichkeit sehr hoch anzusetzen, dass wir die herausfordernde Arbeit positiv bewältigen."

 

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Textquelle: © LAOLA1.at

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