Sturm lässt Punkte liegen: "Haben den Plan nicht umgesetzt"
Die "Blackies" hadern nach dem Steirer-Derby mit der eigenen Leistung. Die Tabellenführung bleibt dennoch in Graz.
Sturm Graz kam im Steirer-Derby der 26. Runde in der ADMIRAL Bundesliga (Zum Spielbericht>>>) nicht über ein 0:0 gegen Hartberg hinaus und haderte danach vor allem mit sich selbst.
Sturm-Kapitän Jon Gorenc Stankovic zieht bei "Sky" ein klares Fazit: "Es war ein richtig schweres Spiel." Hartberg habe genau das gebracht, was man erwartet habe: Kompakt verteidigt und auf Umschaltmomente gesetzt. Sturm fand darauf zu selten Antworten.
"Wir haben zu wenig in die Tiefe gespielt", sagt der Mittelfeld-Leader. Räume seien durchaus da gewesen, man habe sie aber nicht konsequent genutzt. Auch in guten Situationen habe die letzte Aktion gefehlt. "Wir hätten mehr Chancen kreieren müssen."
Zu wenig Druck auf die letzte Linie
Ein ähnliches Bild zeichnet Paul Koller. Sturm habe es nicht geschafft, den Gegner ausreichend unter Druck zu setzen. "Wir haben es nicht geschafft, das gegnerische Tor wirklich zu bedrohen."
Gerade gegen die schnellen Offensivspieler der Hartberger sei man vorsichtig gewesen, habe die Tiefe nicht zu offen geben wollen. Defensiv funktioniert das, nach vorne bleibt es zu wenig. "Wir haben wieder wenig zugelassen, aber es nicht geschafft, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen", so Koller.
Ingolitsch deutlich: "Das ärgert mich"
Am klarsten wird Trainer Fabio Ingolitsch und richtet den Fokus bewusst weg vom Ergebnis. "Was mich ärgert, ist die Art und Weise, wie wir gespielt haben." Seine Mannschaft habe den Matchplan nicht umgesetzt.
Die Vorgabe sei eindeutig gewesen: die letzte Linie permanent attackieren, diagonal verlagern, mehr Bälle in die Box bringen. "Ich habe keinen einzigen Diagonalpass gesehen", ärgert sich der 34-Jährige.
Auch von außen sei es schwierig gewesen, noch entscheidend einzugreifen. Anpassungen zur Pause griffen nur teilweise, vor allem in der Schlussphase fehlte die Durchschlagskraft. "Wir haben nicht das getan, was notwendig ist, um so einen tiefen Block zu knacken."
Dass es am Ende Pfiffe von den Rängen gab, kann Ingolitsch nachvollziehen. "Das ist direktes Feedback." Die Unterstützung davor hob er gleichzeitig hervor.
Tabellenführung bleibt – Druck steigt
Trotz des Remis bleibt Sturm Tabellenführer. Für Stankovic ist klar: "Wir sind noch immer Erster." Gleichzeitig weiß man, dass die Spiele weniger werden und jeder Punkt mehr Gewicht bekommt.
Jetzt wartet das Doppel gegen den LASK. Es sind direkte Duelle im Titelrennen. "Zwei extrem wichtige Spiele", sagt Koller. Spiele bei denen Sturm, die Tabellenführung an die Linzer verlieren oder den LASK abhängen könnte.