Jannes Horn, der als zuletzt Abwesender weniger für die Lage kann, hatte ein Stück weit Verständnis: "Natürlich ist es für uns Spieler nicht einfach, natürlich nimmt man es wahr. Aber ein Stück weit haben wir uns das selber eingebrockt, weil wir schlechten Fußball gespielt haben", so der Deutsche, der die Fans ausdrücklich vermisste.
"Das musst du ausblenden, dich auf dein Spiel konzentrieren. Es gibt einfacheres als Spieler, als wenn gepfiffen wird, wenn man einen schlechten Pass spielt. Wir müssen uns die Fans einfach mit guten Leistungen zurück erkämpfen."
Der SK Rapid brauche seine Fans: "Es tut weh, wenn du da draußen bist und die Kurve nicht da ist."
Bedingungslose Begrüßung
Dieser Aspekt war auch Johannes Hoff Thorup bewusst. Darum war es für den Trainer keine Frage, dass sich seine Jungs zur Begrüßung und Verabschiedung zum Block West bewegen sollten - wie üblich. Obwohl das zumindest vor dem Spiel vom Großteil des Blocks missbilligt wurde.
Vom Dänen gibt es keine Schonung seiner Schützlinge gegenüber dieser Themen: "Wir sprechen über diese Umstände, weil wir uns davor nicht verstecken können. Ich will, dass die Spieler den Fans vor dem Spiel applaudieren, auch wenn das diesmal nicht nur für Zufriedenheit sorgte. Aber ich will es so. Wir hätten es auch nach der Partie genauso gemacht, wenn wir verloren hätten."
Wir - also Spieler und Betreuer zusammen - müssten sich dieser Sache stellen. "Und wir müssen zeigen, dass wir diejenigen sind, die diese Situation kontrollieren können. Heute haben wir das mit einem guten Resultat gemacht. Wir wollen, dass die Fans hinter uns stehen - denn sie sind überragend."
Es gehe für ihn auch darum, Spieler auszuwählen, die dieser Situation standhalten können.
"Die Zeiten werden wieder besser"
Wie lange der Stimmungsboykott nun anhält, bleibt abzuwarten. Mit dem Auswärtsspiel in Altach wartet justament nächstes Wochenende die mühsamste Anfahrt der Bundesliga auf die Anhängerschaft. Gut möglich, dass sich manch normalerweise Gewillter das nicht antut.
Im Kampf um die Meistergruppe sind die Rapidler im Zweifel auch ohne akustische Unterstützung gefordert, wieder mehr zu liefern.
"Es sollte von innen heraus für jeden genug Motivation da sein, dass wir die Spiele gewinnen. Auch wenn es so ist, muss man mit dem umgehen können. Die Zeiten werden wieder besser", hoffte Kapitän Matthias Seidl.