So viel Druck macht sich Rapid vor RBS-"Endspiel"

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"Wir sind in die Realität zurückgeholt worden", leitete SK-Rapid-Sportchef Fredy Bickel nach dem 0:4 in Mailand und dem damit verbundenen Aus in der Europa League auf den Bundesliga-Alltag über.

Diese Realität können die Grün-Weißen nicht verändern. Diese Realität ist das Ergebnis eines unzufriedenstellenden Herbstes, der noch immer seine Nachwirkungen hat. Und diese Realität sieht vor, dass Rapid praktisch mit einem "Endspiel" in das Liga-Früjahr starten muss.

Nicht irgendein "Endspiel", denn am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVE-Ticker, bei A1 TV und Sky) kommt es zum richtungsweisenden Duell mit niemand geringerem als dem überlegenen Tabellenführer, Serienmeister und Langzeit-Rivalen RB Salzburg. Wettquoten

Ein Heimsieg ist in der eigenen Hochrechnung der Hütteldorfer fast Pflicht, will man die Chance auf eine Teilnahme am Meisterplayoff noch wahren. Doch wie sehr setzen sich die Wiener vor diesem "Alles-oder-Nichts"-Spiel selbst unter Druck?

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Rapid will gegen Salzburg der Erste sein

"Jeder Spieler weiß das ganz genau, da muss der Trainer keinen Druck machen. Salzburg ist im Moment die Mannschaft, die man schlagen will. Das ist heuer noch keinem Team gelungen und jede Mannschaft will die erste sein. Und Rapid ist eine Mannschaft, die Salzburg durchaus schlagen kann, wenn wir einen guten Tag haben, an dem wir keine Ausfälle haben. Wir werden alles dafür tun, um sie als erste Mannschaft zu schlagen – und die Qualität haben wir, definitiv", gibt Trainer Didi Kühbauer auf Nachfrage von LAOLA1 die Marschroute mit klaren Worten vor.

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Der 47-jährige Burgenländer, der sich in seiner aktiven Karriere selbst immer in großen Spielen zu Höchstleistungen pushen konnte, geht davon aus, dass es keiner großen Motivation bedarf.

Heimvorteil, über 18.500 Karten sind weg und der Tabellenführer kommt zu Besuch - eigentlich eine klare Ausgangsposition. Kapitän Stefan Schwab spricht aber sehr wohl über den Druck, der mit dem ersten Auftritt in der Bundesliga nach der Winterpause verbunden ist.

"Den Druck haben wir uns natürlich selbst auferlegt mit dem Herbst, das ist ganz klar. Im Grunde genommen wissen wir, dass jetzt sehr viel an dem Salzburg-Spiel hängt. Wenn wir ein Wörtchen mitreden wollen, dann brauchen wir drei Punkte. Da ist natürlich der Druck vorhanden", betont der Saalfeldner, was auf dem Spiel steht.

"Vielleicht brauchen wir sogar diesen positiven Druck"

In der Vorbereitung hat das Team positive Energie getankt, im Heimspiel gegen Inter überraschen können und im ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen Hartberg ein wichtiges Erfolgserlebnis gefeiert. In Mailand musste man dann eingestehen, dass Inter zumindest eine Klasse über die Grün-Weißen zu stellen ist.

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Ausgerechnet jetzt soll zum Auftakt des Restprogramms mit vier entscheidenden Spielen in der Liga nichts anbrennen, eine schwierige und nicht alltägliche Drucksituation, die es zu verkraften gibt - obwohl bei Rapid immer etwas los ist.

"Druck hast du bei Rapid immer! Wenn wir Vierter werden, müssen wir mindestens Zweiter sein. Jetzt ist natürlich eine andere Situation, in welcher der Druck vor dem Salzburg-Spiel groß ist. Aber ich sehe den Druck eher positiv, weil wir jetzt versuchen, noch auszubessern, was wir im Herbst verbockt haben. Da werden wir alles reinlegen. Vielleicht brauchen wir sogar diesen positiven Druck", hofft Schwab auf einen Extra-Kick.

Aufgegeben wird bekanntlich nur ein Brief. Deshalb kündigen die Hütteldorfer an, sich nicht verstecken zu wollen. Doch Worte spielen bekanntlich nicht Fußball, deshalb wird erst am grünen Rasen entschieden, ob Salzburg weiterhin eine Nummer zu groß ist für Rapid.

Beim Thema Müdigkeit wird Kühbauer sauer

In den letzten zwölf Duellen konnte Rapid Salzburg nicht mehr besiegen. Der letzte volle Erfolg gelang am 1. August 2015 noch unter Zoran Barisic. Dass die Grün-Weißen immer wieder mal ganz knapp dran waren, klingt zwar gut, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Mozartstädter seit Jahren übermächtig sind.

Genau deshalb könnte es für Kühbauer keinen besseren Zeitpunkt für eine Trendwende geben: "Ich habe jetzt das erste Spiel gegen Salzburg und es wäre schlimm, wenn man als Spieler oder Trainer nicht sagen würde, dass man sie schlagen will. Das wäre eigentlich arg, weil dann hätten wir unseren Job verfehlt. Die Spieler müssen es annehmen, sie wissen genau, welcher Gegner kommt und dass es diesen zu schlagen gilt. Es ist eine schwierige, aber schöne Aufgabe."

Dieser Meinung ist auch Thomas Murg, der anheizt: "Wir sind heiß auf das Spiel! Wenn wir alles abrufen, dann können wir Salzburg auch auf Augenhöhe begegnen." Der Mittelfeldantreiber ist einer jener Spieler, bei denen sich noch entscheiden wird, ob sie hundertprozentig fit sind. Der Knöchel ist geschwollen, und der Trainer betonte schon im Vorfeld, dass er nur elf hundertprozentig fitte Spieler nach den Mailand-Strapazen aufbieten werde.

Beim Thema Müdigkeit nach einer englischen Woche reagiert der Chefbetreuer hingegen mit klarem Statement: "Wenn jetzt ein Spieler sagt, dass er nicht in der Lage ist zu spielen, dann kenne ich mich nicht mehr aus", so Kühbauer. "Wir haben jetzt drei Spiele gehabt, wir haben eine Vorbereitung gehabt. Da gibt es keine Ausreden, dass einer müde ist. Das kann ich heute schon sagen: Egal wie das Spiel rennt, ich werde sicher nicht sagen, dass die Müdigkeit das Thema war. Sollte das ein Spieler sagen, werde ich auch ein bisschen sauer, weil diese Belastung nicht vergleichbar ist mit jener im Herbst über Monate. Diese Spiele muss ein Profi aushalten, und das halten die Jungs auch aus."

Kühbauer: "...aber wir sind auf einem guten Weg"

Auch diesmal werden defensive Kompaktheit, Aggressivität und der Wille, Salzburg ärgern zu wollen, entscheidend sein, um etwas mitzunehmen. Am Papier spricht laut Schwab eigentlich alles für die Gäste.

"Das, was schon für uns spricht, ist, dass ich glaube, dass wir die Intensität länger aufrecht erhalten können als in der Vergangenheit gegen Salzburg", so der Captain, der auch auf die zuletzt guten Spiele im eigenen Stadion baut.

Kühbauer meint: "Sie haben eine sehr gute Qualität, darüber brauchen wir nicht reden. Aber wir spielen im eigenen Stadion und sind trotz dieses Spiels gegen Inter auf einem guten Weg. Es muss noch besser sein, da müssen wir ehrlich sein. Aber wir müssen Salzburg genauso wie Inter bekämpfen. Wenn man nicht kompakt und mutig ist, wird man da auch nichts gewinnen, weil sie einfach sehr gute Fußballer in ihren Reihen haben."


Textquelle: © LAOLA1.at

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