Statt Wunder setzte es "eine Watsch'n" für Rapid

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Ciao und Arrivederci! Es hätte eine magische Nacht im Giuseppe-Meazza-Stadion werden sollen.

Doch der Traum des SK Rapid Wien vom Wunder in San Siro war nach elf Minuten ausgeträumt, die Grün-Weißen sind wie 2015/16 im Sechzehntelfinale der Europa League ausgeschieden.

Am Ende setzte sich der haushohe Favorit Inter Mailand im Rückspiel der Europa League mit 4:0 durch (Spielbericht>>>) und stieg mit einem Gesamtscore von 5:0 ungefährdet auf.

Dabei hatten sich die Hütteldorfer so viel vorgenommen und wurden von den 5.000 lautstarken mitgereisten Fans frenetisch angefeuert. Geholfen hat es am Ende jedoch nichts.

„Das war eigentlich schon eine Watsch’n“, ärgerte sich Torhüter Richard Strebinger über den verpatzten Auftritt in der Modestadt. Und Thomas Murg meinte: „Es war ein Spiel, wo man nie das Gefühl gehabt hat, dass Rapid weiterkommen kann.“

Ernüchterung pur! „Inter kann noch sehr weit kommen“

Ernüchterung pur, obwohl Rapid vom Anstoss weg, überraschenderweise ohne Kapitän Stefan Schwab in der Startelf, einen engagierten Eindruck machte, in den ersten Minuten Willen versprühte und auch Ausrufezeichen setzte.

Etwa als Andrija Pavlovic und Christoph Knasmüllner nach vier Minuten durch gutes Offensivpressing einen Eckball erzwangen, bei dem zwei Kopfballchancen nicht zum Erfolg führten.

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Prinzipiell traute sich Rapid mehr als in den ersten 45 Minuten in Wien zu, versuchte schnell nach vorne zu kommen und nicht nur abzuwarten.

Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn Inter nützte die erste Möglichkeit in Minute 11, die Rapid den Italienern durch einen Stellungsfehler ermöglichte, und ließ die Euphorie humorlos im Keim ersticken.

Trainer Didi Kühbauer fasst nüchtern zusammen: „Gratulation an Inter! Sie haben bewiesen, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind und in diesem Bewerb noch sehr weit kommen können. Wir haben uns in dem Spiel eigentlich nach 20 Minuten aus dem Bewerb verabschiedet. Das waren garantiert zu viele Eigenfehler, die Inter ausgenützt hat. Mit dem 0:2 war es sehr schwierig, noch was zu machen. Die Burschen haben es versucht, aber Inter war in vielen Belangen cleverer und die bessere Mannschaft. Es war auch vom Resultat in dieser Höhe verdient.“

„Zu billige Tore“ ärgern Rapid und warfen Plan über den Haufen

Sichtlich verunsichert vom ersten schnellen Gegentreffer riss die Fehlerkette nicht ab. Ungenaue Bälle, nur wenige gewonnene Zweikämpfe und katastrophale Defensivfehler spielten den Hausherren in die Karten.

Nur sieben Minuten nach dem 1:0 machten die Nerazzurri eigentlich schon den Sack zu. Ausschlaggebend war, dass sowohl Grahovac als auch Hofmann mit Kerzen in den Mailänder Nachthimmel den Gegner einluden. Ranocchia nahm diese mit einem Volley an (18.).

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Inter Mailand - Rapid Wien 4:0

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RB Salzburg - FC Brügge 4:0

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Zwei schnelle Gegentore, mit denen die Rapidler auch nach dem Schlusspfiff noch haderten, weil sie alle Pläne über den Haufen warfen und durchaus vermeidbar gewesen wären.

„Kein großer Vorwurf an die Mannschaft - vielleicht nur, dass wir die Tore viel zu billig kassieren“, ärgerte sich Murg, dem vor allem das 0:2 Albträume bereiten wird. „Beim zweiten Tor haben wir einen Querschläger, den wir in die Luft hauen, dann gehen wir nicht gescheit in den Zweikampf, dann haben wir wieder die Chance, den Ball wegzuhauen, spielen wieder einem Spieler von Inter vor die Füße - der trifft den Volley dann halt überragend. Da müssen wir konsequenter klären, das geht natürlich auf unsere Kappe.“

Murg: „Das tut mir ein bisschen weh“

Denn Rapid muss sich ankreiden lassen, dass man den Gegner nie unter Zugzwang setzte und sich dieser nicht anstrengen musste.

Denn die beiden frühen Tore ermöglichte man den Hausherren durch schwere Eigenfehler. „Das tut mir ein bisschen weh. Ohne diese billigen Tore hätten wir es vielleicht länger offen halten können. Dass der Sieger dann trotzdem Inter Mailand geheißen hätte, kann durchaus möglich sein“, erklärte Murg, den interessiert hätte, wie die Inter-Fans im Stadion auf ein Rapid-Tor reagiert hätten.

Danach rollte der Inter-Express weiter, es musste ein höheres Debakel befürchtet werden. Dass sich Rapid mit einem 0:2 in die Pause rettete, war Glück und der Ineffizienz des Gegners geschuldet.

Wenn man etwas Positives aus diesem Spiel mitnehmen kann, dann ist es für Rapid wohl die Tatsache, dass man sich im zweiten Durchgang nicht hängen gelassen hat und erst in der Schlussphase die doch deutliche Niederlage einstecken musste.

Inter zumindest eine Klasse über Rapid: „Auf dem Niveau sind wir nicht“

Denn die Einstellung passte. In vielen Szenen merkte man aber auch, dass Inter nicht nur eine sondern wohl mehrere Klassen über Rapid zu stellen ist und die Qualität der Einzelspieler enorm ist.

„Inter hat das Spiel in Wahrheit immer kontrolliert. Wir haben zwar brav mitgespielt, aber Inter hat so eine individuelle Qualität und nicht umsonst einen Marktwert von 600 Millionen Euro. Das ist so, das muss man neidlos anerkennen. Sie sind in der Champions League nur knapp ausgeschieden. Jeder Spieler hat ein richtig gutes Niveau - auf dem Niveau sind wir nicht“, verzichtete Kühbauer nicht auf ehrliche Worte.

Murg pflichtet dem Trainer bei: „Man hat einfach gesehen, dass Inter Mailand über Rapid zu stellen ist, zumindest eine Klasse – das hat man diesmal noch deutlicher gesehen. In gewissen Phasen hat man gesehen, dass wir auch gut kicken können, aber das hat nicht gereicht.“

Trotz einem durchaus anständigen Dagegenhalten fand mit Strebinger jedoch schon einer auch deutlichere Worte für Versäumnisse im Spiel.

„Wenn du hier bestehen und eine Sensation schaffen willst, dann...“

Denn es lag nicht nur an den Inter-Stars, sondern auch wie erwähnt, an zu vielen und zu einfachen Fehlern sowie dem letzten Willen, sich nicht aufzugeben.

„Natürlich ist es schwer, wenn du weißt, dass es eigentlich vorbei ist“, beschreibt Strebinger die Zeit nach dem 0:2. „Aber da musst du vielleicht noch aggressiver in den Zweikämpfen sein und denen zeigen, wenn ihr in unsere Hälfte kommt, dann tut das weh. Das haben wir zu selten gemacht. Deswegen haben sie dann auch eine Spielfreude entwickelt und dass sie Qualität haben, ist unbestritten. Deswegen haben wir uns dann noch zwei gefangen.“

Der Schlussmann ist auch der Meinung, dass Rapid diesmal nicht sein wahres Gesicht zeigen konnte. Diesmal zogen nicht alle wie im Hinspiel an einem Strang, da fehlten Prozente, um ein Wunder möglich zu machen.

„Wenn du hier bestehen und eine Sensation schaffen willst, dann muss halt wirklich jeder Spieler an sein volles Leistungsvermögen kommen. Das ist nicht jeden Tag möglich, aber an so einem Tag brauchst du's. Das haben wir heute nicht geschafft, deswegen kommt dann so ein Ergebnis zustande.“



Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid: Darum stand Stefan Schwab nicht in Startelf

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