Rapid schließt Geschäftsjahr mit Verlust ab

Rapid schließt Geschäftsjahr mit Verlust ab Foto: © GEPA
 

Der SK Rapid gibt, wie seit 2013 üblich, in einer Pressekonferenz den Geschäftsbericht des vergangenen Geschäftsjahres bekannt.

In diesem sind bereits die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren.

Als positives Ergebnis führt Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek den vierthöchsten Umsatz der Vereingeschichte an. Dieser beläuft sich auf rund 42 Millionen Euro.

Weniger rosig sieht es in jener Hinsicht aus, dass Rapid das Geschäftsjahr erstmals seit acht Jahren mit einem Verlust abschließt. Aufgrund der Umstände beschreibt Peschek das Minus von 199.107 Euro jedoch als recht respektabel.

Zwischenzeitlich wurde sogar ein Minus von bis zu 6 Mio. Euro befürchtet, was jedoch verhindert werden konnte. Ganz wichtige Maßnahmen waren dabei der Gehaltsverzicht der Spieler, Trainer, Geschäftsführer und die Kurzarbeit der Mitarbeiter. Zudem sei es gelungen, zahlreiche Aufwände zu reduzieren, eine riesengroße Bedeutung habe zudem der Verzicht der Abonnenten auf Rückzahlungen.

"Ohne Corona hätten wir mit einem Jahresüberschuss abgeschlossen. Insofern ist sie weiter herausfordernd und hat uns beim Geschäftsbericht wehgetan. Wir konnten die erste Welle bewältigen, aber die zweite wird noch herausfordernder, wo dann der Sport-Fonds wichtig sein kann", klärt Peschek auf.

Das angebrochene Geschäftsjahr wird noch mehr im Schatten von Corona stehen. Laut Peschek ist in diesem Geschäftsjahr durchaus von einem wirtschaftlichen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zu rechnen.

"Wirtschaftlicher Schaden heißt aber noch nicht Verlust. Wenn es den Sportligen-Fonds weiter gibt, gibt es natürlich den Schaden, aber das heißt noch nicht, dass das dann der Verlust ist", erklärt Peschek.

Barisic will von Notverkäufen nichts wissen

Ein Kompliment gibt es für Sportdirektor Zoran Barisic, der im vergangenen Jahr einen positiven Transfersoldo erreichen konnte.

Von möglichen Notverkäufen aufgrund des noch fordernderen kommenden Jahres geht "Zoki" trotzdem nicht aus.

"Ich will von Notverkläufen gar nichts wissen, obwohl Transfererlöse auch wichtig sind für den Verein. Die Situation an sich beeinflusst uns alle und natürlich auch uns im sportlichen Bereich, was die Planungssicherheit betrifft. Vor Corona haben wir einen Plan gehabt, den kann man in den Mistkübel werfen, jetzt entwickeln wir einen neuen Plan und müssen uns anpassen."

Barisic betont die Wichtigkeit, im Moment zusammenzuhalten: "Ich werde nicht müde, zu betonen: Das Wichtigste ist es, dass wir gemeinsam Rapid aus dieser Krise führen. Derzeit sind wir auf einem guten Weg, aber es warten große Herausforderungen in den nächsten zwei Jahren. Es ist aktuell besser, defensiver zu denken, als irgendwelche Luftschlösser zu bauen."

Peschek: "Konnten einige Hürden nehmen"

In einer Presseaussendung wird Pescheks Einschätzung des Geschäftsberichts 2019/20 zusammengefasst:

„Sportlich war das Geschäftsjahr 2019/20 sehr erfolgreich und wir waren auch wirtschaftlich auf einem guten Weg. Covid-19 hat uns, wie die ganze Wirtschaft und die ganze Gesellschaft in Österreich, vor große Herausforderungen gestellt. Der vierthöchste Umsatz in der Vereinsgeschichte ist unter diesen Rahmenbedingungen ein respektables Ergebnis. Unser langfristig ausgerichtetes und verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln der letzten Jahre hilft uns jetzt, um unserem SK Rapid in stürmischen Zeiten größtmögliche Stabilität zu geben.

Vieles hängt nun für die Zukunft davon ab, wie es hinsichtlich der epidemiologischen Lage, der Weltwirtschaft, der behördlichen Ein- und Beschränkungen, der UEFA Bewerbe bzw. deren Erlösen und somit insgesamt für unsere Branche weitergeht. Unser Ziel war und ist es, unseren Herzensklub bestmöglich durch die Krise zu führen. Dank des großartigen Zusammenhalts und der Unterstützung der Rapid-Gemeinschaft konnten wir einige Hürden nehmen und dies gibt uns auch die Zuversicht, dass es uns in Zukunft ebenso gelingen wird. Hierfür danke ich allen Beteiligten: Unseren Spielern, Trainern und Betreuern, MitarbeiterInnen ebenso wie Fans, Sponsoren und Partnern. Zudem gilt mein Dank auch der Politik, die uns durch den Sportligen Covid-19 Fonds eine enorm wichtige und wertvolle Unterstützung ermöglicht hat und appellieren, dass diese für die Dauer der Krise aufrecht bleibt.

So wichtig die Fortsetzung des Spielbetriebs war, so sehr schmerzen uns Geisterspiele im Herzen. Wir alle hoffen daher auf den angekündigten Impfstoff und der Rückkehr zur Normalität, denn wir sehnen uns ganz besonders nach Vollauslastung und Fußballfesten mit unseren fantastischen Fans“.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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