Die Wochen der Austria-Assistenten

Die Wochen der Austria-Assistenten Foto: © GEPA
 

Was ein Wiener Derby für die Fans von Austria und Rapid bedeutet, muss man Cem Sekerlioglu wahrlich nicht erklären. Der 43-Jährige ist das, was man als Erz-Austrianer bezeichnet.

Von der U7 bis zu den Amateuren hat er für die Veilchen gekickt, als 18-Jähriger fungierte er zwischenzeitlich schon als Co-Trainer der U7, seit 2002 ist er als Coach bei den Violetten angestellt. Unzählige Talente gingen in seiner Funktion als Akademie-Trainer durch seine Hände.

Seit dem Sommer ist der Wiener Co-Trainer bei den Profis. Nicht zum ersten Mal, bereits im Frühjahr 2014 war er Assistent von Herbert Gager bei der Kampfmannschaft.

Schmid scheiterte am CT-Wert

In den vergangenen Wochen ist Sekerlioglu ins violette Rampenlicht gerückt. Weil Chefcoach Manfred Schmid im entscheidenden Spiel um den Einzug in die Top 6 gesperrt auf der Tribüne Platz nehmen musste, stand er auswärts gegen die Admira in der ersten Reihe. Zwei Wochen später fungierte er auch im Derby als Chefcoach, diesmal musste Schmid wegen einer Corona-Infektion passen.

Schmid wurde am Montag positiv getestet, scheiterte mit einem CT-Wert von 29 denkbar knapp daran, sich rechtzeitig für das Duell mit dem Erzrivalen freizutesten. Doch wie schon beim 2:1-Sieg gegen die Admira erledigte Sekerlioglu auch das Derby einwandfrei, holte mit dem 1:1 einen Punkt. Der Spielbericht >>>

Sekerlioglu gibt sich nach dem Spiel glaubhaft als Teamplayer: "Ich sehe mich nicht in der Position des Cheftrainers, ich habe das gemeinsam mit Mark McCormick gemacht. Wir sind ein super Team, haben die ganze Woche mörderisch geschupft. Wer dann vorne steht, ist egal. Wir treten als Team auf. Es ist ein Zeichen dafür, wie eingeschworen wir als Haufen sind."

Ein violetter Schotte

Der 42-Jährige McCormick ist im Winter nach dem Abgang von Reinhold Breu als Assistent zu den Profis aufgerückt, trainierte davor die U18 der Veilchen, diesen Job hat nun Joachim Standfest übernommen.

Der Schotte war von 2010 bis 2014 bereits im FAK-Nachwuchs tätig, coachte dann in Australien (Northern Tigers, Western Spirit), war 2017/18 Ausbildungsleiter bei Sunderland, ehe er 2018 in die violette Akademie zurückkehrte.

Schmid war immer dabei

Ganz ohne Schmid musste das Duo aber nicht auskommen. "Er war zwar physisch nicht anwesend, aber sonst waren wir ständig verbunden", verrät Sekerlioglu. Schmid hatte daheim nicht nur die Sky-Übertragung auf dem Bildschirm, sondern auch das Livebild des Video-Analysten. Das Trainerteam hatte ständig Kopfhörer im Ohr.

Und auch die Vorbereitung auf das Derby war mit Schmid abgestimmt. "Wir hatten die ganze Woche über immer wieder Videokonferenzen, bei den Trainings war er teilweise live zugeschaltet", erzählt Sekerlioglu. Mit einem Grinsen tut er nach dem 1:1 kund: "Er ist zufrieden."

Für Sekerlioglu sind es überhaupt aufregende Wochen. Zuletzt gelang ihm die Aufnahme in den im Sommer beginnenden UEFA-Pro-Lizenz-Kurs des ÖFB, somit dürfte er ab sofort auch ständig, nicht nur interimistisch als Cheftrainer auf den Bundesliga-Bänken Platz nehmen.

"Eine Top-Leistung!"

Die Darbietung seiner Veilchen im Allianz Stadion hat freilich nicht nur Schmid, sondern auch seine Stellvertreter zufriedengestellt. "Die Mannschaft hat super auf das Gegentor reagiert. Speziell bei dieser Kulisse zurückzukommen und sogar fast in Führung zu gehen, das ist eine Top-Leistung", stellt der 43-Jährige fest.

"Zweite Hälfte haben wir taktisch ein bisschen etwas verändert, Rapid konnte dann nicht mehr so pressen, wir hatten mehr Ballbesitz, waren sehr dominant. Mit ein bisschen Glück gehen wir am Ende sogar als Sieger vom Platz", meint Sekerlioglu.

Die Austria-Assistenten haben sich also abermals als würdiger Ersatz erwiesen. Stürmer Marco Djuricin ist nicht überrascht: "Wir wussten, dass sie das toll machen."


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