Salzburg: "Endlich Schluss mit Hohn und Spott"

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Der 12. Mai 2019 wird wohl noch lange in den Geschichtsbücher des FC Red Bull Salzburg stehen.

Endlich wurde die erstmalige Teilnahme an der UEFA Champions League fixiert, endlich geht ein 13 Jahre andauernder Fluch zu Ende, der für viel Verzweiflung, Tränen, aber auch Häme in der Mozartstadt gesorgt hat.

"Wie lange uns dieses Wort (Champions League, Anm.) bereits begleitet, brauche ich keinem erzählen. Er gab immer wieder Hohn und Spott. Es hat geheißen, wir verkaufen alle Spieler und sind ein Ausbildungsverein. Aber wir sind immer unseren Weg weitergegangen und sind immer stärker geworden. Da überwiegt einfach der Stolz", ist Sportdirektor Christoph Freund bei "Sky" sichtlich gerührt.

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Krönung von Freunds Wirken

Für den bereits seit 2006 in Salzburg in offizieller Funktion wirkenden 41-Jährigen, der zuletzt auch mit dem Manager-Posten bei Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde, ist es "ein unglaublich schöner Moment. Wir haben uns das verdient und erspielt. Die ganze Saison wurde in den letzten 14 Tagen mit dem Double und jetzt der Champions League gekrönt."

Für Freund beginnt die Arbeit aber erst jetzt so richtig, nun gilt es aufgrund der bereits feststehenden und vermuteten Abgänge, einen schlagkräftigen Kader für die Königsklasse zusammenstellen. "Wir sind bereits ein attraktiver Verein, das macht uns jetzt noch attraktiver", weiß der "Bullen"-Funktionär um den Glanz der Champions League: "Es erleichtert vieles. Wir haben eine super Ausgangsposition geschaffen. Bei Transfers sind wir jetzt in einer noch besseren Position."

Haland? "Salzburg wird noch viel Spaß haben"

Einkäufe wird es aufgrund der dicht gefüllten Talente-Pipeline der Salzburger aber wohl nur wenige und einem bestimmten Credo folgend geben. "Wir werden unseren Weg nicht verlassen, wir werden weiter auf junge Top-Talente setzen", gibt Freund vor.

Ein solches Top-Talent stellte sich am Sonntag gegen den LASK (Spielbericht) zum ersten Mal so richtig in Salzburg vor: Erling Braut Haland, das 18-jährige Sturm-Wunderkind aus Norwegen, das im Winter um fünf Millionen Euro von Molde FK kam, feierte sein Startelf-Debüt gleich mit einem Treffer.

"Wir haben Erling im Winter dazubekommen, er hat sich unheimlich schnell sehr gut integriert. Er war immer nah dran, es war aber schwer, ihm aufgrund der Kaderstärke Einsatzzeit zu geben. Das Spiel heute hat er sich verdient. Salzburg wird noch viel Spaß an ihm haben", kommt Coach Marco Rose ins Schwärmen.


Die besten Bilder der 30. Bundesliga-Runde:

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Salzburg - LASK 2:1

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Sturm - Austria 1:3

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Altach - Admira 2:2

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Rapid Wien - Wacker Innsbruck 1:0

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Kein Wehmut bei Rose

Der Deutsche selbst verlässt die Mozartstadt ja bekanntlich mit Saison-Ende Richtung Borussia Mönchengladbach, die Freude über das erstmalige CL-Erreichen ist dennoch riesengroß: "Es ist eine tolle Geschichte, eine coole Nummer. Ich gönne es uns allen, dem Verein, den Mitarbeitern, den Fans, die alle jahrelang darauf hingearbeitet haben. Wir haben uns das richtig hart erarbeitet und auch verdient. Jetzt sind wir endlich dabei."

Wehmut, die eigenen Früchte nicht selbst ernten zu können, gibt es beim Deutschen dennoch nicht: "Es gibt bei mir keine Wehmut wegen der Champions League. Ich habe eine bewusste Entscheidung getroffen und das aus vollster Überzeugung getan - auch wenn es nicht leicht war. Wehmut gibt es bei mir wegen anderen Dingen. Ich habe unfassbar nette Menschen hier in Salzburg kennengelernt, die werde ich jetzt nur mehr selten sehen, das ist schon schwierig."

Ob Rose selbst nächste Saison die Königsklasse aus nächster Nähe zu sehen bekommt, ist aktuell in der Schwebe. Sein neuer Verein Gladbach liegt aktuell zwar auf dem vierten und letzten CL-Platz der Bundesliga, hat am letzten Spieltag aber Borussia Dortmund zu Gast, während die Konkurrenz aus Leverkusen punktegleich mit dem um zwei Tore schlechteren Torverhältnis dahinter lauert und "nur" gegen Hertha BSC ran muss. Ein Wiedersehen mit Salzburg wäre aufgrund der wahrscheinlich gleichen Topfeinteilung ein großer Zufall.

"Unfassbares, im Konzert der großen mitmischen zu können"

Für den Leipziger ist dennoch klar: "Ich gönne das jedem von Herzen hier. Es ist etwas Unfassbares, in Österreich im Konzert der Großen mitmischen zu dürfen." Immerhin handelt es sich auch um Roses Verdienst, Salzburg in den letzten Jahren zu einer noch frischeren, noch talentierteren Mannschaft geformt zu haben und den "Bullen" mit dem Halbfinal-Einzug in der Europa League im Vorjahr den bisher größten internationalen Erfolg beschert zu haben.

"Es wurde in den letzten Tagen immer über Tottenham oder Arsenal geredet – aber wir haben uns Platz elf erkämpft. Man muss aber auch sagen, dass zwei oder drei andere Mannschaften mitgeholfen haben, zum Beispiel Rapid", spricht Rose die sensationelle Platzierung Österreichs in der letztjährigen Fünfjahres-Wertung an, die den erstmaligen CL-Einzug der "Bullen" erst möglich gemacht hat.

Auch wenn der Fluch endlich gebrochen ist, eine alljährliche Salzburger CL-Teilnahme wird es auch in Zukunft nicht spielen, wie Rose ausführt: "Man darf nicht erwarten, dass man dort Stammgast ist. Wenn die Jungs schon dabei sind, sollen sie es angehen mit allem was sie haben und zeigen, dass sie nicht umsonst dort gelandet sind. Ich spreche nicht gerne von genießen, aber wenn, dann sollen die Jungs es so richtig genießen und ein Feuerwerk abzünden."

Vallci: Von Horn in die Champions League

Keine 13 Jahre, sondern gerade mal vier Monate musste Albert Vallci auf die erstmalige Salzburger Teilnahme an der Königsklasse warten. Der 23-jährige Innenverteidiger kam im Winter von Wacker Innsbruck nach Salzburg, hat seither zehn Spiele bestritten und findet im Herbst seinen ganz persönlichen Abschluss einer unfassbaren Cinderella-Story. In der Saison 2016/17 spielte der Steirer noch beim SV Horn in der Ersten Liga, ehe es ihn nach Innsbruck trieb, wo er den Aufstieg feiern und so das Rampenlicht auf sich ziehen konnte.

"In Horn ist das einmal kommuniziert worden, dass wir Champions League spielen. Jetzt bin ich der Einzige, der das geschafft hat", erinnert sich Vallci mit einem Schmunzeln. Auch einen Wunschgegner hat der Defensiv-Allrounder schon: "Das große Wunschlos ist Real, dicht gefolgt von Juventus, Manchester City oder auch Liverpool. Aber im Prinzip ist es wurscht. Wenn ich einmal dort stehe, werde ich das nie in meinem Leben vergessen."

Textquelle: © LAOLA1.at

Fix! Salzburg spielt erstmals Champions League

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