"Diese Art zu gewinnen ist nicht meine liebste. Ich möchte, dass das Team offensiver denkt. Aber heute ist es erst einmal anders."
Zur Pause wurde das geändert. Den großen Unterschied machte aber die Einwechslung von Petter Nosa Dahl: Mit seiner ersten Aktion des Kalenderjahres leitete der Norweger das Fesseln lösende 1:0 durch den ebenfalls erst zur Halbzeit eingewechselten Matthias Seidl ein.
In einer verunsicherten Mannschaft war es dadurch individuelle Qualität, die zuletzt fehlte und nun ausschlaggebend wurde.
Nur eine Prise Nosa Dahl
Den Hoffnungen auf mehr Einsatzzeit für den Flügelstürmer und wohl besten Rapidler der laufenden Saison - wenn er denn fit ist - musste der Trainer allerdings schnell einen Bremsklotz vor die Füße werfen.
"Dass ich viel mit ihm spielen will, ist keine Diskussion, denn jeder hat gesehen, was für ein guter Spieler er ist. Aber ich kann meine Entscheidungen nicht den Emotionen überlassen. Wir müssen seine Einsatzminuten und Trainings clever managen", verwies der Däne auf die Rekonvaleszenz.
Auch die Vergangenheit wurde da zur Warnung, denn das erste Comeback Nosa Dahls endete ja gleich wieder verletzungsbedingt.
Aber, so Hoff Thorup: "Wenn es der Gameplan sein kann, dass er nur ein paar Minuten spielt und einen Assist gibt, ist das auch okay für mich."
Den Druck genießen
Eine gewisse Erleichterung über das Ergebnis war den Spielern erlaubt, es soll vor allem positiv auf die Stimmung in der kommenden Trainingswoche einwirken. Nächste Woche geht es auswärts in Altach im direkten Duell mit einem Konkurrenten um "oben" um sehr viel.
"Heute kann man sich auch mal freuen, denn wir haben die letzten Wochen viel Dreck gefressen", so Jannes Horn, der ebenfalls aus einer Verletzungspause zurückkehren konnte.
Seidl hoffte auf eine Woche mit "Mut und Selbstvertrauen, damit wir uns im Spiel mehr zutrauen und nach vorne attackieren."
Denn gewonnen ist durch diesen Sieg noch rein gar nichts, wenn es nächstes Wochenende im Ländle den nächsten Dämpfer geben sollte.
"Der Druck wird immer noch da sein, das ändert sich nicht. Er wird nie weggehen. Wenn du das nicht magst, ist das kein Business für dich. Wir müssen genießen, dass es Druck gibt", bekräftigte Hoff Thorup.
Und irgendwann soll auch das Dargebotene wieder besser werden: "Diese Art zu gewinnen ist nicht meine liebste. Ich möchte, dass das Team offensiver denkt. Aber heute ist es erst einmal anders. Heute dürfen wir das schwere Spiel feiern, das die Jungs erfolgreich absolviert haben."