Aiwu fix zu Cremonese! Die Hintergründe zum Deal

Aiwu fix zu Cremonese! Die Hintergründe zum Deal
 

Österreich hat einen neuen Legionär in der Serie A! Emanuel Aiwu wechselt vom SK Rapid zu US Cremonese. Der Deal ist endgültig durch.

Bereits am Mittwochabend reiste der 21-Jährige gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Freundin nach Cremona - die 72.000-Einwohner-Stadt liegt in der Lombardei zwischen Mailand und Bologna.

Am Donnerstag absolvierte der Defensiv-Allrounder erfolgreich seinen Medizin-Check, am Freitag-Vormittag setzte er schließlich seine Unterschrift unter den Vierjahres-Vertrag beim Verein, der erstmals seit der Saison 1995/96 wieder in der Serie A spielt.

Der Youngster freut sich: "Die Möglichkeit, mich mit Cremonese in der Serie A zu präsentieren, ist eine super Sache und tolle Chance."

Nur fünf Rapidler brachten mehr Ablöse

Für Rapid ist der Transfer ein gutes Geschäft. 3,5 Millionen Euro Ablöse kassieren die Hütteldorfer, sollte Cremonese den Klassenerhalt schaffen, kommen noch einmal 600.000 Euro dazu. Sollte Letzteres eintreten, hätten nur Max Wöber (Ajax, 8,1 Mio.), Robert Beric (St. Etienne, 7,5), Erwin Hoffer (Napoli, 5), Nikica Jelavic (Rangers, 4,9) und Mert Müldür (Sassuolo, 4,7) höhere Ablösen in die SCR-Kassen gespült.

Die zehn teuersten Rapid-Abgänge im Überblick >>>

Vor einem Jahr hatten die Hütteldorfer noch 600.000 Euro Ablöse an die Admira bezahlt. Innerhalb von 38 Pflichtspielen im Rapid-Trikot (2 Tore, 2 Assists) hat Aiwu seinen Marktwert also fast versiebenfacht. Die Admira hat vor einem Jahr allerdings eine Weiterverkaufs-Beteiligung ausverhandelt, verdient an Aiwus Transfer nach Italien also mit.

Rapid-Sportchef Zoran Barisic: "Emanuel Aiwu hat in der letzten Saison einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und die hohen Erwartungen, die wir in ihn gesetzt haben, absolut erfüllt. Der Abgang eines guten Spielers tut immer ein Stück weit weh, aber wir dürfen auch stolz sein, dass nach Mert Müldür und Maximilian Ullmann bereits der dritte Rapidler innerhalb recht kurzer Zeit den Sprung in die Serie A geschafft hat."

Aiwu erklärt: "Ich bin dankbar, dass es geklappt hat und freue mich natürlich über den Wechsel, schließlich geht es in eine absolute Top-Liga! Die Kommunikation mit Rapid war immer sehr offen, die Gespräche ehrlich und konstruktiv. Ich bin für alles dankbar was ich bei und mit Rapid erleben durfte. Ich bin super aufgenommen worden, der Rückhalt und die Unterstützung der Fans war eine fantastische Erfahrung. Es war ein sehr intensives und lehrreiches Jahr mit vielen sehr schönen Emotionen."

Rechts in der Dreierkette

Aiwu gilt bei Cremonese schon lange als Wunschspieler. Trainer Massimiliano Alvini plant den 13-fachen U21-Teamspieler auf der rechten Position in der Abwehr-Dreierkette ein. Damit der gebürtige Innsbrucker den im Sommer von Perugia gekommenen Coach auch gut versteht, startet er sofort mit einem Italienisch-Kurs. Seine Spanisch-Kenntnisse sollten dem Abwehrspieler beim Erlernen der neuen Sprache helfen.

Auch die kurze Zeit im Hotel in Cremona ist schon wieder vorbei. Aiwu zieht vorerst in ein 60-Quadratmeter-Appartement, wird nicht sofort wieder nach Wien reisen, hat die wichtigsten Dinge bereits mit in die neue Heimat gebracht.

In den Top 3 der teuersten Einkäufe

Bei seinem neuen Klub steigt der Neo-Legionär in die Top-3-Transfers der Geschichte auf. Ablösen wie in diesem Sommer haben die "Grigiorossi" bisher noch nie gezahlt. Der nigerianische Stürmer David Okereke kam für 10 Millionen aus Brügge, der Schweizer Charles Pickel für 3,8 Millionen aus Portugal von Famalicao, der Italiener Giacomo Quagliata kehrte für zwei Millionen von Heracles Almelo zurück in die Heimat.

Für die Innenverteidigung wurde auch der routinierte Rumäne Vlad Chiriches von Sassuolo geholt, zudem wurde der junge Mexikaner Johan Vasquez vom Genoa CFC ausgeliehen. Und auch Kapitän Matteo Bianchetti ist ein Mann für die defensive Zentrale.

Ein Stahl-Unternehmer brachte Cremonese in die Serie A

Cremonese geht als Außenseiter in die neue Serie-A-Saison. Anders als inzwischen bei den meisten Klubs aus Italiens höchster Spielklasse befindet sich der Klub in der Hand eines einheimischen Eigentümers. Giovanni Arvedi, Familien-Oberhaupt einer in Cremona ansässigen Stahl-Dynastie, hat den Verein 2007 in der Serie C1 übernommen und zurück in die Erstklassigkeit geführt.

Aiwu berichtet: "Die Verantwortlichen von Cremonese haben sich seit längerem wirklich sehr um mich bemüht und mir in persönlichen Gesprächen einen super Eindruck vermittelt. Sie wollten mich unbedingt, haben hohe Erwartungen, auch wenn klar ist, dass es eine herausfordernde Saison werden wird. Der Klassenerhalt muss das Minimalziel sein, vielleicht geht auch mehr, wir werden sehen."

Während für Aiwu, der auch bei Cremonese die Rückennummer 4 tragen wird, das Heimspiel in der Coppa Italia gegen Ternana am Montag noch zu früh kommt, ist ein Einsatz zum Meisterschaftsstart bei der Fiorentina eine Woche später nicht unwahrscheinlich.

Neben Aiwu stehen aktuell mit Marko Arnautovic (Bologna) und Valentino Lazaro (Torino) zwei weitere ÖFB-Legionäre in der Serie A unter Vertrag.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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