Rapid schwärmt: "Knasmüllner auf anderem Niveau"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Taxiarchis Fountas, Ercan Kara, Dejan Ljubicic - ihnen gehörten in den vergangenen Wochen und Monaten die Schlagzeilen, wenn es um den SK Rapid ging.

Ein anderer Name war schon lange nicht mehr in aller Munde, doch plötzlich explodiert der oft unterschätzte Kreativspieler und ist Rapids Mann der Stunde: Christoph Knasmüllner.

Der 28-jährige Mittelfeld-Akteur musste immer wieder viel Kritik einstecken, doch die aktuelle Form spricht für seine Stehaufmännchen-Mentalität. Mit vier Treffern in den letzten drei Bundesliga-Spielen und seinem Traumtor beim 3:1 gegen Dundalk hat er ein gewaltiges Lebenszeichen gesendet.

Die Situation im Sommer war nicht einfach, doch aktuell läuft es für den ehemaligen FC-Bayern-, Inter-Mailand- und Austria-Nachwuchsspieler - rechtzeitig vor dem 331. Wiener Derby (So., ab 17 Uhr im LIVE-Ticker). Von seinem Potenzial war man bei Rapid auch in der Krise immer überzeugt, aktuell schwärmen jedoch Trainer und Mitspieler von ihm.

Thorsten Schick, der ihn auch schon von der Admira kennt, geht auf Nachfrage von LAOLA1 sogar noch einen Schritt weiter: "Knasi ist mitunter einer der besten Fußballer, mit denen ich bis jetzt zusammengespielt habe. Ich durfte etwa in der Schweiz mit sehr guten Spielern zusammenspielen, aber was die Technik betrifft, ist Knasi auf einem anderen Niveau zu uns allen, er ist wirklich sehr, sehr gut."

"Wissen alle, dass er ein hervorragender Fußballer ist"

Zumindest in dieser Saison durfte er das anfangs jedoch selten zeigen. Es war nicht das erste Tief, in welches der Filigrantechniker gefallen ist. In den Plänen von Trainer Didi Kühbauer spielte er erst als Not am Mann war wieder eine Rolle.

Für Co-Trainer Manfred Nastl, der in Ried und bei Dundalk den erkrankten Didi Kühbauer ersetzte, war Knasmüllner auch in den letzten beiden Spielen gesetzt und zahlte das Vertrauen zurück.

Auch Nastl lobt seinen Schützling auf Nachfrage in den höchsten Tönen: "Dass er ein hervorragender Fußballer ist, wissen wir eh alle. Ich denke, er lebt auch sehr von seinem Instinkt, wie er Situationen lösen kann. Wir sind froh, dass er jetzt wieder so stark da ist und uns mit Toren und seiner Spielidee helfen kann. Weil oft kann er Situationen lösen, wo man sich denkt, da kommt nichts mehr raus - er schafft es aber."

Das bewies er nicht nur gegen Dundalk. Mit seinem Kunstschuss aus 25 Metern genau in den Winkel unterstrich er nur, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Sein zum Markenzeichen gewordener Jubel, bei dem er auf eine imaginäre Uhr zeigt, könnte so verstanden werden, dass seine Zeit noch kommt.

Probleme im Sommer "haben war ausgelöst in seinem Kopf"

Bisher war jedoch das Problem, dass die Leistungen zu schwankend waren. Knasmüllner ist ein Spieler, der für seine Kreativität Freiheiten benötigt, die in einem engen taktischen Konzept nicht immer zugelassen werden können.

Defensivverhalten und Rückwärtsbewegung waren nicht unbedingt Qualitäten des Rechtsfußes, im Spiel der Hütteldorfer jedoch eine Vorgabe. Es gibt Gründe, warum "Knasi" im Sommer nicht so performen konnte, wie gewünscht.

Nastl beschreibt die Situation rückblickend so: "Er hat am Anfang der Saison nicht so die Form gehabt, wie wir ihn kennen. Am Ende der letzten Saison und in der Meisterrunde hat er schon oftmals ein bisschen unglücklich agiert, wo er auch einige Chancen liegengeleassen hat. Das hat bei ihm auch ein bisschen was ausgelöst im Kopf."

Das bestätigt auch Schick: "Am Anfang der Saison war es auch schwierig für ihn, weil andere mehr am Platz gestanden sind als er, aber er hat trotzdem im Training immer Gas gegeben. Wir haben alle immer gewusst, was er für eine Qualität hat. Wir haben sehr viele Spiele, spielen eigentlich im 3-Tages-Rhythmus durch, und da war klar, dass jeder irgendwann seine Chance bekommen wird. Knasi war dann einfach auf den Punkt da und zeigt in den letzten Spielen, was er für Qualität hat."

Ganz andere Körpersprache und unterschiedliche Rollen

Der beste Beweis dafür sei, dass der nun schon routinierte Akteur auswärts bei Dundalk defensiver als sonst agieren musste, als Achter und Bindeglied zwischen Defensive und Offensive.

Diese Rolle meisterte er mit Bravour, erzielte sein Tor und trat mit einer ganz anderen Körpersprache auf als noch vor ein paar Wochen.

"Diesmal hat er auch eine Etappe weiter hinten, nicht nur wie in den letzten Wochen vorne als Zehner, gut gespielt. Er hat weiter hinten wichtige Meter gemacht, gute Zweikämpfe für uns gewonnen. Er ist derzeit gut drauf. Von mir aus kann er den Schnitt ruhig weiter halten - da habe ich nichts dagegen", lobt Schick.

Gerade in Zeiten, wo Rapid ohnehin aufgrund vieler Verletzter und Ausfälle ein bisschen auf dem Zahnfleisch geht, ist eine Reinkarnation vorhandener Stärken Gold wert.

"Wir sind glücklich, dass er wieder so stark retour gekommen ist", meint Co-Trainer Nastl. Die Aufgabe aus Rapid-Sicht wird nun sein, ihn möglichst lange auf diesem Niveau zu halten, denn so ist er einer der besten Fußballer mit denen Schick - und vielleicht auch andere - bisher zusammengespielt haben. Wenn Knasmüllner seinen aktuellen Schnitt auch im Derby gegen die Austria hält, wären die Grün-Weißen darüber sicherlich auch nicht unglücklich.

Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid-Co Nastl scherzt über Kühbauer: "Hoffe, Didis TV geht noch"

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare