Rapid-Kapitän Seidl: "Das kann uns keiner absprechen"
Der Mittelfeldspieler und Neo-Trainer Hoff Thorup heben den Einsatz, den die Mannschaft gegen Hartberg gezeigt hat, hervor. Nächste Woche steht das Wiener Derby auf dem Programm.
Auch im elften Anlauf wurde es nichts mit einem Sieg.
Nach dem bitteren Cup-Aus gegen die SV Ried gab es für den SK Rapid zum Frühjahrsauftakt in der ADMIRAL Bundesliga ein 1:1-Unentschieden gegen den TSV Hartberg (Spielbericht >>>).
Die Hütteldorfer hatten in der ersten Hälfte viel vom Ball, aber kaum konkrete Torszenen. Da die Oststeirer nach einer Umschaltsituation die 1:0-Führung erzielten, ging es für die Grün-Weißen mit einem Rückstand in die Kabine.
Verbesserte zweite Hälfte
"In der ersten Halbzeit haben wir mit dem Ball die Geschwindigkeit vermissen lassen", analysierte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup, der am Samstag sein Bundesliga-Debüt gab, nach der Punkteteilung bei "Sky". Seine Mannschaft habe die Räume in einigen Momenten nicht schnell genug aufgemacht.
Fast 80 Prozent Ballbesitz hatten die Hütteldorfer in der ersten Hälfte. Nur ein Schuss aufs Tor schaute dabei heraus. Durch Eigenfehler brachten die Gastgeber auch Hektik in das geduldige Aufbauspiel hinein.
Die zweite Hälfte war dafür besser. "Wir hatten dann eine klare Struktur, haben einige gute Entscheidungen getroffen und sind dem Tor näher gekommen", so Hoff Thorup, der in der 70. Minute den Kopfballtreffer von Bendeguz Bolla bejubeln durfte. Eine Großchance der Gäste hat die Rapid-Abwehr nicht mehr zugelassen.
Der Einsatz stimmte
"Ich glaube, die erste Halbzeit war auch nicht verkehrt. In der zweiten Halbzeit ist es dann ein bisschen besser geworden", fasste Kapitän Matthias Seidl das Spiel zusammen. Der gebürtige Salzburger stand in der Entstehung des Rapid-Ausgleichs in der ersten Hälfte hauchdünn im Abseits, weshalb das Tor vom VAR zurückgenommen wurde.
Er und seine Teamkollegen hätten viel investiert. "Wir haben Gas gegeben, das kann uns keiner absprechen. Wir haben eine gute Partie gemacht, aber wir können uns noch steigern", so Seidl.
Coach Hoff Thorup fand ähnliche Worte: "Wir hoffen, dass trotz des Ergebnisses – niemand ist mit dem 1:1 zufrieden – jeder sehen konnte, dass wir Druck gemacht haben, wir hart gekämpft haben, dass wir versucht haben, ein gutes Ergebnis zu erzielen."
Hoff Thorup: "Wir müssen etwas Neues schaffen"
Trotz der Steigerung in der zweiten Hälfte blieb eine grün-weiße Schlussoffensive aus. Damit wartet Rapid nun mittlerweile seit elf Partien auf einen Sieg.
Hoff Thorup, der erst zwei Pflichtspiele zu verantworten hatte, denke nicht viel über diese Sieglos-Serie nach. "Denn wir müssen hier etwas Neues schaffen, wir müssen eine neue Energie aufbauen, wahrscheinlich auch eine etwas andere Art zu spielen; aber natürlich kann es für manche belastend sein, wenn sie schon lange keinen Sieg mehr erlebt haben, für andere ist es eine zusätzliche Motivation."
Der Däne ist mittlerweile seit etwas mehr als einem Monat im Amt und hat eine neue Philosophie mitgebracht. Hoff Thorup ist bestrebt, spielerische Lösungen zu finden. Wie kommt das in der Mannschaft an? Seidl: "Es hat sich ein bisschen etwas verändert. Wenn die ganze Mannschaft mitzieht, kann das auf jeden Fall etwas werden. Einiges hat man schon gesehen."
Kommende Woche im Wiener Derby gegen die Austria nimmt Rapid den zwölften Anlauf auf einen Sieg. Es wäre einer, der besonders gut schmecken würde. Hoff Thorups Versprechen: "Wir bereiten uns so gut wie möglich vor. Hoffentlich holen wir uns den Sieg."