LASK: "Haben kläglich versagt!"

LASK: Foto: © GEPA
 

Die UEFA Europa League wird im kommenden Herbst erstmals seit drei Jahren wieder ohne den LASK über die Bühne gehen.

Das steht fest, nachdem die Linzer am 31. Spieltag der Bundesliga gegen Meister Red Bull Salzburg mit 2:5 untergehen (Spielbericht>>>) und damit keine Chance auf eine Platzierung unter den Top-3 mehr haben.

Hätten die Athletiker gegen die "Bullen" gewonnen, wäre ihnen aufgrund der Ergebnisse aus den Parallelspielen sogar ein Finale um den Vizemeistertitel kommenden Samstag beim SK Rapid vergönnt gewesen. Nun sind sowohl die Hütteldorfer als auch der SK Sturm nicht mehr einholbar.

"Wir wollten alle Möglichkeiten offen halten, Platz zwei zu erreichen. Die anderen Ergebnisse hätten ein Endspiel ermöglicht, aber wir haben kläglich versagt", knirscht Peter Michorl nach Abpfiff bei "Sky".

Irre 128 Sekunden in Pasching

Dabei erwischte der LASK eigentlich einen guten Start gegen den Meister. Salzburg-Coach Jesse Marsch schickte wenige Tage nach der Meisterfeier eine stark durchrotierte Mannschaft in Pasching ins Spiel und ermöglichte Winter-Neuzugang Nico Mantl sein Debüt im "Bullen"-Tor. Der junge Deutsche war es auch, der den Linzern mit einem Schnitzer die erste Großchance ermöglichte, die aber noch nicht saß.

In Minute 19 war Mantl dann aber erstmals geschlagen, sein Landsmann Johannes Eggestein schenkte ihm aus spitzem Winkel ein und brachte den LASK nicht unverdient in Führung. Zwei Minuten später wurde die Partie aber auf den Kopf gestellt, Enock Mwepu und Noah Okafor drehten die Partie innerhalb von 128 Sekunden auf 2:1 aus Salzburger Sicht. Die Linzer Hintermannschaft gab dabei nicht die beste Figur ab.

"Das war sehr schülerhaft heute! Wenn du gegen Salzburg führst, musst du besser verteidigen", ärgert sich Michorl. Zustimmung bekommt er dabei von Petar Filipovic, der findet: "Diese paar Minuten nach dem 0:1 waren völlig unverständlich. Das nützen die Salzburger eiskalt aus und dann tun wir uns schwer, ins Spiel zurückzukommen."

Auch Trainer Dominik Thalhammer übt harte Kritik am Defensiv-Verhalten seiner Mannschaft: "Es ist eigentlich völlig unerklärlich. Nach zwei Anstößen in kurzer Zeit zwei Tore zu bekommen, ist schon sehr naiv."

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Salzburg kontert den LASK eiskalt aus

In der Folge versuchte der LASK mit aller Kraft, ins Spiel zurückzukommen, riskierte viel, verbuchte einige gute Phasen - doch wurde schlussendlich eiskalt ausgekontert. Patson Daka stand kurz vor der Pause am Ende einer der vielen Umschaltsituationen der Salzburger und stellte auf 3:1. Nach Seitenwechsel legte auch noch Karim Adeyemi einen Doppelpack nach, ehe Dominik Reiter für den LASK Ergebniskosmetik betrieb und kurz vor Schluss den 2:5-Endstand herstellte.

"Ich denke, unser Spielstil war heute dem Spielstand geschuldet. Wir mussten in der zweiten Halbzeit Druck machen, wenn man dann nicht sauber in der Restverteidigung ist, bekommt man gegen Salzburg Probleme", analysiert Thalhammer. Für den 50-jährigen Wiener war die Pleite am Samstag die fünfte gegen Salzburg in fünf Spielen seit seiner Rückkehr in den Männerfußball vergangenen Sommer. Zum Vergleich: In der Vorsaison nahm der LASK den "Bullen" noch vier Punkte ab.

Auf Thalhammer sowie den LASK im Gesamten prasselte in den letzten Wochen viel Kritik herein, dennoch muss man festhalten, dass sich die Linzer voll auf Kurs Europacup befinden, erstmals seit 1999 das Finale des ÖFB-Cups erreichten, auf dem Weg in die Europa League den portugiesischen Meister Sporting Lissabon eliminierten und auch in der Gruppenphase einige Glanzleistungen zeigten. Andererseits haben die Athletiker nur eines ihrer vergangenen acht Pflichtspiele bzw. zwei der vergangenen elf gewonnen.

Thalhammer: "Top-4 war unser Saisonziel"

Den vierten Platz, der immerhin zum Einstieg in die dritte Quali-Runde der neu geschaffenen Europa Conference League berechtigt, kann der LASK trotz einer verpatzten Meistergruppe, die von vielen Verletztungssorgen begleitet wurde, noch immer aus eigener Kraft fixieren.

Das weiß auch Thalhammer: "Wir haben es noch immer in der Hand, den vierten Platz zu erreichen. Die Top-4 war auch unser Saisonziel. Wir werden kommende Woche unsere ganze Kraft reinlegen, nicht lamentieren und auf das Spiel gegen Rapid fokussieren."

Im Allianz Stadion würde den Athletikern kommenden Samstag bereits ein Punktgewinn reichen, um den WAC hinter sich zu lassen und die Europacup-Teilnahme zu fixieren. Bei einer Niederlage müssten die Stahlstädter darauf hoffen, dass der WAC nicht gegen Sturm gewinnt. Beendet der LASK die Saison auf Rang vier, müssten die Linzer zwei Qualifikations-Runden auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa Conference League überstehen. Die Linzer wären stets gesetzt und könnten bei einer Teilnahme am Hauptbewerb mit etwas Glück sogar aus Topf eins gezogen werden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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