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Jaissle nach Pleite in Graz: "Wurmt mich extrem"

Jaissle nach Pleite in Graz: "Wurmt mich extrem" Foto: © GEPA

Eigentlich könnte dem FC Red Bull Salzburg die 1:2-Pleite beim SK Sturm (Spielbericht >>>) ziemlich egal sein.

Die "Bullen" stehen seit vergangenem Sonntag zum neunten Mal in Folge als Bundesliga-Meister fest und haben am kommenden Sonntag die Chance, mit einem Sieg im ÖFB-Cup-Finale gegen die SV Ried eine Traumsaison zu perfektionieren.

Eine solche Einstellung würde aber nicht zur Mentalität der siegeshungrigen Mozartstädter passen, weshalb Coach Matthias Jaissle nach Schlusspfiff bei "Sky" klar macht: "Egal ist uns die Niederlage sicherlich nicht. Mich wurmt es extrem. Wir haben trotz der Meisterfeier den Anspruch gehabt, hier her zu fahren und etwas Zählbares mitzunehmen. Deswegen überwiegt natürlich heute die Enttäuschung."

Cupfinale war in Salzburgs Hinterkopf

Die Pleite in der Grazer Merkur Arena ist mit Sicherheit auch ein Resultat der groß angelegten Rotation Jaissles. Mit Ignace Van der Brempt, Kamil Piatkowski, Bernardo, Maurits Kjaergaard, Junior Adamu und Benjamin Sesko brachte er im Vergleich zum 5:0 über die Wiener Austria am Wochenende gleich sieben neue Spieler in der Startelf.

Die beiden Stürmerstars Karim Adeyemi und Noah Okafor wurden geschont und standen gar nicht im Matchkader.

"Das Cupfinale war heute im Hinterkopf, natürlich auch bei der Startelf. Aber das soll keine Ausrede sein, wir haben vollstes Vertrauen gehabt in die erste Elf und in die Jungs, die von der Bank gekommen sind. Es ist ein gebrauchter Abend, die Enttäuschung ist da. Aber wir haken das schnellstmöglich ab, der Blick geht Richtung Cup-Finale", richtet Jaissle seinen Blick auf das Endspiel gegen die SV Ried in Klagenfurt am Sonntag.

Wöber: "Englische Runde und Alkohol nicht optimal"

Doch nicht nur das anstehende Cup-Finale war Grund für die Rotation, freilich wurde bei der Meisterparty am Sonntag über die Stränge geschlagen und der ein oder andere Spieler war vielleicht zu verkatert für ein intensives Mannschaftstraining in den letzten Tagen.

"Natürlich ist es schwierig, wenn man Meister wird und ordentlich gefeiert hat, dann fehlen ein, zwei Prozent. Englische Runde und auch ein bisserl Alkohol dazu - natürlich ist das nicht die optimale Vorbereitung, aber das darf keine Ausrede sein", gibt etwa Max Wöber zu, der dennoch "einen ordentlichen Auftritt" seiner Mannschaft gesehen hat.

(Text wird unter dem VIDEO fortgesetzt)

Jaissle lobt Sturm und Ilzer

Tatsächlich hatten die Mozartstädter gute Gelegenheiten auf mehr als nur ein Tor, einzig die Chancenauswertung von Benjamin Sesko, Junior Adamu und Brenden Aaronson, die allesamt mindestens eine Großchance vergaben, spielte nicht mit. Die neuformierte Mozartstädter Defensive hatte indes große Probleme mit dem guten Umschaltspiel der Grazer.

Außerdem brachte Sturm seine Standardstärke einmal mehr zur Geltung und die "Bullen"-Abwehr damit häufig ins Wanken.

"Großes Kompliment an den Trainerkollegen, an Sturm Graz. Die machen das die ganze Saison schon hervorragend, sie sind ein absoluter Topgegner, der uns vor Probleme stellt. Wir haben es heute nicht geschafft, auf unser maximales Leistungsniveau zu kommen. Wenn das dem ein oder anderen nicht gelingt, wird es gegen Sturm eng", zieht Jaissle deshalb den Hut vor Sturm.

Jaissle: "Gibt nicht viel zu grübeln"

Zwar ist die Feierabend-Laune des Deutschen nach der Pleite in Graz getrübt, verderben lässt sich der 34-Jährige eine tolle Premierensaison im echten Profifußball durch die erst zweite Saisonniederlage in der Bundesliga jedoch nicht.

"Es ist ohne Zweifel, dass wir eine überragende Saison in der Liga spielen und konstant durchmarschieren, deswegen gibt es nach der Niederlage heute nicht viel zu grübeln. Aber wir haben trotzdem den Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen", so Jaissle.

Bereits in vier Tagen hat Salzburg Gelegenheit, diesem Anspruch wieder gerecht zu werden. Im Cup-Finale gegen die SV Ried am Sonntag (17 Uhr im LIVE-Ticker) könnten die Mozartstädter den vierten Doublegewinn in Folge feiern.

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