Endstand
1:0
0:0 , 1:0
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J. P. Hödl: Direkt vom Bundesheer zum Premierentreffer für Sturm

J.P. Hödls erstes Tor in der Bundesliga macht ihn gleich zum Matchwinner für seinen SK Sturm. Dabei hat der 19-jährige für sechs Monate eigentlich etwas ganz anderes zu tun.

J. P. Hödl: Direkt vom Bundesheer zum Premierentreffer für Sturm

Nach dem Cup-Aus gegen den SCR Altach kehrt der SK Sturm in der Bundesliga auf die Erfolgsspur zurück. Gegen die SV Ried tut sich der amtierende Meister lange schwer (Spielbericht >>>), am Ende sorgt ein Eigengewächs aber doch noch für den knappen 1:0-Heimsieg.

Wir schreiben die 86. Minute in einem zerfahrenen Spiel, alle haben sich mit einem torlosen Unentschieden abgefunden. Wirklich alle? Nein! Der 19-jährige Sturm-Joker J.P. Hödl hat sich noch etwas vorgenommen.

Ried-Kicker Philipp Pomer kommt nicht richtig in den Zweikampf, Hödl zieht den Sprint an und findet so die Möglichkeit für einen Schuss vor. Eghosa fälscht den Ball noch ab, Tormann Andreas Leitner muss plötzlich in die andere Richtung und kann nicht mehr eingreifen. Der Ball ist im Tor, Hödl hat seinen ersten Treffer in der Bundesliga erzielt und den SK Sturm zum Sieg geschossen.

Rekrut Hödl tritt an zum Torschuss

Dabei war der junge Mann unter der Woche mit ganz anderem beschäftigt. Wie alle jungen Österreicher ist J.P. Hödl wehrpflichtig, diesen Jänner ging es für den jungen Mann in die Gablenzkaserne. Keine einfache Zeit.

"Ich war jetzt beim Bundesheer in der Grundausbildung und darum ist es umso schöner, dass ich nach einer schwierigen Phase mein erstes Tor schießen kann“, freut sich Rekrut Hödl über seinen Premierentreffer.

Trotz Teilzeit-Training der Matchwinner

Neben der Grundausbildung bleibt sogar für das Training wenig Zeit. Köln-Rückkehrer Jusuf Gazibegovic scherzt im Sky-Interview nach dem Spiel über das Arbeitspensum des Youngsters: "J.P. und Bego (Belmin Beganovic, Anm.) haben ein schweres Programm diese Woche. Ich hab’ ihn gefühlt einmal gesehen diese Woche, weil sie beim Bundesheer sind. Und dann kommt er rein und macht trotzdem sein Tor.“

Bei aller Freude über die drei Punkte sind sich die Grazer auch bewusst, dass sie spielerisch noch Verbesserungspotential haben.

Neo-Sturm-Coach Fabio Ingolitsch sieht zwar große Fortschritte im Vergleich zum Cup-Aus gegen seinen Ex-Verein Altach vor einer Woche, zollt aber auch dem Gegner Tribut: "Die Basics waren da. Spielerisch war es trotzdem schwierig, weil uns der Gegner in dieser Hinsicht das Leben schwer gemacht hat.“

"Kein Fußballspiel, sondern ein Standardspiel“

Der selbst erst 33-jährige Trainer hat schon wenige Minuten nach dem Schlusspfiff eine Analyse parat: "Fußball besteht normalerweise aus fünf Phasen, aber heute hat man eigentlich nur eine gesehen und das waren die Standardsituationen. Es war kein Fußballspiel, es war nicht schön zum Anschauen, sondern es war ein Standardspiel“, gibt Ingolitsch im Gespräch mit Sky zu.

"Wir haben eine Nettospielzeit gehabt von 40 Minuten und haben uns quasi von Spielunterbrechung zu Spielunterbrechung bewegt.“

Den Kampf angenommen - "Das ist Sturm"

Sein aus Deutschland zurückgekehrter Rechtsverteidiger Gazibegovic stimmt dem Sturm-Coach zu: "Vielleicht nicht das schönste Spiel mit Ball zum Anschauen, aber was wir heute kämpferisch gezeigt haben, das ist Sturm. Und ich glaube, dass wir das am Ende auch verdient gewonnen haben.“

Dann setzt Gazibegovic grinsend nach: "Durch ein Eiertor vielleicht, aber Sieg ist Sieg.“ Premierentorschütze J.P. Hödl nimmt seinem Teamkollegen diese Einschätzung nicht übel. "Abgefälscht war er, ja. Gott sei dank, sonst wäre er, glaube ich, nicht reingegangen“, gibt der Matchwinner der Grazer zu.

Bei aller Freude über seinen allerersten Treffer in der höchsten Spielklasse des Landes rückt Hödl im Interview das Team in den Vordergrund "Ich habe der Mannschaft helfen können, aber jetzt geht es ganz normal weiter.“

Seinem Trainer Fabio Ingolitsch nimmt er mit dieser Einschätzung fast die Worte aus dem Mund. "Es war nicht sehr attraktiv zum Anschauen. Das ist uns am Ende des Tages aber egal, weil wir ganz, ganz wichtige drei Punkte eingefahren haben,“ resümiert der Übungsleiter der Grazer.

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