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Helm: "Unseren Weg kann man erst im Winter bewerten"

Die Austria ist nach einem Bundesliga-Fehlstart Schlusslicht. Die Nerven werden deshalb nicht weggeschmissen, der eingeschlagene Weg wird fortgeführt.

Helm: "Unseren Weg kann man erst im Winter bewerten" Foto: © GEPA

Zumindest national hat die Wiener Austria zum zweiten Mal in Folge einen Fehlstart hingelegt.

Nach einer deutlichen Niederlage beim FC Red Bull Salzburg (Spielbericht>>>) stehen die "Veilchen" nach Spieltag 5 der ADMIRAL Bundesliga als Schlusslicht da - wenngleich erwähnt werden muss, dass die Wiener noch ein Nachtragsspiel gegen die WSG Tirol vor sich haben und neben dem Liga-Krösus aus der Mozartstadt auch schon Doublesieger LASK zu bespielen hatten.

"Salzburg hat uns maximal die Grenzen aufgezeigt"

In der Red Bull Arena kann man trotzdem anders auftreten, das weiß jeder violette Akteur. "Salzburg hat uns heute maximal die Grenzen aufgezeigt", ächzt Johannes Eggestein nach dem Schlusspfiff.

Dabei gelang den "Veilchen" beinahe ein Traumstart in die Begegnung. Julian Hettwer traf etwas unorthodox schon nach wenigen Minuten per Oberschenkel die Innenstange und hätte damit einen mutigen Anfang der Gäste beinahe belohnt.

Ein Rückschlag, und der Matchplan ist dahin

Die violette Drangphase hielt aber nicht lange an, spätestens nach der Salzburger Führung nach 13 Minuten war sie endgültig vorbei. Der Matchplan wurde von einem Moment auf den anderen komplett aufgegeben.

"Die halbe Stunde nach dem Gegentor war eine Katastrophe von uns. Wir haben uns nicht mehr an die Sachen gehalten, die wir uns ausgemacht haben. Im Endeffekt haben wir das ganze Spiel in dieser Phase hergeschenkt", ist Goalie Samuel Sahin-Radlinger sauer.

Kapitän Manfred Fischer ergänzt bei "Sky": "Es hat ein bisschen so gewirkt, als würden wir uns gegenseitig aufgeben. Da haben wir uns ganz was anderes ausgemacht vor dem Spiel. Darüber werden wir reden."

Violettes Lehrgeld

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Vasilije Markovic war einer von drei 18-Jährigen, die am Sonntag in Salzburg in der Startelf standen
Foto: ©GEPA

Coach Stephan Helm spricht von einem gewissen Lehrgeld, welches seine in vielen Mannschaftsteilen sehr junge Mannschaft am Sonntag zu zahlen gehabt hätte.

"Aber das ist einfach der Weg, den wir gehen. Der ist sehr anspruchsvoll, da muss man manchmal die Zähne zusammenbeißen", so der Burgenländer.

Seiner Mannschaft könne er nicht viel vorwerfen, nicht zuletzt deshalb, weil sie speziell international bisher vielen Widerständen trotzte und auch einen Top-Klub wie Braga durchaus vor Problemen stellen konnte.

"...dann bin ich überzeugt, dass wir richtig kompetitiv sein werden"

"Heute haben wir 30 Minuten ausgelassen, daraus werden wir unsere Lehren ziehen. Aber das muss man richtig einschätzen: Gegen Salzburg muss alles zusammenpassen, dass du sie fordern kannst. Speziell in einer Phase, in der wir uns nicht vier Tage auf das Spiel vorbereiten und ohne Abstriche alles auf den Platz werfen können", spielt Helm auf die Doppelbelastung durch den Europacup an.

Speziell eine junge Mannschaft wie seine würde unter diesen Strapazen besonders leiden.

In den letzten Wochen habe bei der Nominierung seiner Startelf die Frische seiner Spieler eine große Rolle gespielt, "jetzt wird wieder beinhart die Top-Elf am Platz stehen. Dann bin ich überzeugt, dass wir wieder eine richtig kompetitive Mannschaft sein werden", verspricht Helm.

Helm hofft auf ähnlichen Effekt wie im Vorjahr

Bereits in der Vorsaison gelang kurz nach Wegfall der Doppelbelastung eine deutliche Leistungssteigerung - zwischen der 5. und 22. Runde sammelte der FAK die meisten Punkte aller Bundesliga-Vereine. Ähnliches erwartet sich Helm auch heuer:

"In der kommenden Phase, in der der Rhythmus normal ist, in der es für unser Setup leistungsfördernder ist, bin ich überzeugt, dass wir eine richtig gute Rolle spielen werden und als Team nochmal einen Schritt nach vorne machen werden."

"Mannschaft so weiterentwickeln, dass der Verein langfristig profitiert"

Eine Teilnahme am oberen Playoff ist auch heuer ein erklärtes Saisonziel, das andere lautet: "Die Mannschaft so entwickeln, dass der Verein auf lange Sicht davon profitieren kann."

Übersetzt heißt das: So vielen jungen Spielern wie möglich die Bühne zu bieten, damit sich diese für einen millionenschweren Transfer empfehlen können.

Helm fordert Geduld ein

Den Weg, den wir gewählt haben, kann man erst im Winter das erste Mal so richtig bewerten.

Stephan Helm

Bei diesem Unterfangen "dürfen wir uns nicht von Rückschlägen - vor allem einem auswärts bei Salzburg - aus der Bahn werfen lassen", fordert Helm.

Er fügt an: "Den Weg, den wir gewählt haben, kann man erst im Winter das erste Mal so richtig bewerten."

"Eines kann ich aber jetzt schon sagen: Wenn man sich anschaut, welches Transferpotenzial wir vor zwei Jahren in unserer Mannschaft gehabt haben und welches wir jetzt haben, ist uns schon einiges gut gelungen", spielt der 43-Jährige auf die Vasilije Markovics, Sanel Saljics und Daniel Nnodims im Kader an.

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