Beendet
3:1
2:1
,
1:0
-
Yusuf Demir
-
Marco Tilio
-
Petter Nosakhare Dahl
-
Belmin Beganovic
NEWS
Yusuf Demir: Endlich wieder der Alte?
Der Flügelspieler überzeugt gegen Sturm nicht nur mit seinen Torbeteiligungen. Vor allem seine Physis beeindruckt seinen Trainer.
Textquelle: © LAOLA1
von Vincent Öfner
Yusuf Demir hatte in den letzten Jahren keine einfache Zeit. Nachdem er bei Galatasaray zwischen Ersatzbank und Tribüne pendelte, kehrte er vergangenen Winter wieder zurück zum SK Rapid.
Dabei konnte er im Frühjahr der vergangenen Saison vereinzelt schon immer wieder Mal seine Klasse aufblitzen lassen. Eine besonders große Rolle spielte er dennoch nicht.
Diese Saison zeigt hingegen ein anderes Bild. Vier Bundesliga-Spiele, vier Mal stand Demir in der Startelf. Besonders bezeichnend sind die vergangenen beiden Spiele: Nachdem Demir am Mittwoch beim Europacup-Aus gegen Hearts die vollen 120 Minuten am Feld stand, spielte er auch vier Tage später beim 3:1-Sieg gegen Sturm Graz durch (Zum Spielbericht>>>).
Demir überzeugt mit Einsatz
Gegen die Grazer spulte er nicht nur die vollen 90 Minuten ab, der Flügelspieler war der entscheidende Mann auf dem Feld.
Nachdem er in der 7. Minute das 1:0 selbst per Elfmeter erzielt hatte, lieferte er in der 86. Minute auch noch den Assist für die Entscheidung durch Petter Nosa Dahl.
"Haben so oft Scheiße gefressen" - Rapid zeigt richtige Reaktion>>>
Demir war gegen die Grazer auffällig, aber nicht nur, weil er an den Toren beteiligt war. Er bestach vor allem durch Energie und Einsatzbereitschaft. Immer wieder schmiss er sich in Zweikämpfe und arbeitete mit nach hinten. Müde Beine schienen beim 23-Jährigen kein Thema zu sein.
"Früher haben wir ihn wahrscheinlich nur als technischen Spieler gesehen, aber Tatsache ist: Wenn man sich heute die besten Ligen und den Spitzenfußball ansieht, hat man auf höchstem Niveau keine Chance, wenn man sich körperlich nicht durchsetzen kann. Also musste er auch diesen Aspekt auf sein höchstes Niveau bringen, und genau das ist er gerade dabei zu tun", meint sein Trainer Johannes Hoff Thorup.
"Es liegt an ihm"
Weiters sagt der Däne: "Was die Fitness angeht, kann man den aktuellen Stand nicht mit dem vergleichen, was er früher geleistet hat. Er ist auf einem so viel höheren Niveau".
Dass Demir gerade so fit ist, will sich der Coach jedoch nicht selbst auf die Fahne heften.
"Ich würde mir das gerne als Verdienst anrechnen, aber es liegt vor allem an ihm. Denn er befand sich in seiner Karriere an einem Punkt, an dem er seinen Weg zurück ins Fußballgeschäft finden musste. Und jetzt spielt er mit dieser Präsenz und dieser Physis. Ich bin wirklich beeindruckt."
"Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher"
Als Demir im Teenager-Alter bereits von Rapid zum FC Barcelona wechselte und dort in der Champions League spielte, waren die Hoffnungen in Österreich groß, dass man einen neuen Superstar gefunden hat. Doch anschließend sollte er nie mehr an seine ersten Jahre in Rapid anknüpfen können.
Aktuell sieht es so aus, als wäre er wieder am Weg zurück zu alter Stärke. Am Maximum seiner Leistungsfähigkeit ist er laut seinem Trainer aber definitiv noch nicht angekommen.
"Er hat ein riesiges Potenzial, aber zum Potenzial gehört auch die mentale Stärke: Kann man sich von Enttäuschungen wieder aufrappeln? Ich glaube, er ist gerade dabei zu zeigen, dass er das kann. Wenn er so weiterspielt, wie er es gerade tut, dann steht ihm irgendwann ein weiterer großer Schritt bevor, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher", gibt sich Hoff Thorup optimistisch.