Das sagen Ingolitsch und Heil zum Elfmeter
Vor allem der Elfmeter in Minute drei sorgte nach der Partie für Diskussionen: "Beim ersten Tor verteidigen wir schlecht und dann gibt es diesen Griff. Ist es ein Foul für mich? Nein. Speziell in der dritten Minute, in so einem Spiel", so der Cheftrainer.
Und was sagt Heil selbst zur Situation? "Es war nicht gut verteidigt von mir. Trotzdem glaube ich nicht, dass es ein Elfer war. Gefühlt stolpert er über seine eigenen Füße. Es sagt schon alles, wenn der Elfer minutenlang gecheckt wird. Aber ich kann es auch nicht ändern."
Offensive Power fehlte
Die Wahrheit ist aber auch, dass Sturm mit Ausnahme des Treffers von Belmin Beganovic erneut die offensive Durchschlagskraft vermissen ließ.
Die "Blackies" hatten zwar insgesamt drei Abschlüsse mehr als Rapid (19:16). Jedoch lag die Qualität der Abschlüsse klar aufseiten der Hausherren (xGoals: 2,01:0,72).
In Halbzeit zwei war Sturm zwar deutlich besser im Spiel, die großen Torchancen auf die Wende fehlten aber. So schlugen die Rapidler durch Joker Petter Nosa Dahl in der Schlussphase nochmal zu (86.), ehe Albert Vallci nach einer Notbremse noch vom Platz gestellt wurde (90.).
Sturm tat sich an diesem Sonntagabend über weite Strecken schwer und leistete sich zu viele individuelle Fehler. So gab es in Hütteldorf nichts zu holen.
Lob für Rapid
Ingolitsch war dennoch mit der Leistung nicht komplett unzufrieden: "Wir haben Rapid nicht so ins Spiel kommen lassen, wie sie das wollten. Sie mussten viele lange Bälle spielen, was nicht ihr Style ist. Das ist schon ein Zeichen, dass sie von ihrem Plan abweichen mussten. Am Ende hat uns nicht Rapid geschlagen, sondern wir uns selbst."
Lob für die Leistung von Rapid gab es von Rechtsverteidiger Heil: "Es war heute nicht irgendein Gegner. Rapid hat bisher jeden Gegner dominiert. Es war aber ein Weckruf, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."
Viel Arbeit steht ohne Zweifel an. Die Europacup-Auftritte ausgeklammert, schaffte es Sturm in dieser Bundesliga-Saison bisher noch nicht, an das eigene Leistungsmaximum zu kommen.
Debüt der Neuzugänge
Siege gegen Hartberg und Altach stehen Remis gegen Lustenau und Tirol, sowie jetzt eine Niederlage gegen Rapid gegenüber. Vor allem in den letzten drei Spielen offenbarten sich bei den "Blackies" aber die altbekannten Probleme im Chancenkreieren.
Positiv waren gegen Rapid neben dem ersten Saisontor von Beganovic aber auch die ersten Auftritte von Valmir Matoshi und Joshua Quarshie. Die beiden Neuzugänge feierten in der zweiten Halbzeit ihr Debüt für Sturm.
Ingolitsch äußerte sich auch nach Schlusspfiff zu den beiden Neuen: "Matoshi ist sehr energetisch, ein Box-to-Box-Spieler. Er bringt alles mit. Quarshie hatte jetzt einen Monat keine Matchpraxis, da müssen wir behutsam sein. Aber man hat schon gesehen, welche Präsenz er mitbringt. Er wird unserer Abwehr künftig viel geben."
Entscheidende Wochen
Für Sturm warten jetzt spannende Wochen. Am Samstag geht es im Cup nach Voitsberg, ehe innerhalb von drei Tagen sowohl der LASK (13.9.) als auch Stade Rennes (16.9.) nach Liebenau kommen.
Abgerundet wird die "knackige Woche" mit dem Auswärts-Kracher in Salzburg (20.9.). Spätestens in diesen Spielen wird sich abzeichnen, wohin die Reise von Sturm heuer geht.