LASK-Finanzen: Die Marmelade auf der Butter

 

Sportlich war der Herbst für den LASK ein Segen, mit dem emotionalen Jubel auf dem Platz ging und geht auch ein Geldsegen einher.

Sagen wir so: Es gab in der Vereins-Geschichte bestimmt schon schwierigere Momente, der Geschäftsführer des LASK zu sein.

Aktuell hat Andreas Protil diese Aufgabe inne.

Als Herr der Finanzen hatte er im Herbst natürlich zusätzliche Freude, wie er im Gespräch mit LAOLA1 betont:

"Der sportliche Erfolg macht natürlich Spaß und ist für uns auch wirtschaftlich ein ganz großes Thema gewesen - ein Thema, das wir nicht budgetiert hatten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir am ganz großen Kuchen ein bisschen mitnaschen dürfen."

Einnahmen in der Größenordnung eines Jahresbudgets

Der ganz große finanzielle Kuchen steht logischerweise am europäischen Buffet. Das Überwintern in der Europa League trägt naturgemäß den Löwenanteil an den Einnahmen der Oberösterreicher bei - und die sind ordentlich.

Wie ordentlich? "Es ist in der Größenordnung, in der normalerweise unser Jahresbudget ist", verrät Protil.

Selbiges habe zuletzt 13,5 Millionen Euro betragen.

Die Marmelade auf der Butter auf dem Brot

Soll heißen: Dem LASK stehen nun finanzielle Mittel zur Verfügung, die man so gar nicht eingeplant hat. Ob dies bedeuten würde, dass der Verein nun auf längere Sicht hin abgesichert sei?

"Alles, was in den internationalen Spielen dazu gekommen ist, ist für uns nicht die Butter auf dem Brot, sondern eher schon die Marmelade auf der Butter auf dem Brot."

"Wir haben uns in den letzten Saisonen generell wirtschaftlich auf eine Basis gestellt, die langfristig sehr gut ausschaut. Wir haben sehr langfristige Verträge, der internationale Bewerb ist absichtlich nicht im Budget drinnen, weil man damit nicht rechnen kann", sieht Protil in der alltäglichen Herangehensweise die Basis für finanziellen Erfolg, meint jedoch gleichzeitig:

"Alles, was in den internationalen Spielen dazu gekommen ist, ist für uns nicht die Butter auf dem Brot, sondern eher schon die Marmelade auf der Butter auf dem Brot."

Wesentlicher Nachsatz: "Wir werden es sehr intelligent und dosiert investieren."

Investments in Infrastruktur und Personal

Es soll in der österreichischen Fußball-Historie schon Beispiele gegeben haben, bei denen größere Einnahmen eher unbedacht verjubelt wurden. Stellt man es geschickt an, können Einnahmen wie jene des LASK in dieser Saison, nicht nur längerfristige Absicherung bedeuten, sondern auch die Basis für weiteres Wachstum.

Beim LASK geht es wohl in Sachen Ausgaben darum, das richtige Mittelmaß zwischen Investment in "Beine und Steine" zu finden.

Mit den Steinen ist die Infrastruktur gemeint, mit den Beinen das Personal, bei dem in Sachen Kader bekanntlich sehr vorausschauend geplant wird. Mitarbeiter, die dem Verein weiterhelfen, müssen jedoch nicht zwangsweise auf dem Feld stehen.

"Wir investieren in die Infrastruktur und natürlich auch in das Personal. Das machen wir jedoch nur sehr dosiert, weil man nicht fix damit rechnen kann, dass man jedes Jahr international dabei ist. Wir wollen nicht jetzt zehn Leute einstellen und dann sagen müssen, das können wir uns leider nicht mehr leisten", betont Protil.

Gutes Feedback für Husein Balic

Infrastruktur bedeutet übrigens nicht nur das altbekannte Stadion-Thema: "Daran arbeiten wir auch sehr intensiv, aber Infrastruktur bedeutet zum Beispiel auch, dass wir unsere jetzigen Büroflächen in Pasching ein bisschen adaptiert haben, damit die Mitarbeiter einen adäquaten Arbeitsplatz haben. Oder da wir international nicht im eigenen Stadion spielen, müssen wir viel Equipment anmieten oder ankaufen, das wir dort brauchen."

Neuzugang Husein Balic macht den LASK variantenreicher
Foto: © GEPA

Ein gewisser Teil des Kuchens wurde auch in einen Winter-Transfer investiert. Husein Balic wurde vom SKN St. Pölten losgeeist. Protil vernimmt bezüglich des Neuzugangs von den für den sportlichen Bereich zuständigen Kollegen bislang nur gutes Feedback:

"Husein ist ein guter Typ, ein sehr sympathischer Spieler, der absolut zu uns passt. Er hat sich schon sehr gut integriert und bringt uns den nötigen Tiefgang in der Offensive, macht uns einfach variantenreicher. Wir haben den Kader gehalten, sind ein eingespieltes Team, und er ist definitiv eine Verstärkung."

Der FC Red Bull Salzburg konnte seinen Kader bekanntlich nicht ganz halten, hat das Aufgebot jedoch auch dank des durchaus vorhandenen Kleingelds gut verstärkt.

Linzer Träume von "irgendeinem nationalen Titel"

Am Freitag eröffnet das Gipfeltreffen zwischen "Bullen" und LASK das Bundesliga-Frühjahr (Freitag, 19 Uhr im LIVE-Ticker), auch im Cup sind die beiden Rivalen die gegenseitige Hürde am Weg ins Finale.

Dem Gedanken, dass der LASK der beste Beweis dafür ist, dass man mit einer guten Idee auch finanziell betuchtere Konkurrenz herausfordern kann, gewinnt Protil einiges ab:

"Unser Budget ist das fünftgrößte der Liga, damit spielen wir zwischen dem ersten und dritten Platz. Man sieht schon, dass mit guter Arbeit einiges möglich ist."

"Unser Budget ist das fünftgrößte der Liga, damit spielen wir zwischen dem ersten und dritten Platz. Man sieht schon, dass mit guter Arbeit einiges möglich ist. Unsere Mannschaft ist sehr intelligent zusammengestellt und spielt schon sehr lange zusammen."

Dass man in und rund um Linz derzeit ein wenig träumt, liegt auf der Hand. Da schließt sich Protil gar nicht aus:

"Ich persönlich träume davon, dass wir gegen Alkmaar weiterkommen. Das wäre extrem lässig. Außerdem wünsche ich mir natürlich eine erneute Teilnahme am internationalen Bewerb im nächsten Sommer, das wäre ein Highlight. Und irgendwann in nächster Zukunft irgendeinen nationalen Titel."

Der Plan wurde zuerst entwickelt, dann umgesetzt

Mit dem nationalen Titel könnte es schon in diesem Frühjahr so weit sein, man hat ja zwei Chancen. Wobei Protil eher das Vorhaben, es möglichst lange spannend zu gestalten, hervorstreicht: "Der ganz klare Favorit in Österreich ist Salzburg."

Egal ob der ganz große Coup gelingt oder ob man den Status als zweite Kraft festigt: Am Urteil, dass der LASK in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht hat, führt kein Weg vorbei. Wenn man bedenkt, welch ein Chaos-Klub die Oberösterreicher bis vor nicht allzu langer Zeit waren, ist diese Erkenntnis umso wertvoller.

Protil: "Ich selbst bin erst zweieinhalb Jahre dabei, aber seit die Freunde des LASK vor mittlerweile fünf Jahren übernommen haben, gibt es eine ganz klare Strategie. Ein Plan ist zuerst entwickelt und dann eingehalten worden - er wird sukzessive sehr erfolgreich umgesetzt."

Textquelle: © LAOLA1.at

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