Gazibegovic über Köln-Coach: "Das kann ich nicht nachvollziehen"
Der Bosnier fühlte sich im Herbst nicht immer gerecht behandelt, aktuell ist er vom 1. FC Köln an Sturm Graz verliehen.
Der Herbst verlief für Jusuf Gazibegovic alles andere als nach Plan.
Im vergangenen Winter wechselte der 25-Jährige von Sturm Graz zum damaligen Zweitligisten 1. FC Köln, wo sein ehemaliger Liefering-Coach Gerhard Struber das Amt inne hatte.
Nach dem Struber-Aus kurz vor Saisonende und dem folgenden Aufstieg waren die Karten unter Neo-Coach Lukas Kwasniok neu gemischt. Im Herbst kam der Bosnier aber nur einmal in der Deutschen Bundesliga zum Zug, stand oft gar nicht im Kader.
Die Folge: Im Winter wechselte er leihweise zurück zum SK Sturm. Zu seinem Herbst äußert sich Gazibegovic nun im Podcast "BlackFM".
"Zack, war es vorbei"
"Ich habe eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt, kann mich an kein Spiel erinnern, wo ich etwas falsch gemacht oder nicht gezeigt hätte, dass ich unbedingt will. Dann kamen die ersten Pflichtspiele, ich war nur im Kader und habe nicht gespielt. Da habe ich schon signalisiert: Okay, vielleicht wäre es besser zu gehen", so Gazibegovic.
Kwasniok habe ihm aber klar gemacht, dass er grundsätzlich mit ihm zufrieden sei. Nach einer Länderspielpause änderte sich aber im September alles schlagartig. "Es war alles okay, dann bin ich zurückgekommen und zack, war es vorbei – gefühlt aus dem Nichts. Das war das erste Mal, wo ich dachte: Okay, ich habe nicht verstanden, was genau ich falsch gemacht habe", so der Sturm-Profi
Teilweise nicht im Kader
Phasenweise stand der Rechtsverteidiger gar nicht mehr im Kader. "Das war unverständlich für mich zu dem Zeitpunkt, weil ich weiß, was ich kann", so Gazibegovic.
Der 25-Jährige suchte entsprechend oft Gespräche. Damals war der Effzeh gut unterwegs, Konkurrent Sebastian Sebulonsen machte rechts hinten einen guten Job.
"Ich habe nicht gesagt, dass ich spielen muss, sondern dass ich im Kader sein muss. Es war wirklich nicht so schlecht, dass ich nicht dabei bin. So habe ich das nicht empfunden", offenbart Gazibegovic.
Irgendwann musste sich der Außenverteidiger entscheiden. Er kam zum Schluss: "Ich will hier weg. Ich muss unbedingt spielen, ich will auch das Nationalteam nicht komplett verlieren."
Die fehlende Größe?
Einen weiteren Grund lieferte der Köln-Coach Kwasniok im Oktober mit der Aussage: "Viele Spiele in der Bundesliga werden durch Größe entschieden."
Der Cheftrainer merkte zu Gazibegovic und dessen Kollegen Allessio Castro-Montes an: "Die beiden sind jetzt nicht so groß gewachsen, nicht körperlich die allerrobustesten."
Der 1,74-Meter-Mann reagiert darauf mit wenig Verständnis: "„Das ist für mich nicht nachvollziehbar – noch immer nicht. Das macht es zu einfach."
Zukunft ist offen
Jetzt sei der Bosnier dankbar, dass Köln ihm die Leihe erlaubt habe. Ob er im Sommer wieder in der Domstadt andockt, ist mehr als fraglich.
Zu seiner Zukunft meint der 25-Jährige: "Ich denke gar nicht an den Sommer. Natürlich bin ich mit dem Plan hierhergekommen, zu spielen, wieder in den Rhythmus zu kommen und zu zeigen, was ich kann. Ich möchte mich auf der größten Bühne zeigen, das ist ganz klar. Aber derzeit bin ich voll auf das hier fokussiert."
Vorerst heißt es wieder fit werden, aktuell leidet er an Oberschenkelproblemen. "Ich bin optimistisch, dass es am Wochenende wieder funktioniert", stellt er ein Comeback gegen Cupfinalist Altach aber in Aussicht (Sonntag, ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>).