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Frei im Vertrag, frei im Kopf? Kann Antiste doch noch helfen?

Bisher war die Rapid-Zeit des Franzosen ein Missverständnis. Das liegt nicht an mangelnder Qualität, ist das Umfeld überzeugt. Wird er nun befreiter aufspielen?

Frei im Vertrag, frei im Kopf? Kann Antiste doch noch helfen? Foto: © GEPA

Vom Abstellgleis in die Startelf - und gleich zum Matchwinner. Es war ein wichtiges Wochenende für Janis Antiste.

Die Kaufpflicht des SK Rapid für den Leihstürmer gegenüber Sassuolo bugsierte den Franzosen ins Aus: Weil sich seine Einsätze anhäuften, die Torausbeute von zuvor drei Treffern in 30 Pflichtspielen aber keine Verpflichtung rechtfertigten, stand der 23-Jährige auf einmal im Abseits.

Eine schwierige Situation für beide Parteien: Weil Rapids Kaderplanung in der Offensive Antiste natürlich berücksichtigte, mit Claudy Mbuyi ein Stürmer ohnehin langfristig fehlt. Und für Antiste selbst, der in seiner weiteren Karriere kein Halbjahr als Tribünengast brauchen kann - ganz egal, wo sie ab Sommer weitergehen mag.

Nun ist die verhängnisvolle Klausel in einer Nachverhandlung von Markus Katzer mit den Italienern weggefallen>>>, der Betroffene dankte es gleich mit einem der wichtigsten Tore der Saison.

Durchlüften in Frankreich

Auch, wenn er damit die Tür zur Meistergruppe aufstieß, hat sich die Gesamtsituation keineswegs schlagartig in Richtung einer festen Verpflichtung gedreht. Aber zumindest sieht die Welt nun freundlicher aus.

Johannes Hoff Thorup kann in den zehn Spielen der Meistergruppe ab sofort bedenkenlos auf Antiste zurückgreifen, während er ihn zuletzt nicht einmal in den Kader nahm.

Und das hatte keineswegs mit der Qualität zu tun, von der ist sein Trainer überzeugt. Auch wenn Antiste die erhofften Scorerzahlen bislang nicht liefern kann, seit einigen Wochen sei er dennoch "einer der Besten im Training".

Für Antiste sei es eine große Enttäuschung gewesen, als sich das Transferfenster schloss und keine Alternative auftat. "Er ging für ein paar Tage zurück nach Frankreich, um den Kopf freizubekommen. Um sich nach seiner Rückkehr darauf zu fokussieren, was er in seiner Situation eben machen kann."

Hoff Thorup war eine Lösung der Situation nicht minder wichtig: "Darauf habe ich jeden Tag gehofft, denn er bringt Qualität auf den Rasen."

"Im Fußball kriegt man das, was man verdient"

Wie groß der Druck auf Antiste ist, dürften nicht erst die Tränen gezeigt haben, die ihm sofort nach dem Tor dazu veranlassten, sich das Trikot über das Gesicht zu ziehen.

Da mischte sich zur Erleichterung über die erreichte Meistergruppe bei den Kollegen auch etwas Freude über den besonderen Moment für den jungen Teamkollegen dazu.

"Es ist eine der schlimmsten Situationen, die einem Spieler passieren kann, dass er beim Verein nicht einsatzfähig, obwohl fit ist. Dass es eine Einigung gibt, ist sehr erfreulich, weil er uns weiterhelfen kann", war etwa Matthias Seidl als Kapitän auch nach einem Halbjahr mit wenigen Toren des Kollegen nach wie vor überzeugt.

Andreas Weimann, der Antiste erst seit Kurzem kennt, kann sich als Stürmer aber gut in die Gefühlswelt reinversetzen, wenn von einem vermeintlichen Scorer keine Scorer kommen: "Das war sicher nicht leicht. Seit ich hier bin, hat er stets gewusst, dass er am Wochenende nicht spielen darf, und hat trotzdem jedes Training Vollgas gegeben."

Der Routinier ist überzeugt: "Im Fußball kriegt man das, was man verdient."

Bleibt abzuwarten, ob sich für Antiste in den nächsten Wochen wenn schon keine langfristige Empfehlung, dann zumindest ein versöhnliches Ende seiner Rapid-Zeit ergibt.

Auch die Ansakonferenz diskutiert über den Auftritt von Janis Antiste:

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