Endstand
1:1
1:0 , 0:1
NEWS

Fehler behindern Rapids Entwicklung: "Kann so nicht weitergehen"

Drei Mal in Folge führte ein kapitaler Schnitzer zu einem Gegentreffer. Nicht nur das offenbart weitere Arbeit. Nun kommen zwei Spiele unter anderen Vorzeichen.

Fehler behindern Rapids Entwicklung: "Kann so nicht weitergehen" Foto: © GEPA

Lange schien es mit Rapids Spiel unter Johannes Hoff Thorup nur vorwärts zu gehen, aktuell stockt die Entwicklung.

Nach der Länderspielpause konnte nicht an die Siegesserie angeknüpft werden, die Grün-Weiß in die Meistergruppe brachte und dort kurzzeitig schon von der Tabellenführung träumen ließ.

Im Wiener Derby war es letztlich nur eine Co-Produktion von Bendegúz Bolla und Ercan Kara, welche die nächste Niederlage verhinderte (Spielbericht>>>).

Rapid begann engagiert, schon nach zehn Minuten schien dieser Elan etwas abgebremst. Es folgte ein zögerliches Spiel von beiden Seiten, das durch das Blackout von Romeo Amane und den damit verbundenen Rückstand eine andere Dynamik bekam.

Wo sind die Chancen?

Lange suchte Rapid nach einem Rezept und fand keines, auch der offensive Dreifach-Wechsel nach einer guten Stunde änderte daran nichts. Der Ausgleich, der letztlich ein logisches Remis zur Folge hatte, war ähnlich wie der Fehler hinten als isolierter Schlüsselmoment zu betrachten.

Summa summarum: Rapid bemüht, aber zu harmlos. Von der Kaltschnäuzigkeit, die zwei Siege über Salzburg und den LASK ermöglichten, ist seit der Länderspielpause zu wenig übrig.

"Ich spreche viel über das Lernen. Aber wir sind langsam an einem Punkt, an dem wir aus einigen dieser Fehler gelernt haben sollten."

Johannes Hoff Thorup

So kritisch sah es der Rapid-Trainer nicht. "Wenn ich mir die erste Hälfte ansehe, haben wir vieles unter Kontrolle und die Austria hatte Mühe, uns unter Druck zu setzen. Das ist ein Schritt in eine gute Richtung, dass wir hier auswärts herkommen und das Spiel in der ersten Hälfte doch in der Hand haben."

Dass zu wenig Chancen kreiert, geschweige denn verwertet werden, war für den Dänen aber jedenfalls ein Manko. Immerhin gab es diesmal wieder Torschüsse, nachdem gegen Sturm in dieser Kategorie ein glatter Nuller stand.

Aus Fehlern muss langsam gelernt werden

Wenn dann pro Spiel noch ein kapitaler Eigenfehler samt Eigentor dazukommt, wird die Aufgabe nicht leichter. Gegen den LASK gab es auf den Fehler von Serge-Philippe Raux-Yao in der ersten Minute nur Momente später die richtige Antwort, der fallengelassene Ball von Niklas Hedl gegen Sturm hatte letztlich keinen spielentscheidenden Einfluss.

Ganz anders der horrende Fehlpass von Romeo Amane zu Kelvin Boateng, der Rapid im Derby nicht nur auf der Anzeigetafel viel kostete, sondern auch das Spiel auf eine andere Ebene brachte.

"Ist das mangelnde Konzentration? Fokus? Oder nicht genau zu wissen, wo der Ball hingepasst werden soll und wohin die Bewegung gehen muss? Ich spreche viel über das Lernen. Aber wir sind langsam an einem Punkt, an dem wir aus einigen dieser Fehler gelernt haben sollten", monierte Hoff Thorup. "Das kann so nicht weitergehen."

Auf der anderen Seite sei das Spiel mit dem Risiko essentiell dafür, überhaupt in eine Kontrolle über das Spiel zu kommen, wie es zumindest in den Anfangsminuten noch gelang. "Also ist es eine stete Balance dazwischen, das Spiel nicht zu kompliziert zu machen, nicht zu viel Risiko zu nehmen, aber auch bewusst zu sein, dass wir so spielen müssen, wenn wir das Spiel kontrollieren wollen."

Gute Nachricht von und für Kara

Nun folgt das Doppel gegen den TSV Hartberg, das im Vergleich zu den bisherigen Partien ganz andere Vorzeichen mit sich bringt. Rapid kann sich schon erlauben, als Favorit in diese Duelle zu gehen. Das könnte zumindest auf die Dynamik Einfluss nehmen.

Zu weit will sich Hoff Thorup im Voraus aber nicht aus dem Fenster lehnen. "Gegen wen es für uns am leichtesten zu spielen ist, ist für mich schwer zu beantworten. In meiner Zeit hier haben wir das Punktemaximum gegen Red Bull Salzburg geholt."

Besonders im Umschaltspiel können die Steirer unangenehm werden. Darum gelte der Fokus nur den eigenen Aufgaben.

Aber vielleicht fallen diese Aufgaben mal anderen Spielern zu. Mit drei Partien binnen acht Tagen bietet die kommende Woche Notwendigkeit zur Rotation.

"Es macht mich happy, dass Erci (Kara, Anm.) auf den Platz kommt und trifft. Denn wir werden diese Partien nicht mit den gleichen Spielern bestreiten können. Und das hat mir gezeigt, dass er ready ist."

Kommentare