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Ex-Rapidler Prager war im Polizeikessel

Thomas Prager schildert seine Sicht der Dinge und widerlegt Kritikpunkte.

Ex-Rapidler Prager war im Polizeikessel Foto: © GEPA

Unter den 1.338 Rapid-Fans, die ihm Rahmen des 328. Wiener Derbys von der Polizei eingekesselt wurden, befand sich mit Thomas Prager auch ein Ex-Spieler des SK Rapid.

Der 33-Jährige, der laut eigener Angabe zum ersten Mal bei einem Fanmarsch dabei war, berichtet eine Woche nach dem Zwischenfall auf Facebook ausführlich von seinen Erlebnissen und kontert einige Punkte, die in der breiten Diskussion nach dem Skandal geäußert wurden.

Von Verpflegung sei keine Spur gewesen, auch die siebenstündige Dauer der Identitätskontrollen sei durch das langsame Vorgehen der Exekutive und nicht wegen der möglichen Weigerung Kontrollierter zustande gekommen.

"Die Polizeikontrollen haben nach 17:00 Uhr begonnen, ich denke, dass ca. 40-50 Personen vor uns waren. Ich frage mich, wie es sein kann, dass wir selbst bei nur drei Kontrollstellen erst nach zwei bis zweieinhalb Stunden rausgekommen sind? Alle zehn Minuten hat die Polizei zwei Personen kontrolliert", beschwert sich der 14-fache ÖFB-Teamspieler. "Ich habe auch keinen einzigen gesehen, der seinen Ausweis nicht herzeigen wollte, und habe keine einzige Durchsage der Polizei gehört."

Polizei lässt sich absichtlich Zeit

Schon bei der Ankündigung, dass es zu Kontrollen kommen würde, habe Prager keine Scheu gezeigt: "Wir (Prager und sein Schwiegervater, Anm.) zückten sofort den Ausweis, jedoch keine Chance. Die Polizisten wussten selber nicht, wie, wo, was, wann, aber ich denke, dass die Polizei bewusst gewartet hat, bis das Match angepfiffen wurde, damit keiner mehr auch nur daran denkt, ins Stadion (oder seine Nähe) zu kommen", mutmaßt er.

Verpflegung, wie von Innenminister Herbert Kickl behauptet, habe es nur für die Beamten gegeben: "In den vier bis fünf Stunden eingeschlossen in der Kälte gab es nichts, nicht mal Tee, aber die Polizisten hinter der Absperrung waren gut versorgt, das konnte ich bei der Kälfte am Dampf der heißen Tee- und Kaffeebecher erkennen, der über die Köpfe stieg."

Auch die Möglichkeit des Toilettengangs war nicht gegeben: "Aufs WC zu gehen war chancenlos, viele haben verständlicherweise ins Eck am Gebäude oder an die Seitenwand gepinkelt. Von Frauen kann ich nichts berichten, weil ich mich in der Reihe Richtung Kontrolle keinen Millimeter bewegen und dadurch auch nicht sehen konnte, was hinter mir geschehen ist."

Prager, der nun in der zweiten Landesliga beim SV Würmla kickt, meint zusammenfassend: "Punkt 1: Schneebälle oder sonst irgendwas auf die Straße zu werfen ist lebensgefährlich! Das sind einfach nur Idioten und so etwas gehört bestraft! Ich glaube, da sind wir uns alle einig! Punkt 2: Menschen auf österreichischem Boden bei Minusgraden ohne Infos (Zettel beim Verlassen ausgenommen) und Versorgung sieben Stunden zu quälen - das hätte ich mir im Leben nicht gedacht, das jemals persönlich zu erleben! Ich bin froh, dass 'nichts' Schlimmes passiert ist und über 1.300 Menschen Weihnachten 2018 zuhause verbringen können!"

 

Das ganze Posting des Ex-Rapidlers:

 

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